Kosovo

Die Republik Kosovo, wie das Land heute offiziell heißt, hat regierungstechnisch wirklich schon einiges mitgemacht. Bis 1992 war sie Bestandteil der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien, nach der sie 1992 von der Konstituierten Föderativen Bundesrepublik Jugoslawien abgelöst wurde, um 2003 offiziell wieder eine Teilregion der Republik Serbiens zu werden. Aus diesem Grund erhält jeder Bürger des Kosovo auch gratis eine serbische Staatsbürgerschaft geschenkt, obwohl die meistens niemand haben will. Zwischenzeitlich (von 1998 bis 1999) befand sich das kleine Land auf dem westlichen Teil der Balkanhalbinsel auch noch im Krieg – dem Kosovo Krieg. Einem bewaffneten Konflikt zwischen der NATO und Serbien, in dem es Serbien um Macht und der NATO darum ging, Serbiens Armee zum Rückzug zu zwingen, um weitere Menschenrechtsverletzungen zu vermeiden. Erschreckend, oder? Gerade einmal vor 20 Jahren herrschte in diesem Land noch Krieg. Die Unabhängigkeit von Serbien erlange der Kosovo schlussendlich am 17. Februar 2008, der bis heute nationaler Feiertag ist. Immerhin 112 der 193 UNO-Staaten erkennen aktuell diese Unabhängikeit an.

Heute hat der Kosovo 1,9 Millionen Einwohner, die sich auf eine Fläche von 10.908 km² verteilen. In wenigen Stunden hat man das Land tatsächlich komplett durchfahren. Ja, Stunden. Denn abgesehen von der neu gebauten Autobahn, die nach Albanien führt, sind die Straßen dort gar nicht mal so gut.

Im Kosovo spricht man entweder Serbisch oder Albanisch. Wer allerdings weiß, wie Albanisch in Albanien klingt, der darf sich nicht erschrecken: Im Kosovo klingt die Sprache sehr viel härter, grober und (Samandar, das ist nur für Dich) männlicher. In Pristina, der Hauptstadt, kommt man aber auch mit Englisch ganz gut durch. Sogar Deutsch verstehen und sprechen vereinzelt Bürger – auch auf den Dörfern. Bezahlt wird im ganzen Land mit Euro. Nicht, weil der Kosovo bereits EU-Mitglied oder Beitrittskandidat ist, sondern weil die Wirtschaft des Landes zu schwach für eine eigene Währung ist. So kam es auch, dass sie vor dem Euro mit D-Mark bezahlten.

Eine Staatsreligion hat der Kosovo nicht. Die Republik bezeichet sich als säkular und hat dies auch so in der Verfassung verankert. (Säkularismus bezeichnet eine Weltanschauung, die sich auf die Immanenz und Verweltlichung der Gesellschaft beschränkt und auf darüber hinausgehende, religiöse Fragen verzichtet. Sie erwächst aus zwei Prozessen: zum einen aus der Säkularisierung, also dem mentalen Prozess der Entflechtung oder Trennung zwischen Religion und Staat, zum anderen aus der Säkularisation, dem konkreten Prozess der Ablösung der weltlichen Macht religiöser Institutionen. Quelle: Wikipedia) Die meisten Kosovaren sind aber offiziell Muslime.

Hmm … was erzähle ich über Pristina … ich bin ganz ehrlich: Viel oder außergewöhnlich Schönes kann man hier nicht unbedingt sehen und machen. Eine geraume Zeit lang bin ich durch die Stadt geschlendert und habe wirklich versucht, Dinge zu sehen, über die ich schreiben sollte. Fehlanzeige.

        

Warum bin ich also in den Kosovo gereist? Zwei Mal sogar, um ehrlich zu sein. Das erste Mal (im August 2016) durfte ich das Land und vor allem seine Bürger kennenlernen, weil gute Freunde von mir dort geheiratet haben. Wenn man seine Wurzeln und Familie im Kosovo hat, ist es Tradition auch eine traditionelle Hochzeitsfeier vor Ort auszurichten. An genau dieser durfte ich damals mit wenigen anderen Freunden aus Deutschland teilhaben. Was ein Erlebnis! Aber davon werde ich nicht ohne Absprache mit dem Ehepaar berichten und deshalb gibt es hier auch vorerst keine Fotos davon 🙂

Das zweite Mal (im Mai 2018) bin ich in den Kosovo gereist, um meinen (allerliebsten) Cousin Samandar zu besuchen. Beide Male geschah die Anreise mit dem Auto – einmal aus Deutschland und einmal aus Albanien. Autofahren im Kosovo ist eine interessante Erfahrung und wenn man ausschließlich den deutschen Verkehr gewohnt ist, sollte man davon vielleicht absehen. Noch abendteuerlicher ist es nur in Albanien.

1991 ist ein Teil meiner Familie nach Albanien ausgewandert, um dort als Pionier das Land religiös und wirtschaftlich in der Entwicklung zu unterstützen. Vor etwa 10 Jahren ist Sam dann in den Kosovo gezogen und arbeitet nun dort für eine Organisation, die mit dem Gesundheitsministerium zusammen dafür sorgt, das Land in Hinsicht auf Gesundheit und Hygiene zu verbessern und modernisieren. Ich bin ziemlich stolz!

Vier weitere Highlights habe ich aber trotzdem für euch – des spannungsbogenhalber wollte ich euch Pristina zunächst schlecht reden:

1. Der Kaffee im Kosovo ist einer der besten, den ich jemals getrunken habe. Nicht der türkische Kaffee (aber nur deshalb, weil ich ihn allgemein nicht so gerne trinke), sondern der Latte Macchiatto. Im Ernst! Da kann Italien einpacken.

2. Ein Mittagessen in der Punjabi Kitchen.

3.  Nachtisch und – of course – Kaffee im Tartine Deli.

4. Pizza oder Pasta im Ponte Veccio: Zum Glück für den kulinarischen Gaumen hat Italien im Kosovo tiefgreifende Spuren hinterlassen.

Auf dem Rückweg nach Albanien habe ich noch einen kleinen Abstecher in Prizren gemacht. Etwa 45 Minuten vor der albanischen Grenze befindet sich dieses kleine historische Juwel und endlich gibt es was zu erzählen. Mit 85.000 Einwohnern ist Prizren, nach Pristina, die zweitgrößte Stadt des Landes. In den vergangenen Jahrhunderten war Prizren jeweils von großer historischer Bedeutung für das Land und vor allem den dortigen Handel. Heute ist die Stadt ein wichtiger Knotenpunkt, um den man nicht herum kommt, wenn man das Land passiert. Das kulturelle Zentrum des Landes hat eine wunderschöne und teilweise noch vollständig erhaltene Altstadt mit historischen Bauten und unzähligen Moscheen.

        

Die Festung von Prizren, mit ihren 525 m über dem Meeresspiegel, ist defintiv den mühsamen Aufstieg durch die engen Gassen und löchrigen Straßen wert. (Watch your steps!) Anfang der 2000er fanden Archäologen erstmals heraus, dass der Platz um die Festung schon seit der Bronzezeit (2200 bis 800 v. Chr.) besiedelt ist. Viel zu sehen gibt es oben – wie zu erwarten – nicht, aber der Ausblick ist wirklich unbezahlbar. Auch auf dem Weg nach oben kann man immer mal wieder durch die Büsche am Wegrand spicken und wird mit einem wahnsinns Ausblick belohnt, der untermalt wird von asynchron geschalteten Imame der zahlreichen Moscheen der Stadt.

        

        

Ja, touristisch und landschaftlich hat der Kosovo nicht viel zu bieten. Allerdings hat das Land etwas ganz anderes zu bieten, das man in dieser Intensität nicht in allzu vielen anderen Ländern der Welt erleben darf: Gastfreundschaft und Wärme. (Und selbstverständlich diesen atemberaubend guten Kaffee!) Wo man auch hinkommt und wen man auch kennenlernt, man fühlt sich im Bruchteil von Augenblicken zugehörig und als Teil der Gesellschaft. Sei es bei einem Besuch im Ministerium, einem Kaffee in der Stadt oder einem Abschiedsessen einer Arbeitskollegin meines Cousins. Alle Menschen begegneten mir mit einem strahlenden Lächeln voller Herzlichkeit, Interesse und Offenheit. Und allein für dieses zauberhafte Dazugehörigkeitsgefühl lohnt sich ein Abstecher in dieses kleine Land schon.

Danke für Deine Wärme, kleiner Kosovo 🙂

Tirana, Albanien

Seit dem Sturz der kommunistischen Regierung 1991, wächst und gedeiht Albaniens Hauptstadt Tirana prächtig – um genau zu sein, hat sich seit damals die Einwohnerzahl mehr als verdoppelt. Heute ist sie nicht nur politischer und wirtschaftlicher Mittelpunkt des Landes, sondern auch kultureller. Museen, Theater, die Oper, … drapiert rings um den Skanderbeg Platz herum … hier ist für jedes Herz etwas dabei. Umgeben von Bergen und vor allem dem Hausberg Dajti bietet Tirana auch eine atemberaubend schöne Kulisse, um sich hier treiben zu lassen.

        

Tirana ist bunt. Nicht nur bezogen auf die Häuserfarben, sondern auch auf die Einwohner, die Religionen und das Wesen der Menschen. Das macht diese Stadt in meinen Augen zu einem ganz besonderen Juwel. Um diese Vielfalt und Lebensfreude zu unterstreichen, ließ z.B. ein ehemaliger Bürgermeister (der heute im Parlament sitzt) vor einigen Jahren mehrere Straßenzüge quietschbunt anmalen. Ohnehin war die Architektur der Stadt schon vorher etwas ganz Besonderes: die – wiederum – bunte Mischung aus Moderne, Balkan-Traditionellem und kommunistischem Plattenbau sieht einzeln und für sich gesehen vielleicht nicht sonderlich hübsch aus, ergibt sich aber in seiner Symbiose zu einem wirklich tollen Kunterbunt.

        

Die Nächte in Tirana sind ab Mai schon sehr heiß und windlos. Während meine Cousine und ihr Mann (Ohja, auch hier habe ich Familie!) noch mit dicker Decke und geschlossenen Fenstern schliefen, war es mir – deutscher Kartoffel – bereits mit nur Bettlaken und sperrangelweit geöffnetem Fenster schon viel zu heiß. Aber auch dafür gibt es eine Lösung: Air Condition.

Regelmäßige – unangekündigte – Stromausfälle sind hier an der Tagesordnung. Dies hat nicht immer etwas mit überlasteten Netzen zu tun, sondern auch gerne damit, dass Stromnetze erneuert und temporär einfach abgeschaltet werden. Natürlich nicht in der Nacht, sondern immer zu Zeiten, zu denen man duschen oder arbeiten muss. Auf fließendes Wasser muss die Stadt ebenfalls seit jeher verzichten. Das gibt es in ganz Tirana nicht. Hierfür stehen jedem Haus Wassertanks zur Verfügung, die meist auf den Dächern stehen. Bervor man also duschen will oder den Abwasch macht, muss man sie anschalten. Man sollte nur nicht vergessen, sie wieder auszuschalten: In der Zeit, in der sie aus sind, wird von unten Wasser zurück gepumpt. Vergisst man das, hat man schlichtweg auch kein Wasser mehr.

Albanien im Allgemeinen, aber Tirana im Besonderen ist sehr wissbegierig und hat nicht nur sehr viel Potential, sondern will es – meiner Meinung nach – auch nutzen. Es sind die kleinen Dinge, die deren Denkweise in meinen Augen sehr modern macht: Zum Beispiel ist jeder Straßenhund in Tirana ist kastriert und geimpft, jedoch frei und nicht eingesperrt. Es wird ein neues, modernes Stadtzentrum gebaut, aber nicht „auf“ das alte, historische Stadtzentrum, sondern daneben. Der Kommunismus hat dem Land vermutlich nicht viel Gutes gebracht, aber die Zahl der Analphabeten schrumpfte von über 80% auf nur 1-2%. An jeder Straßenecke sieht man Buchverkäufer, die ihre Ware auf dem Bürgersteig ausbreiten und lesehungrige Menschen glücklich machen. Außerdem lernen die Albaner nicht nur gerne von ihren Nachbarländern das Kochen, sondern perfektionieren es sogar noch. Und erst der Kaffee … im Vergleich zu Italien kostet hier eine frische Steinofenpizza aber nur etwa €2,00.

Im Folgenden erzähle ich euch von meinen Top 9 Dingen, die ihr in Tirana auf keinen Fall verpassen solltet:

9. Italienisch essen im Taiwan (Rinia) Park

Im Grunde könnt ihr überall gut (und sehr günstig) italienisch essen. Allerdings fand ich es wirklich schön, von der Terrasse des Casa della Pasta aus, mit Blick auf den Taiwan Park meine unglaublich leckeren Tortellini zu genießen und kann das nur empfehlen. So konnte ich auch mehreren Schulklassen dabei zuhören, wie sie die den Park nutzten, um albanische Gedichte oder andere Kunst vorzutragen. (Sorry, das Essen war so lecker, dass ich zu ungeduldig war, um vorher noch ein Foto zu machen.)

8. Frühstück im Stephens Center

Das 1994 als erstes Café in Albanien gegründete Stephens Center bietet alles, auf das man morgens oder auch mittags … oke … abends auch … so Appetit haben könnte. Das Frühstück hat es mir aber am meisten angetan. Chris und Laura kamen 1993 als Missionare nach Albanien, um den Menschen ein gutes Arbeitsumfeld zu bieten und natürlich, um ihnen von Jesus zu erzählen. Keine Sorge, man wird weder bekehrt, noch belästigt. Das Essen ist super lecker und nebenbei finanziert man mit seinem Besuch auch noch diverse Wohltätigkeitsaktivitäten.

7. Getting lost und die Stadt auf sich wirken lassen

Natürlich gibt es die ein oder andere Sehenswürdigkeit in Tirana, aber sie sind alle sehr überschaubar und halten sich in Grenzen. Ich habe es vor allem genossen, einfach einen ganzen Tag durch Tirana zu laufen, hier und da – wie sich vermutlich erahnen lässt – eine (oder auch zwei) Kleinigkeit zu essen, weiter zu schlendern und die Stadt einfach auf mich wirken zu lassen.

        

        

        

6. Die Aussicht genießen auf dem Skytower

Wer schon den ein oder anderen meiner Blog-Posts gelesen hat, weiß, dass ich ein riesiger Fan von Aussichtsplattformen aller Art bin. Solch eine habe ich natürlich auch in Tirana gefunden: Es ist das 17. Stockwerk des Sky Tower. Mit seinen ca. 65 Metern Höhe war es damals – im Jahr 2000 -, als es gebaut wurde, das höchste Gebäude in ganz Albanien! Der Eintritt ist frei und man erreicht die Plattform ganz einfach über einen (verglasten) Aufzug.

        

        

5. Byrek essen bei Castit

Je öfter ich diesen Post Korrektur lesen, umso stärker fällt mir auf, dass ich schon wieder nur von Essen rede (#sorrynotsorry), aber wie kann ich auch anders, wenn es einfach so viel Gutes davon zu berichten gibt?! Und so geht es bei meinem Platz 5 – oh Wunder – wieder um Essen: Byrek. Das beste Byrek, das ich in Tirana aß, war definitiv das von Castit. Vermutlich ist „Castit“ gar kein Name, aber ich tu einfach mal so, weil das dann so klingt, als wäre er mein bester Freund geworden. Castit findet ihr auf der Rruga Bardhok Biba – grüßt ihn lieb von mir, wenn ihr in gefunden habt!

4. Parku i madh i Tiranes / Parku i Liqenit

Dieser Park hat es ab dem ersten Schritt auf meine Liste der Happy Places geschafft – und zwar ziemlich weit nach oben. Über zwei Stunden habe ich einfach Parkbankhopping gemacht, mich von meinen Gedanken durch den Park träumen lassen und über all die Entspanntheit sogar vergessen, viele Fotos zu machen. Wenn das mal nicht einiges heißt … tatsächlich ist dieser Park einer der wenigen Orte, dessen Stimmung meine Kamera vermutlich nicht ausreichend hätte einfangen können. Seht einfach selbst!

        

        

3. Kaffee trinken (bei Sophie)

Wie sehr ich mich beherrschen musste, nicht in jedem zweiten Satz zu erwähnen, wie gut der albanische Kaffee ist … jetzt kann ich es ja endlich loswerden: ER IST EIN GESCHENK DES HIMMELS! Im Ernst. Die Italiener haben schon echt ein Händchen dafür, aber die Albaner haben seine Herstellung perfektioniert. Sophie Caffe ist der albanische Starbucks – nur viel leckerer und vermutlich deutlich weniger korrupt. Aber egal wo ich Kaffee getrunken habe, er war einfach göttlich.

2. Verteilerkasten-Schnitzeljad und die Straßenkunst von Tirana

Zu den etlichen Verschönerungsmaßnahmen der Stadt, gehört unter anderem auch das Bemalen von Verteilerkästen. Überall in Tirana ist ausnahmslos jeder Verteilerkasten angemalt und jeder steht unter einem anderen Motto. Es macht also eine Menge Spaß durch die Stadt zu schlendern und auf dem Weg Chewbacca, die Ducktales oder andere Kindheitshelden zu treffen. Ich könnte ein ganzes Fotoalbum mit Verteilerkästen anlegen … außerdem stößt man an jeder Ecke auf Kleinstraßenkunst, die immer wieder begeistert.

                  

        

                 

        

        

        

1. Familie dort haben

Mein unangefochtener Platz 1 hat ausnahmsweise nichts mit Essen zu tun und zeigt demnach deutlich, wie wichtig er mir sein muss (Wichtiger als Essen!): Familie! Es ist ein überaus großes Privileg, Familie auf der ganzen Welt verteilt und die Möglichkeit zu haben, sie in ihrer Welt zu besuchen. Nirgends ist man fremd, sondern überall Zuhause <3

        

        

Handgepäck-Packliste

Ich packe meinen Koffer und nehme mit … als Minimalist würde ich mich nun wirklich nicht betiteln, aber ich komme ziemlich gut mit wenig Besitz aus. Im Alltag fühle ich mich damit einfach freier, leichter und dadurch glücklicher. Außerdem macht es mir viel mehr Spaß, Geld für gutes Essen und noch bessere Reisen auszugeben, als für das zwanzigste Paar Schuhe oder den fünfzehnten Pullover.

Ähnlich geht es mir auch im Urlaub: Nur mit Handgepäck zu reisen, macht nicht nur um einiges flexibler, sondern – zumindest mich – glücklicher. Kein ewiges Warten am Gepäckband, kein Gepäck, das verloren geht, keine fünf Koffer, die ich mit mir durch die Welt schleppen und auf sie aufpassen muss. Mit leichtem Gepäck zu reisen ist nicht nur stressfreier, sondern auch günstiger! Die € 30,00 und mehr für die Gepäckzubuchung packe ich lieber in die Reisekasse. Je leichter das Gepäck, desto geringer im Übrigen auch die CO2 Emissionen – sowohl via Flugzeug als auch Auto.

Es ist auch wirklich gar nicht so schwierig, mit nur Handgepäck zu verreisen. Natürlich muss man sich im Vorfeld ein oder zwei Gedanken mehr darüber machen, was man einpacken und anziehen möchte, aber auch hier kommt schnell Routine rein.

Ob Handgepäck ausreicht oder nicht, kommt aber natürlich auch immer auf das jeweilige Reiseland und vor allem die -dauer an. Eine dreiwöchige Reise durch den Vietnam möchte ich nun auch nicht alleine mit Handgepäck bestreiten. Zumal es manchmal auch viel praktischer ist, mit einem großen Rucksack, als einem kleinen Trolley Berge zu besteigen oder Höhlen zu durchwandern. Fliege ich aber für eine Woche nach Albanien oder für ein langes Wochenende nach Lissabon, reicht Handgepäck wirklich aus.

Die Mindestmaße für Handgepäckstücke betragen 55 cm x 40 cm x 20 cm, also empfiehlt es sich, ein Gepäckstück zu kaufen, dass diesen Maßen entspricht, um sicher zu gehen, dass man – je nach Airline – nicht fünf verschiedene besitzen muss. Außerdem ist das Eigengewicht des Gepäckstücks sehr wichtig. Je nach Airline darf das Handgepäckstück (beladen) nicht mehr als 6 – 10 kg wiegen. Also macht es Sinn, beim Kauf darauf zu achten, dass das Eigengewicht so gering wie möglich ist.

Bist Du eher der Trolley- oder der Rucksacktyp? Diese Frage musst Du Dir selber beantworten. Beide Formen sind als Handgepäck zulässig. Ein Rucksack hat den Vorteil, dass man die Hände stets frei hat, weil man ihn immer bei sich trägt, das Eigengewicht ist oft deutlich geringer und man ist unabhängig von den Straßengegebenheiten (Kopfsteinpflaster, Matsch, etc.). Die Vorteile eines Trolleys sind, dass Du am Rücken nicht verschwitzt bist, weil Du 10 kg mit Dir herum trägst, Du kannst im Allgemeinen übersichtlicher und ordentlicher packen und man wirkt nicht wie ein typischer Backpacker. Eigentlich bin ich ja der totale Rucksacktyp (ich besitze mehr Rucksäcke als Handtaschen (Handtaschen besitze ich genau eine)), aber ich habe mir jetzt einen Trolley gekauft, weil die Ziele, die ich mit Handgepäck bereise, absolut dafür geeignet sind. Ob es eine sinnvolle Investition war, wird sich noch heraus stellen.

        

 

Dokumente:

  • Personalausweis oder Reisepass (ggf. Visum)
  • (internationaler) Führerschein
  • Krankenkassenkarte bzw. Versicherungsschein der Auslandskrankenversicherung
  • Kreditkarte zum kostenfreien Bargeld abheben
  • ISIC (internationaler Studentenausweis)
  • Flugticket und Buchungsbestätigungen (via Airline-App oder als PDF)

Außerdem habe ich alle Dokumente eingescannt oder als PDF in meiner Dropbox abgespeichert, um jederzeit von überall darauf Zugriff zu gewährleisten.

 

Flüssigkeiten:

Im Handgepäck dürfen seit 2006 nur noch Fläschchen mit einem Fassungsvermögen von 100 ml, eingepackt in einem wiederverschließbaren, durchsichtigen 1 L Beutel, mitfliegen. Um unnötigen Plastikmüll zu vermeiden, kaufe ich nicht jedes Mal auf’s Neue die Reisegrößen im Drogeriemarkt, sondern habe auslaufsichere, nachfüllbare Silikonfläschchen.

Sollten diese unterwegs leer werden, no panic! Mittlerweile kann man weltweit in jedem noch so abgelegenen Örtchen die gängigen Beauty-Marken kaufen. Auch der Mascara, Flüssigconceiler oder Schaumfestiger muss in <100 ml Größen in den Beutel passen. Pro Passagier ist lediglich ein 1 L Beutel zugelassen. Diese werden an der Sicherheitskontrolle separat gescannt, weshalb Du sie griffbereit aufbewaren solltest, um nicht unnötig aufzuhalten. Hast Du keinen Ziplock-Beutel zur Hand, kannst Du ihn (für viel zu viel Geld) am Flughafen kaufen oder machst das im Vorfeld schon im Drogeriemarkt oder IKEA – noch besser ist natürlich ein wiederverwendbarer Beutel aus stabilerem Material.

 

Elektronik:

  • Smartphone (+ Ladekabel)
  • Powerbank
  • In-Ear Kopfhörer (+ Splitter)

  • ggf. Steckdosenadapter
  • eBook-Reader (Aufgrund der Akkulaufzeit und des Gewichts habe ich mich für den Tolino 2 HD entschieden und wurde bisher nicht enttäuscht.)
  • meine geliebte Kamera mit meinen geliebten Objektiven (+ Ladekabel und Ersatzakku)
    • Kamera (mit Neoprenhandschlaufe): Sony Alpha 58
    • Standardobjektiv: 18 – 55 mm
    • Ultraweitwinkelobjektiv: 10 – 20 mm
    • Teleobjektiv: 70 – 300 mm
    • Pancake: 35 mm / f 1.8

        

        

Auch die Elektronik solltest Du griffbereit halten, da auch diese landesabhängig bei der Sicherheitskontrolle einzeln gescannt wird.

 

Sonstiges:

  • Kulturbeutel / Waschtasche (aktuell bin ich noch auf der Suche nach der perfekten, aber ich halte euch auf dem Laufenden)
    • Was hier rein muss, musst Du selber wissen 🙂 Mein Tipp: Lege am Morgen vor der Abreise alles, was Du benutzt auf einen Haufen, aus dem Du dann auswählen kannst, was auf die Reise mit muss und was Zuhause bleiben kann. Aber vergessen wirst Du so schon mal nichts.
    • Rei in der Tube
  • (aufblasbares) Nackenkissen und Schlafmaske

        

  • Gorillapod

  • Sonnenbrille
  • Handtasche / kleinen Rucksack für Tagestouren
  • (wiederverwendbare) faltbare Trinkflasche

  • optional und abhängig vom Reiseziel: Reiseapotheke (Vor allem in europäischen Ländern, aber auch intercontinental, kann man problemfrei vor Ort in den Apotheken beraten werden und oft die gleichen Produkte wie in Deutschland einkaufen.)
  • optional: Kleidersack oder Jute-Tasche für Schmutzwäsche
  • optional: Seidenschlafsack

 

Klamotten:

Hier gilt: Qualität statt Quantität und kein Platz für „nur zur Sicherheit“. Überleg Dir gut, wie viele Tage Du unterwegs bist und was Du alles vor hast. Brauchst Du Sportklamotten? Ein besonderes Paar Schuhe? Eine dicke Jacke? Deine schwersten oder platzfressensten Klamotten kannst Du auf dem Flug anziehen und sparst so ein bisschen Platz und Gewicht im Koffer. Wichtig ist, dass Du Klamotten einpackst, die Du super kombinieren kannst. Ein schönes Sommerkleid ist luftig genug für den heißen Mittag und mit einer Bluse kombiniert perfekt für den Abend. Ich muss zugeben, dass ich selten länger als zehn Tage mit nur Handgepäck verreise, da ich gerne Platz im Gepäck für Mitbringsel und auch außreichend Klamotten habe. Aber auch eine längere Reise ist kein Problem, da man heutzutage weltweit überall waschen kann oder Waschsalons findet und zur Not immer ein „Rei in der Tube“ dabei haben sollte, für das man lediglich ein Waschbecken braucht. Die zweite, wichtige Regel heißt: roll it up! Klingt komisch, ist aber echt so. Wenn Du Deine Klamotten rollst, hat das nicht nur den Vorteil, dass sie weitestgehend knitterfrei bleiben, sondern sie nehmen auch deutlich weniger Platz weg.

Meine Schuhe verstaue ich auf Reisen immer in Duschhauben. Entweder ein Paar oder ein Schuh pro Haube – je nachdem, wie sie vom Platz her besser in den Koffer passen. Die Duschhauben sind meist so robust, dass ich sie jahrelang benutzen kann.

Hast Du noch Tipps, die ich hier vergessen habe, aufzulisten? Dan freue ich mich riesig über Deinen Kommentar!

Reisebibliothek

„Sometimes you read a book so special that you want to carry it around with you for months after you’ve finished just to stay near it.“, Markus Zusak.

Im Alltag trage ich stets ein Buch in meiner Handtasche oder meinem Rucksack mit mir durch die Welt. Zu jeder Reisevorbereitung gehört für mich das stundenlange Stöbern in Reiseblogs oder -büchern und auch ohne Recherche sieht man mich selten ohne Buch in der Hand oder auf der Suche nach neuen Kunstwerken.

Hier stelle ich euch all meine Schmuckstücke vor, die ich vor, während, nach oder zwischen einer Reise genieße, um mir entweder noch mehr Fernweh zu machen oder neue Eindrücke zu gewinnen. Selbstverständlich wird diese Liste regelmäßig erweitert 🙂

Ich freue mich über eure Buch-Tipps in den Kommentaren!

 

1. 1.000 Places to see before you die (Patricia Schultz)

Der nicht ganz so kleine Allrounder hat zu (fast) jedem Land die passende Antwort auf die Frage „Was darf ich nicht verpassen?“. Vor jeder Reise werfe ich hier einen Blick hinein, um sicher zu gehen, dass ich nichts verpasse, was ich sehen sollte, before I die.

 

Portugal

Als eines der einstmals ärmsten Länder Europas hat sich Portugal nach Ende der Diktatur und mit Einleitung der Demokratie 1974 sowie durch die Aufnahme in die Europäische Union 1986 erheblich weiterentwickelt. Dem Land geht es deutlich besser und nicht zuletzt durch den Tourismus hat sich die wirtschaftliche Lage stabilisert.

Portugal teilt sich auf in folgende Regionen: Alentejo, Algarve, Região Autónoma dos Açores, Centro, Lisboa, Região Autónoma da Madeira und Norte. Mein Roadtrip ging durch etwa die Hälfte des Landes, angefangen an der Algarve, durch Alentejo nach Lissabon, entlang der Küste und im Osten, entlang der spanischen Grenze, wieder in die entgegen gesetzte Richtung zurück.

        

        

Von Frankfurt Hahn aus, fliegt man in drei Stunden und für knapp € 100,00 in die Küstenstadt Faro. Faro ist ganz süß, aber hat an sich nicht allzu viel zu bieten, weshalb ich mich am nächsten Tag direkt in meinen Mietwagen gesetzt habe und Richtung Westen gefahren bin. Der Mietwagen inkl. Sprit für zehn Tage und die gesamte Strecke haben mich nur ca. € 150,00 gekostet. Der Sprit kostet zwar nicht viel weniger als hier bei uns, allerdings darf man auf den Autobahnen nur 120 km/h und auf den Landstraßen 90 km/h fahren, weshalb man zwangsläufig sehr spritsparend unterwegs ist. Wer sich die Maut auf den Autobahnen sparen will, sollte unbedingt Landstraße fahren. Eigentlich sollte man allgemein viel eher Landstraße fahren, da der Ausblick meist überragend schön ist! Geografisch und auch kulturell ist Portugal unabhängig von seinen Nachbarn und hat nicht nur eine reiche und einzigartige Kulturlandschaft entwickelt, sondern auch kilometerlange Sandstrände und beeindruckende Naturkulissen.

Meine liebste Reisezeit ist mal wieder die Zeit um Pfingsten. Die Strände sind leer und die Preise noch nicht an die Touristenmassen angepasst, aber doch ist das Wasser warm und die Sonne scheint den ganzen Tag. Genau mein Ding!

Lagos und die Algarve

Wer euch erzählt, Albufeira sei einen Besuch wert, der hat – please don’t hate me – einen ganz schrägen Geschmack. Ich glaube, es gibt kaum einen Ort oder eine Stadt dieser Welt, die touristischer und aufgesetzter ist als Albufeira. Also schnell weiter nach Lagos! Lagos ist ein nicht mehr ganz so kleines Fischerdorf, das außerhalb der Hauptreisesaison wirklich zauberhaft ruhig und malerisch verträumt ist.

         

        

        

Kleine, verwinkelte Gassen laden zum Umherschlendern ein und aus jeden Restaurant strömt ein anderer leckerer Duft. Um es vornweg zu nehmen: Wow! Kochen können die Portugiesen! (War ja klar, dass ich damit wieder anfange … )

        

        

Die Strände und Strandabschnitte, die man von Lagos aus erreichen kann, übertreffen all meine Erwartungen. Durchsichtig blaues Wasser, heller Sand und obendrein ist jeder Strand für sich besonders und anders. Viele von ihnen sind von Lagos aus fußläufig und defintiv einen Besuch wert. Lasst euch nicht zu sehr von den Bootsfahrern einlullen, die euch eine Tour durch die Höhlen anbieten wollen. Diese Spots sind meist voller Selfiesticks und Menschen und sehen nur auf gephotoshoppten Instagramposts romatisch aus.

Praia de Dona Ana
Praia do Camilo
Praia do Camilo – durch diese kleine Höhle gelangt man an einen weiteren, noch ruhigeren Strandabschnitt
Praia do Camilo
Praia da Marinha
Praia da Marinha
Praia da Marinha
Praia da Marinha

In wenigen Autominuten von Lagos aus erreicht man den südwestlichsten Punkt Europas (nicht zu verwechseln mit dem westlichsten Punkt Europas, der etwas weiter im Norden liegt, nicht ganz so spektakulär in Szene gesetzt wurde, aber nicht weniger schön bei Sonnenuntergang ist) – den Leuchtturm Cabo de São Vicente.

        

        

Der Vollständigkeit halber kann ich euch natürlich auch den westlichsten Punkt Europas nicht vorenthalten: den Cabo da Roca. Zu empfehlen wirklich zu Sonnenuntergang, wenn die Flut einsetzt, die meterhohen Wellen gegen die Felsen schlagen und man den menschenleeren Ort für sich genießen kann.

        

Weiter nördlich an der Westküste Richtung Lissabon habe ich dann aber meinen Lieblingsstrand gefunden: den Praia da Amoreira. Es ist kein klassischer Badestrand, weil bei Ebbe das Wasser schon wirklich sehr weit draußen ist und bei Flut die hohen Wellen es verbieten, zu schwimmen. Aber stundenlang dort zu liegen, dem Meer zu lauschen, der Strömung zuzugucken und mir den Wind um die Nase pusten zu lassen, hat mir ein strahlendes Lächeln auf’s Gesicht gezaubert. Der Strand ist aufgrund seiner Besonderheit sehr leer und ich war, neben ein paar Surfern, fast alleine. Noch heute kann ich das Meeresrauschen hören …

        

        

        

        

        

Jetzt geht’s aber wirklich weiter nach Lissabon! Den ganzen Blogpost über diese fantastische Stadt könnt ihr hier lesen 🙂

Sintra

Wer Portugal besucht, darf sich Sintra nicht entgehen lassen. Aber wer in Lissabon ist und nicht nach Sintra fährt, der hat wirklich einen guten Grund noch einmal zurück zu kommen. Von hier aus ist man auch fast am Cabo da Roca. Dieses kleine malerische Örtchen, umgeben von Pinienwäldern versprüht seinen ganz eigenen Zauber. Ich empfehle wirklich, mindestens eine Nacht hier zu bleiben, um die ganze Umgebung angemessen bewundern zu können. Angefangen beim UNESCO Weltkulturerbe Quinta da Regaleira, das Anfang 1900 erbaut und eröffnet wurde. Mit seinen unzähligen Tunnelsystemen und weitreichenden Parkanlagen, ist nicht nur das prunkvoll gotische Palastgebäude einen Halbtagesausflug wert. Hinter jeder Ecke entdeckt man immer andere kleine Kunstwerke oder mystisch religiöse Skulpturen. Die Hauptattraktion der Gärten ist der Initiierungsbrunnen. Der oft fotografierte Brunnen wurde trocken gelegt, vergrößert und damals möglicherweise für Kultzeremonien genutzt wurde. Spooky!

        

        

        

Ebenfalls nachhaltig beeindruckt hat mich der Palácio Nacional da Pena. Diese bunten Farben und vielseitigen Formen geben einem das Gefühl, in einem Märchen gelandet zu sein! Am Fuß des Berges, auf dem er errichtet wurde, kann man für ein paar Euro in einen Shuttlebus einsteigen, der zum Palast fährt. Ich bin aber der Meinung, dass man sich den Spaziergang durch die liebevoll angelegten Parkanlagen nicht entgehen lassen sollte. Es ist wirklich wunderschön! Natürlich ist auch die Aussicht von oben absolut sehenswert und rechtfertigt den etwas längeren Aufstieg. Immer wieder beeindruckend, wie solche Kunstwerke vor 200 Jahren ohne unsere heutige Technik und unsere Maschinen auf solchen Bergen errichtet werden konnten …

        

        

        

        

        

Évora

Évora ist klein, aber sehr fein und ebenfalls UNESCO Weltkulturerbe. Viele Überbleibsel aus dem römischen Zeitalter, die historische Innenstadt und vor allem die Kathedrale (Und die Tatsache, dass man bis auf’s Dach steigen kann!) beherbergen einige Sehenswürdigkeiten, die man hervorragend mit einem Spaziergang durch die Stadt und einem Mittagessen verbinden kann.

        

        

        

        

        

Castro Marim

Die Kleinstadt mit fast 3.300 Einwohnern hat touristisch, außer Burgruinen, nicht viel, dass es zu besichtigen lohnt. Allerdings strahlt dieses kleine Örtchen so unendlich viel Ruhe und Frieden aus, dass ich tatsächlich beschloss, meine letzte Nacht in Faro nicht-kostenfrei zu stornieren und eine weitere Nacht hier zu bleiben, um mein Herz in der Sonne baumeln zu lassen.

        

        

        

Travel on a Budget

Vor und während der Reise ist es so einfach, viel Geld zu sparen. Welche Tricks ich dafür benutze, möchte ich Dir hier vorstellen. Da ich hoffentlich noch viele weitere, wertvolle Ideen kennenlernen werde, verspreche ich, Dich hier auf dem Laufenden zu halten. Kommentiere doch gerne Deine Erfahrungen und Tricks unter diesem Beitrag!

 

1. Flüge und Übernachtungen getrennt voneinander buchen

Wer die Flüge getrennt von der Übernachtung und nicht in einem Reisebüro oder über -veranstalter bucht, spart vorab schon locker mehrere hundert Euro. Dank Flugsuchmaschinen erhält man einen guten Überblick und vergleicht alle Airlines auf einen Klick. Auch nach Gabelflügen sollte man die Augen offen halten, wenn man mehrere Destinationen anfliegen möchte. Für Übernachtungen gibt es ebenfalls Suchmaschinen mit Bestpreis-Garantie. Allerdings sollte man Suchmaschinen auch untereinander vergleichen. So kann es sein, dass das eine Hotel bei Booking.com günstiger ist und das andere auf einer anderen Website.

 

2. Vergleichen, vergleichen, vergleichen!

Sehr zeitintensiv, aber umso wirkungsvoller und kostensenkender ist das Vergleichen. Vergleichen der Flüge, Vergleichen der Unterkünfte, aber auch Vergleichen der Touren oder Restaurants. Je mehr und je öfter man das macht, desto mehr Spaß wird man daran finden – versprochen 🙂

 

3. Reisezeit

Informiere Dich vorab über Ferien und Feiertage – sowohl vor Ort als auch hier in Deutschland. Oft sparts Du die Hälfte, wenn Du außerhalb der Ferien oder Hauptsaisons buchst. Das Meer ist im September immer noch warm, die Sonne scheint auch schon im Mai, Du sparst nicht nur viel Geld, sondern hast das ganze Land fast für Dich alleine. Wer um ein paar Tage flexibel ist, kann sich ebenfalls die günstigsten Flüge herauspicken.

 

4. Früh buchen

Du weißt jetzt schon, dass Du in ein paar Monaten in die Welt möchtest? Dann buche am besten so früh wie möglich. Erst recht, wenn es um interkontinentale Flüge geht. Die Devise, dass Flüge sechs Wochen vor Abflug am günstigsten sind, ist schon lange nicht mehr Realität und wenn Du Dir mit den Übernachtungen zu viel Zeit lässt, sind die besten Zimmer schon weg und Du musst Restepicken.

 

5. Visum

Auch, wenn Du ein Visum beantragen musst, solltest Du das so früh wie möglich tun. Einige Länder lassen sich bei der Freigabe gerne etwas Zeit und die Bearbeitung kann so schon einmal mehrere Wochen dauern. Stehst Du unter Zeitdruck zahlst Du locker auch mal das Dopplete für ein Express-Visum.

 

6. Cookies löschen und Buchung über den Computer

Wie im echten Leben, hinterlassen Cookies sichtbare Spuren – zwar keine Krümel, aber Informationen. Nachdem Du Dich also online ausgiebig über ein Land informiert oder nach Flügen recherchiert hast, solltest Du vor der eigentlichen Buchung Deine Cookies löschen. So können Suchmaschinen Deine Planungen weniger gut nachvollziehen und Du wirst sehen, wie viele Preise oft noch ein wenig sinken. Im Allgemeinen empfehle ich außerdem ausschließlich über den Computer zu buchen. Smartphone-Käufe sind häufig Spontankäufe, weshalb die Preise hier gerne höher angesetzt werden, als über den Computer, den man ja nur anmacht, wenn man die Zeit dazu hat – und so auch Zeit hat, Preise zu verlgeichen.

 

7. Leichtes Gepäck

Informiere Dich im Vorfeld auf der Website Deiner Airline(s), wie viel Handgepäck und Gepäck Du kostenfrei mitnehmen und wie schwer es sein darf. Mittlerweile gibt es hier viele Schwankungen und es kam tatsächlich schon vor, dass mein Handgepäck gewogen wurde ich drauf zahlen musste. Reicht Dir Handgepäck nicht aus, buche Dir vorab einen Koffer dazu. So zahlst Du deutlich weniger als beim Check-In am Flughafen. Seid ihr zu zweit unterwegs, passen ja vielleicht all eure Klamotten in einen großen und zwei Handgepäckkoffer und ihr müsst nur einen Aufgabe-Koffer dazu buchen. In den meisten Ländern und Unterkünften kannst Du vor Ort (lokal) waschen oder waschen lassen, was oft viel günstiger ist, als ein zweiter Koffer.

 

8. ISIC Card

Die International Student Identity Card ist der einzige weltweit anerkannte Nachweis des Studierendenstatus. Aktuell kostet sie € 15,00 im Jahr oder ist kostenfrei über die DKB zu beantragen. Deutschland ist ziemlich hinterher was Studentenrabatte angeht, aber weltweit kannst Du vor allem bei Eintrittskarten und auch beim Shoppen viel Geld sparen.

 

9. Lokale Sim Karte

Um unterwegs immer erreichbar zu sein oder die Möglichkeit zu haben, etwas nachzulesen oder übersetzen zu lassen, kaufe ich mir in – fast – jedem Land eine lokale Sim Karte mit meist so um die 3 GB Datenvolumen. Innerhalb der EU ist das seit Sommer 2017 zum Glück nicht mehr notwendig, aber außerhalb kannst Du so Deiner Mom auch im tiefsten Jungle sagen, dass es Dir gut geht. Kaufe sie am besten nicht direkt am Flughafen, da sie in der Innenstadt oft wesentlich günstiger sind. Vor Ort lässt Du sie Dir vom Verkäufer direkt einsetzen, um sicher zu gehen, dass sie funktioniert und richtig eingestellt ist.

 

10. Reisen vor Ort

Im Urlaub bin ich ein großer Fan von Mietwägen, um so an Orte zu kommen, die Reisebusse nicht anfahren können. Aber nicht immer darfst Du in fremden Ländern auch selber Auto fahren. Wenn ich an so manche Metropolen zurück denke, bin ich auch ganz froh, dort kein Auto fahren zu dürfen. Öffentlicher Nah- und auch Fernverkehr funktioniert im Ausland oft sogar besser als in Deutschland und kostet nur ein Bruchteil von teuren Taxifahrten oder Inlandsflügen. Buchbar sind sie fast immer online und bezahlt wird mit Kreditkarte oder PayPal. Wer nicht öffentlich fahren möchte, der kann auch auf Uber umsteigen.

 

11. Do your research!

Informieren ist die halbe Miete. Reiseführer sind leider nicht tagesaktuell und so ist es auch wichtig, Reiseblogs oder andere Websites zu durchstöbern. Du lernst nicht nur viel über das Land, das Du bereisen wirst und die Kultur oder Sitten, nach denen Du Dich richten solltest, sondern erfährst viele kleine Tricks, die Dir Deinen Aufenthalt angenehmer und günstiger gestalten. Oft gibt es Kombitickets oder Uhrzeiten, zu denen Du weniger zahlst.

 

12. Das Zauberwort: L-O-K-A-L

Lokal essen, lokal schlafen, lokal fahren, lokal einkaufen, lokal touren … lokal ist nicht nur nachhaltiger, sondern auch günstiger. Lokal essen sogar bisher auch immer leckerer! Gerade, wenn es um Essen geht, ist „pauschal“ und „all inclusive“ schon lange out. So hat man die Möglichkeit, jeden Tag neue Restaurants auszuprobieren, sich quer durch das Land zu essen und ist nicht gezwungen, zur Mittags- und Abendszeit zurück im Hotel zu sein. Lokal schlafen ermöglicht es Dir, einen ganz anderen Blickwinkel zu erleben und eröffnet so viele Wege, das Land und seine Einwohner richtig kennenzulernen.

Über diesen Link erhältst Du 30€ Rabatt auf Deine erste Buchung via Airbnb – ohne Kleingedrucktes oder Tricks.

 

13. Zusätzliche Fluggebühren

Warum Flüge über Suchmaschinen oft viel günstiger sind als die direkte Buchung bei der Airline? Ganz einfach: Suchmaschinen verdienen ihr Geld durch all den Schnickschnack, den sie Dir kurz vor Abschluss der Buchung andrehen wollen. Reiserücktrittsversicherung, Zusatzgepäck, Hotels, Sitzplatzreservierung und vieles mehr. Zusätzliches Gepäck ist das Einzige, das ich ab und an mal dazu buche, da es dort günstiger ist, als vor Ort am Flughafen (überprüfen kannst Du das auf der Homepage der jeweiligen Airline). Die Reiserücktrittsversicherung, die euch hier angeboten wird, deckt meist nicht viel ab und lohnt sich in keinem Fall. Wer unsicher ist, was den Antritt der Reise angeht, schließt sie lieber privat und nach seinen jeweiligen Ansprüchen ab. Auch ist eine Sitzplatzreservierung überflüssig. Check‘ Dich online rechtzeitig ein und Du hast die freie Auswahl zwischen (fast) allen Sitzplätzen.

Nachhaltiges Reisen

Auf Reisen nicht mehr als seine Fußabdrücke zu hinterlassen, ist nicht immer ganz einfach, aber in vielen Ländern umso wichtiger. Kaum ein Land dieser Welt hat das Privileg, solch gute Bildungsmöglichkeiten anzubieten, wie wir in Deutschland nutzen können.

Dass Reisen verändert, hört man so oft, dass man manchmal nur noch mit den Augen rollen möchte. Leider muss ich Dir sagen, dass Reisen wirklich verändert. Reisen zeigt Dir neue Blickwinkel, lässt Dich in neue Welten eintauchen und neue Emotionen kennen lernen, von denen Du vorher wirklich nicht wusstest, dass Du sie in Dir trägst. Reisen schafft auch neues Bewusstsein. Bewusstsein für sich, für seine Mitmenschen, für das, was wirklich wichtig ist und auch für die Umwelt. Von all den Orten, die ich besuchen darf und Kulturen, die mir ihre Welt zeigen, möchte ich irgendwann auch einmal meiner Nachwelt nicht nur erzählen und Fotos zeigen können. Ich möche es ihnen zeigen!

All die schönen Orte und Kulturen dieser Erde zu erhalten, ist nur dann möglich, wenn wir gemeinsam daran arbeiten – und wenn es nur Kleinigkeiten sind. Aus diesem Grund versuche ich hier all die Tipps & Tricks aufzulisten, die es Dir einfacher machen, nachhaltig zu reisen. Da die Liste so schnell nicht vollständig sein wird und es immer wieder neue Kleinigkeiten gibt, die man tun kann, freue ich mich sehr über Deine Ideen in den Kommentaren.

Bevor ich es vergesse: Was im Ausland nachhaltig ist, ist es auch hier Zuhause 🙂

1. Sehr einfach, sehr wirkungsvoll: Plastik ist doof.

Das meiste Plastik ist einfach unnötig. Warum werden Bananen oder Orangen nochmals einzeln in Plastik verpackt? Sie haben doch schon eine Schale. Oder warum muss der bereits in Plastik verpackte Apfel nochmal in einer Plastiktüte in den Rucksack gepackt werden? Naja. Ihr wisst ja, worauf ich hinaus will. Natürlich lässt sich der Plastikwahnsinn in vielen Ländern nicht vermeiden, aber er lässt sich zumindest eingrenzen. Nehmt ’ne Juuuute mit in den Urlaub und lasst wenigestens die Plastiktüten weg. Da es gerade in Südostasien oft nur 0.5 L Wasserflaschen oder 5 L (und mehr) Kanister zu kaufen gibt und das Hahnwasser absolut nicht trinkbar ist, habe ich uns zwei Trinkflaschen gekauft, die wir über die Wasserkanister auffüllen können und wenigstens ein bisschen Plastik einsparen. Diese Flaschen sind außerdem faltbar (da ich gerne mit wenig Gepäck reise), auslaufsicher und natürlich BPA frei.

2. Handtücher, Wasser und Strom sparen

Verhaltet euch einfach wie Zuhause auch. Da wascht ihr die Handtücher ja auch nicht jeden Tag, oder? Handtücher aufhängen und nicht auf den Boden legen, beim Zähneputzen und Hände einseifen das Wasser ausmachen und das Handyladekabel aus der Steckdose ziehen, solange ihr es nicht benötigt. Viele Länder haben akuten Wassermangel und das Wasser, das ihr verschwendet, fehlt den Einwohnern in ihrem Alltag. Auch ist die Netzspannung im Ausland selten so stabil wie bei uns in Deutschland. Bevor die Sicherungen also durchbrennen und man sie austauschen muss, lieber das Handy erst nach dem Haareföhnen einstecken oder die Haare einfach lufttrocknen lassen – tut ihnen eh besser. Die Klimaanlage funktioniert übrigens auch, wenn man sie erst einschaltet, sobald man zurück ist. Sie muss nicht all die Stunden leer laufen.

3. Lokal einkaufen und Trinkgeld geben

Bei lokalen Händlern einzukaufen, hat nicht nur den Vorteil, dass man wieder viel Plastik spart, da die Früchte auf dem Markt nicht einzeln verpackt sind, sondern man unterstützt auch die Einwohner des Landes, sodass diese sich ihre Lebensgrundlage sichern können. Außerdem kommt das jeweilige Produkt nicht vom anderen Ende der Welt, sondern hat nur wenige Meter Transportweg hinter sich. Ein weiterer wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang: Trinkgeld geben. Auch das dient ihnen zur Sicherung der Lebensgrundlage für sich und ihre Familie. Uns tut € 1,00 weniger in der Reisekasse sicherlich nicht weh, aber in anderen Ländern ist das oft fast ein Tageslohn. Allerdings gibt es auch Länder, in denen das Trinkgeld schon als Service- oder Touristen-Fee auf die Gesamtsumme aufgeschlagen wurde, bzw. Trinkgeld geben sogar unhöflich ist. An dieser Stelle tritt Punkt #10 in Kraft 🙂

4. Tierquälerei und Touriprogramm vermeiden

Ein Thema, das mir wirklich am Herzen liegt, sind Attraktionen wie Elefanten reiten, Tiger streicheln oder Selfies mit Koalabären machen. Diese sind IMMER mit Folter und unfassbarer Tierquälerei verbunden – egal, was euch erzählt wird! Über diese Themen könnt ihr euch im Einzelnen auf vielen Seiten im Internet informieren. Lerne nein zu sagen! Auch, wenn das kleine Mädchen noch so niedlich und bedürftig aussieht, das vor Dir steht und den Affen für Dich tanzen lässt. Du alleine bestimmst über Deine Taten und, ob Du – eigens für Touristen gegründete – unmoralische und fragwürdige Attraktionen unterstützen möchtest. Du liebst Tiere und verbringst gerne Zeit mit ihnen? Dann besuche doch lieber eine Elefanten-Aufpeppel-Station in Thailand, als auf ihnen zu reiten.

5. Strohhalme und Plastikbesteck

Tatsächlich gehören Einweg-Strohhalme und -Plastikbesteck zu den unnötigsten Erfindungen der Welt. Oke, das war zu hart. Aber sie sind beide wirklich umweltverschmutzend. Die Lebensdauer beträgt, je nach Essgeschwindigkeit, etwa 10 Minuten und der Verschmutzungsgrad, den sie den Meeren antun, ist damit sicherlich nicht aufzuwiegen. Bei mir immer im Handgepäck: Göffer. Eine Gabel-Löffel-Messer-Kombination, die ursprünglich das Campen erleichtern sollte. Aber auch für unterwegs ist es der beste – immer wieder verwendbare – Begleiter.

6. Qualität statt Quantität

Es muss nun wirklich kein 0,50 ct T-Shirt von Primemark sein und genauso wenig das überteuerte „I ♥ Mallorca“-Shirt vom Billigtourischuppen am Strand. Nach zwei Mal waschen sind sie beide eh kaputt. Wer ein nachhaltiges Mitbringsel aus dem Urlaub haben möchte, sollte lieber dem Schneider um die Ecke einen Besuch abstatten. Hier bleibt das Geld auch bei dem, der die Arbeit hat und muss nicht an Ramsch-Imperien weiter gereicht werden. So hat der handgewebte Schal aus einem balinesischen Ureinwohnerdorf nicht nur Zukunft, sondern erzählt auch eine wundervolle Geschichte, die man täglich bei sich tragen darf.

7. Nahverkehr oder das gute alte Fahrrad

Es muss nicht für jede Strecke das Taxi, der Scooter oder ein Uber sein. Oftmals ist man mit einer Tram oder U-Bahn sogar schneller, und natürlich auch deutlich günstiger, in Metropolen unterwegs. Wenn man ein bisschen Zeit mitbringt, kann es auch sehr schön und entspannend sein, sich Fahrräder zu leihen und die Gegend damit zu erkunden. Natürlich kann man selten auf das umweltschädlichste Fahrzeug verzichten – das Flugzeug. Aber auch hier kann man einen kleinen Beitrag zur Umwelt leisten: Man kann mittlerweile fast überall seine CO2 Emissionen ausgleichen. Diese werden von verschiedenen Organisationen ausgerechnet und können in Euro-Spenden an Umweltorganisationen zumindest ein wenig kompensiert werden. Übrigens bieten auch viele Busse und andere Transportmittel diesen Ausgleich an.

8. Zeitalter der Digitalität nutzen

Heutzutage haben wir eines immer bei uns: das Smartphone. All die Flugtickets vom Online-Checkin oder Hotelbuchungsbestätigungen muss man wirklich nicht mehr ausdrucken, sondern kann die PDF auf seinem Smartphone speichern. Wer sichergehen will, vor Ort an seine Buchungsbestätigungen zu kommen und Angst hat, die E-Mail könnte verloren gehen oder der Akku leer, speichert diese zusätzlich in der privaten Dropbox ab und hat so von überall Zugriff darauf. Google Maps bietet außerdem die kostenlose Funktion an, Karten offline zu speichern. Wer das angereiste Land vorab in Deutschland offline speichert, muss keine haptische Karte mitnehmen. All das spart nicht nur Papier, sondern auch Gepäck.

9. Vorbild sein

Wie oft ich im Ausland schon schief angeguckt wurde, als ich die Plastiktüte beim Einkaufen verneint habe, kann ich kaum noch zählen. Vielerorts wissen die Menschen, aufgrund fehlender Bildung, einfach nicht, was Umweltverschmutzung bedeutet. Also heißt es hier: Vorbild sein und Aufklären so oft es geht, in der Hoffnung, man kann auch nur die kleinste Veränderung bewirken.

10. Informier Dich!

Auch beim Thema Nachhaltigkeit ist die oberste Priorität, sich zu informieren. Hat das Land aktuell Wassermangel? Solltest Du auf unnötigen Strom verzichten? Wie sieht die allgemeine Lage aus? Das Beantworten all solcher Fragen hilft Dir, das Land vor Ort zu unterstützen, die Umwelt zu schonen und den Einwohnern den Alltag nicht unnötig schwer zu machen.

11. Speziellen Müll wieder mit nach Hause nehmen

In wenigen Ländern wird Müll so gut recycelt, wie in Deutschland. Aus diesem Grund solltest Du speziellen Müll, wie Batterien, einfach wieder mit nach Hause nehmen und hier entsorgen. Auch Verpackungsmüll, den Du vor der Reise schon hast, kannst Du vor Antritt schon im Gelben Sack entsorgen und nimmst ihn so erst gar nicht mit.

Kanarische Inseln

Zu welchem Land gehören eigentlich die Kanarischen Inseln? Politisch gesehen gehören sie zu Spanien, geographisch allerdings zu Afrika und wenn man es ganz genau nimmt, gehören sie biogeographisch zu Makaronesien („gesegnete, glückliche Inseln“), zu dem auch Inselgruppen wie die Kapverden oder die Azoren gehören. Die Kanaren bestehen insgesamt aus sieben Hauptinseln und sechs Nebeninseln – allesamt sind sie vulkanischen Ursprungs und entweder erst kürzlich erloschen oder bis heute noch aktiv. Die ältesten Inseln sind Fuerteventura und Lanzarote, die einst sogar nur eine Insel waren.

Da die Kanaren politisch zu Spanien gehören, kann man sowohl mit dem Personalausweis einreisen als auch kostenlos (je nach Vertrag) mit seinem Handy telefonieren und surfen.

Bekannt unter den „Inseln des ewigen Frühlings“, würde ich sie heutzutage umtaufen in die „Inseln des ewigen Sommers“. Seit etwa drei Jahren leiden die Kanaren unter einer Dürre und Temperaturen von teilweise über 50° Grad. (Dear Mr. Trump, there IS something like climate warming!)

        

Über Silvester und bis Mitte Januar fliege ich nach Gran Canaria, Lanzarote und fahre spontan mit der Fähre nach Fuerteventura. Da ich gerne flexibel und unabhängig bin, habe ich mir für jede Insel einen Mietwagen gebucht. Für meinenTagesausflug nach Fuerteventura nehme ich das Auto auf der Fähre mit – allerdings muss man das vorher mit seiner Mietwagengesellschaft abklären, da sonst unter Umständen die Versicherung unwirksam wird. Ein kurzer Anruf bei meinem Anbieter Cicar und die Überfahrt wird kostenfrei dazu gebucht. Von Gran Canaria nach Lanzarote nehme ich die kleine Propellermaschine, die mehrmals am Tag von Insel zu Insel fliegt.

Gran Canaria

Keinen Kilometer kann man auf Gran Canaria zurücklegen, ohne nicht wenigstens 20 Fahrradfahrern und 15 Joggern zu begegnen. Unterscheiden, ob es Kanarios oder Touristen sind, kann man wirklich nicht. Die Menschen auf dieser Insel scheinen unglaublich sportlich zu sein. Auch kann man kaum Kilometer zurück legen, ohne nicht an mindestens fünf riesen großen Einkaufszentren vorbei zu fahren. Eine Einkaufsmeile, wie wir sie in Deutschland kennen (und lieben), gibt es hier nirgends. Verständlich, wenn man bedenkt, dass es von April bis November 2017 nicht unter 42° Grad heiß war und die Einkaufszentren gut klimatisiert werden.

        

Wer, wie ich, Silvester auf einer der Inseln verbringt, der sollte wissen, dass die Insulaner das Fest sehr ernst nehmen. Fast alle Restaurants haben für diesen Abend geschlossen und die Gastronomen verbringen den Abend im Kreise der Familie. Auch der 01. Januar ist Feiertag, weshalb alles nördlich Maspalomas‘ wie ausgestorben ist.

Mit meinem kleinen Fiat 500 plane ich zwei Tagestouren über die Insel. Die erste Tour ist etwa 200 km lang, dauert trotzdem – mit vielen Foto- und Essenspausen – den ganzen Tag, da die serpentinenartigen Straßen nicht schneller als mit 30 km/h befahren werden können. Je weiter ich den Vulkan hoch fahre, desto deutlicher wird, dass Gran Canaria mehrere Klimazonen hat. Im Süden strahlt die Sonne und man kann in Badesachen am Strand liegen, während man im Outback Pullover und Softshell einpacken sollte, um dem Wind zu trotzen.

Von Agüimes aus fahre ich durch Santa Lucia nach San Bartolomé de Tirajana. Das Dorf ist umgeben von den höchsten Bergen der Insel und ganz in der Nähe des berühmten Roque Nublo. Von dessen Parkplatz aus mache ich mich auf die zweistündige Wanderung zu Gran Canarias Wahrzeichen. Wer nicht so viele Fotopausen einlegt, nicht auch abseits des Weges etwas klettert oder am Ziel nicht so lange den Ausblick genießt, schafft den Weg auch in der Hälfte der Zeit. Ich rate dazu, morgens / vormittags zu kommen, da ich die Wanderung und den Roque Nublo fast für mich alleine hatte und auf dem Rückweg schon die Touristenbusse Schlange standen.

        

Die Wanderung und die Umgebung des Roque Nublo ist absolut traumhaft und mein Lieblingsort der Insel. Ihr solltet also Zeit mitbringen, um diesen Ort und den Ausblick auch zu Genüge genießen zu können.

        

Mein nächster Halt ist der Pico de las Nieves, mit 1.949 m der höchste Punkt der Insel und die Spitze des heute erloschenen Vulkans, aus dem die Insel besteht.

Der Aussichtspunkt Degollada de Becerra bietet das wohl bekannteste Panorama der Insel. Von hier aus fahre ich nach Tejeda, einem wirklich schönen, kleinen Dorf, das Ausgangspunkt für viele Wanderungen ist. Ein Restaurant reiht sich an das nächste und so beschließe ich, hier meine Mittagspause zu verbringen. Den Tag beende ich mit der landschaftlich traumhaften Fahrt von Tejeda nach Maspalomas und dem Überwinden des dort aufgefangenen Kulturschocks in Meloneras.  Die Düne von Maspalomas ist ganz nett und nicht ganz so schrecklich überlaufen, wie ich es mir vorgestellt habe. Trotz allem, ist Maspalomas mein wahrgewordener Albtraum. So in etwa stelle ich mir die Schinkenstraße auf Malle vor. Schnell weg!

Meine zweite Tagestour, mit einer Länge von ca. 250 km, führt mich von Puerto de Mogan in die Region Artenara. Das Höhlendorf Acusa Seca (bei Kilometer 12,3 der GC-210) wurde bereits von Ureinwohnern Gran Canarias bewohnt und ist es auch heute noch. Neben Wohnhäusern befinden sich hier Getreidespeicher und auch Grabkammern. Der Blick ist atemberaubend schön und da die Fahrt dorthin nicht ganz ungefährlich ist, hat man auch hier seine Ruhe vor Reisebussen, die die Straße nicht befahren können.

        

        

Die Stauseen im Gebirge sind aufgrund der letzten Jahre leider so gut wie ausgetrocknet und kaum mehr vorhanden. Traurig, wenn man sieht, wie hoch hier Jahrhunderte lang der Wasserstand stand, der das Umland versorgen muss, und jetzt lediglich noch eine kleine Pfütze zu erahnen ist.

        

Meine Tour führt mich über Teror, auf den Pinos de Galdar, der einen großartigen Blick auf die umliegenden Kieferwälder bietet (Wie ihr seht, ich liebe Aussichtspunkte.), zur Hochebene Vega de Acusa.  Die Strecke von La Aldea de San Nicolas, durch Mogan, zurück nach Puerto de Mogan, ist so schmal und kurvig, dass auch hier keine Busse fahren können und dürfen. Die Fahrt bietet wieder fantastische Ausblicke, die sich hinter jeder Kurve selber übertreffen.

Bevor ich mich selber ausgiebig mit der Insel beschäftigte und dann auch selber vor Ort war, war Gran Canaria für mich eine weniger attraktive Deutschland-Touristen-Insel. Doch hat diese kleine Insel so viel mehr zu bieten, als nur den Strand von Maspalomas! Faszinierende und vielfältige Landschaftsbilder warten nur darauf bewandert zu werden.

Lanzarote

Am 01. Januar lande ich auf Lanzarote und wie erwartet, ist Arrecife, die Hauptstadt der Insel, auch hier wie ausgestorben. Aber das ist nicht weiter schlimm: Die Sonne scheint, ich spaziere durch die menschenleere Stadt, hinauf in den 17. Stock des Grand Hotels am Stadtstrand und genießen die Ruhe. Lanzarote verspricht deutlich ruhiger und entspannter zu werden, als Gran Canaria.

        

        

Man sagt, der schönste Strand der Insel sei der Playa del Papagayo und davon will ich mich selber überzeugen. Ich bin froh einen Mietwagen (mit Unterbodenversicherung) zu haben, denn weder öffentliche Verkehrsmittel noch Taxen fahren diesen Strand aufgrund des sehr steinigen und löchrichgen Anfahrtswegs an. Also entweder hat man einen Mietwagen oder man darf die 5 km zu Fuß in der brennenden Sonne laufen. Mit dem Auto zahlt man € 3,00 Wegzoll. Der Strand ist wirklich schön, sehr sauber und aufgrund der Anfahrt ganz und gar nicht überfüllt. Ein kleines Restaurant gibt es auch. Der gesamte Strandabschnitt besteht aus acht Stränden und ist seit einigen Jahren Monumento Natural de Ajaches, weshalb die Straße – Gott sei Dank – so belassen wird, wie sie ist. Mein liebster dieser Strände ist der Playa de Mujeres. Hier ist es aufgrund der Breite des Strandes noch ruhiger und entspannter.

        

Der Playa de Famara in der gleichnamigen Stadt Caleta de Famara ist perfekt für Wassersport, allerdings ist Schwimmen hier aufgrund der starken Unterströmung verboten. Entsprechend windig ist es auch am Strand, weshalb man sich hinter kleinen Sandhaufen schützen und die Handtücher mit Steinen beschweren sollte.

        

Den Sonnenuntergang genieße ich bei Meeresrauschen in El Golfo. Das kleine Dörchen besteht quasi nur aus Restaurants und die Häuser sind nahezu alles Ferienhäuser.

        

        

Wo man auch ist, ist César Manrique – der Maler, Architekt, Bildhauer und Umweltschützer, der Lanzarote und seine Sehenswürdigkeiten geprägt und kreiert hat. Zu seinen Meisterwerken gehört unter anderem die Jameos del Agua. Der Lavatunnel diente einst als Müllhalde und wurde von César Manrique zu einem Kunstwerk umgebaut, das nun auch ganz seltene Albinokrebse beheimatet, die ansonsten nur in über 2.000 m Tiefe zu erahnen sind. Angebaut ist ein kleines Museum über die Geschichte der Vulkane und der Kanarischen Inseln. Tagsüber ist das Ganze schon wirklich schön anzusehen, doch ich kaufe Karten für ein mehrgängiges Dinner bei Nacht, gefolgt von einem Konzert in den klangstarken Hallen des Lavatunnels. Klingt nicht nur unfassbar schön, sondern war es auch. Das Essen war super lecker und konnte am Vorabend noch auf individuelle Wünsche angepasst werden. Nach dem etwa zweistündigen Essen, bleibt genügend Zeit, die mit Licht in Szene gesetzten Höhlen und das Museum auf eigene Faust zu erkunden. Wir sind etwa 30 Personen, verteilt auf das ganze Gelände. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie traumhaft dieser Abend war.

        

        

        

Ein weiteres Werk des Künstlers César Manrique ist der Jardin de Cactus, ein großer Kakteengarten, der in einen offenen Steinbruch hinein gepflanzt wurde. Das kleine Restaurant bietet Speisen und Getränke und die Idylle lädt zum Verweilen ein. Über 7.200 Pflanzen kann man hier bestaunen.

        

        

Auf den Spuren César Manriques führt mich der Weg ganz in den Norden Lanzarotes auf den Mirador del Rio, von dem aus man auf 475 m Höhe einen guten Blick auf die Nachbarinsel La Graciosa hat. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Kombitickets für einige Sehenswürdigkeiten zu kaufen. Dies lohn sich allerdings nicht immer und sollte vorher einmal berechnet werden. Ich hätte beispielsweise € 8,00 drauf gezahlt, hätte ich ein Kombiticket gekauft.

Die Cueva de los Verdes ist ebenfalls ein Lavatunnel, der beim Ausbruch des Montaña Corona geformt wurde. Das Innere ist ausgebaut zu einem Rundgang, der in der Mitte zu einem Veranstaltungsgemäuer führt, in dem regelmäßig klassische Konzerte stattfinden. Die Führung ist ganz nett und findet ihren Höhepunkt bei einer optischen Täuschung – aber mehr soll nicht verraten werden.

        

        

Lanzarote ist bekannt für seinen Wein. Allerdings wird der hier nicht, wie bei uns in Deutschland auf Weinbergen angebaut, sondern in durch Steinmauern geschützten Löchern. Die Weinlandschaft ähnelt einer verkraterten Mondlandschaft, an der man sich nicht satt sehen möchte.

        

Im Nationalpark Timanfaya, der auch Montañas del Fuego genannt wird, fühlt man sich dann endgültig in eine andere Welt versetzt. Wandern ist hier strinkt verboten und durch den Park kann man nur mit einer geführten Bustour. Absolut verständlich, wenn man bedenkt, dass die Erde hier so heiß ist, dass nicht nur die Schuhsohlen schmilzen können. Wenige Meter unter der Erde, ist es bereits so heiß, dass Stroh direkt anfängt zu brennen oder man sein Essen problemlos mit dieser Hitze grillen kann.

        

        

Es empfiehlt sich wirklich, direkt um 9.00 Uhr am Park zu sein, da man ansonsten sehr lange warten muss. Im Bus würde ich mich in Fahrtrichtung rechts setzen, da hier ein kleines bisschen bessere Sicht ist. Den Eintritt kann man nur bar entrichten und es gibt auch keinen Geldautomaten in Laufnähe. Folgt man bei Ausfahrt der Straße ein kleines bisschen weiter, so kommt man an das Informationszentrum des Parks. Ein wirklich sehr informativer Aufenthalt, auch wenn das Gebäude ein bisschen in die Jahre gekommen ist.

        

Ein weiterer Nationalfeiertag auf den Kanaren sind die Heiligen drei Könige (06. Januar). Dieses Fest ist den Insulanern wichtiger als Weihnachten. Wenn man Glück hat, kann man an einer der Paraden ihnen zu Ehren teilhaben. Als Weihnachtsmänner verkleidet tanzen Menschen, gefolgt von Konfetti- und Bonbonkanonen, überdimensional großen Comicfiguren und selbstverständlich den Heiligen Königen, die auf Dromedaren reiten, durch die Straßen. Nach der Parade versammelt sich das Dorf auf dem Dorfplatz, wo die Heiligen Könige an die Kinder Süßigkeitentüten verteilen. Sehr amüsant zu beobachten! Die Paraden finden meist am 05. Januar statt und zum Frühtück des 06. Januars gibt es ganz besondere Leckereien …

        

        

        

Von diesen drei Inseln hat mir Lanzarote am besten gefallen. Die Menschen wirken ausgeglichen und glücklich, lachen viel und sind sehr herzlich. Der Tourismus hat hier noch nicht so viel Unruhe reingebracht, wie auf Gran Canaria. Lanzarote bietet auch einige Wanderwege, die aber vermutlich nicht ganz so beeindruckend sind, wie Gran Canarias Hochland.

Fuerteventura

Die Tickets für die Fähre nach Fuerteventura kaufe ich ganz entspannt morgens am Hafen von Playa Blanca. Hierzu benötige ich meinen Pass (oder Personalausweis) und das Kennzeichen des Autos. Auch die Rückfahrt muss ich im Vorfeld festlegen – eine Umbuchung ist zwar möglich, aber in meinem Fall war die spätere Fähre schon ausgebucht. Um 9.00 Uhr geht es also mit der ersten Fähre des Anbieters Armes in 35 Minuten Fahrt auf die Insel und um 18.00 Uhr wieder zurück nach Lanzarote.

Schon bei der Ankunft fällt mir auf, dass Fuerteventura deutlich schmutziger ist als Lanzarote und überall kleinere Müllhaufen am Straßenrand herumgeweht werden.

        

Meine Tour führt mich zuerst nach Betancuria. Im 16. Jahrhundert wurde die Stadt von Piraten zerstört und musste von den Anwohnern neu aufgebaut werden. Heute ist sie die historischste und schönste Stadt der Insel.

Entlang des Vego de Rias Palmas gelange ich zum Mirador las Peñitas, von dem aus ich den Blick auf das Tal der tausend Palmen genieße. Tausend Palmen sind es zwar mit Sicherheit nicht, aber der grüne Fleck in mitten der Wüstenlandschaft ist hübsch anzusehen.

        

Fährt man die Straße noch ein kleines Stück weiter, erreicht man den nächsten Aussichtspunkt: Mirador del Risco de las Peñas. Vom Parkplatz aus kann man eine kleine Wanderung an die Klippe machen, um so einen fantastischen Blick bis hin zur Küste zu genießen.

        

Über Pájara, auf ein Mittagessen an der Küste von El Cotillo, fahre ich in Fuerteventuras Nationalpark und seinen Dünenlandschaften. Die Küsten sind gefüllt von Kites und Surfern. Bei dem Wind ist es das absolute Paradies für diese Art von Wassersport! Die Dünen sind weitaus Größer als die auf Gran Canaria und die Stimmung deutlich entspannter. Der Wind pfeift den Sand um die Ohren und verwandelt die Wellen in lautes Rauschen.

        

        

Die letzten 1.5 Stunden, bevor die Fähre ablegt, versuche ich mir in Corralejo zu vertreiben. Allerdings gestaltet sich das Vorhaben als schier unmöglich. Kein Café hat geöffnet, die Städte der Insel sind wie ausgestorben, es ist zu windig, um am Strand zu liegen und surfen kann ich leider auch nicht. Für Surfer oder Kiter muss es das absolute Paradies sein, aber wer kein Strandwetter hat, kann auf Fuerteventura neben ein paar historischen Mühlen (jedes kleinste Dorf wirbt mit seinen eigenen … ) nicht sehr viel erleben und wird merken, dass ein paar Stunden völlig ausreichen.

Meine Welt

Oft werde ich gefragt: „Sag mal, wo kommst Du eigentlich her?“ Und meine Antwort ist jedes Mal: „Aus der Welt.“

Naja. So genau kann ich einfach nicht sagen, woher ich komme. Meiner Meinung nach ist Herkunft ein Gefühl und kein Ort. Ich fühle mich am Glücklichsten, je mehr ich über die Welt und ihre Bürger erfahren und sie kennenlernen darf. Ich empfinde es als ein unglaubliches Privileg, in Deutschland geboren und aufgewachsen zu sein und auch hier meine Homebase zu haben, von der aus ich all meine Abenteuer beginne, aber zugehörig fühle ich mich der ganzen Welt.

Herzlich willkommen in meiner Welt, herzlich willkommen auf meiner Reise!

Lissabon, Portugal

Die Vielfalt der Geschichte Lissabons spiegelt sich nicht nur in der Meeresoberfläche, sondern auch in den Menschen und der Architektur wider. Gut die Hälfte der 500.000 Einwohner, sind keine Portugiesen. Schwarz und weiß werden zu bunt, arm und reich verschmilzen quasi ineinander und ich kann mir keinen passenderen Ort vorstellen, an dem die melancholisch-theatralische Fado Musik ihren Ursprung haben könnte. Dass die Hauptstadt Portugals auf sieben Hügeln erbaut wurde, merkt man unausweichlich, sobald man einfach nur „gemütlich durch die Stadt bummeln“ oder mit einer der vielen Trams einen Ausflug machen möchte. Nachdem 1755 das Zentrum Lissabons, die Baixa, durch ein Erdbeben zerstört wurde, hat man dort nicht nur die Bauweise verändert und das Viertel schachbrettartig angepasst, sondern auch die Straßen verbreitert und große, prachtvolle Plätze angelegt. Dies wird deutlich, wenn man aus der Alfama, dem ursprüglichsten Stadtteil, einen Spaziergang durch die Baixa ans Meer macht. Kleine, verwinkelte Gassen, durch die kaum zwei Menschen nebeneinander passen, mit Häusern, von denen charmant der Putz bröckelt, werden zu weiten, neoklassizistisch vergoldeten Prunkbauten und weißen Höfen. Typisch für die Stadt sind ihre mit bunten Kacheln wunderschön verzierten Häuser – die Azulejos.

        

In diesem Beitrag stelle ich euch meine Top 9 Aktivitäten in Lissabon vor. Eine Stadt, die wahrlich mein Herz erobert hat. Wir waren über Pfingsten hier – meine liebste Reisezeit, da die meisten schon im Skiurlaub waren oder den Sommer im Ausland verbringen, hat man das Land fast für sich alleine. Via Airbnb durften wir im Herzen der Alfama schlafen und das Flair hautnah miterleben. Wer sich in Metropolen in teure Hotels einbucht, um in der Innenstadt zu sein, ist selber schuld 🙂 Leider sind mir einige Fotos aus Lissabon abhanden gekommen, aber da ich mit Sicherheit nicht das letzte Mal hier sein werde, verspreche ich Dir, sie nachzureichen.

9. Elevador de Santa Justa

Der 1902 erbaute und 45 m hohe Elevador de Santa Justa verbindet die Innenstadt Baixa mit dem höher gelegenen Stadtteil Chiado. In der Mittagsonne stehen sich die Touristen die Beine in den Bauch und man darf mit sehr langen Wartezeiten rechnen. So gilt: nicht zu spät aufstehen und nach dem Frühstück direkt dorthin. Die Fahrt an sich ist nicht unbedingt spektakulär, da man die Plattform ebenso über Chiado – kostenlos – erreichen kann, aber der Blick ist wunderschön. Die leise vor sich hin dudelne Fado Musik begleitet die kurze Fahrt nach oben. Mein Tipp: Kauft euch ein Tagestickt für die öffentlichen Verkehrsmittel (ca. € 6,00). Dieses ist 24h ab dem ersten Stempeln gültig – auch für alle Aufzüge der Stadt und die historische Tram 28. Spart Geld und Zeit.

        

8. Street Art

Auch Lissabons Häuserwände spiegeln die Vielfalt und das Leben wider. Die Street Art Szene ist eine ganz besondere! Alles, was Fläche bietet, wird kurzerhand bunt. So bunt, dass eigene Stadttouren zu ehren der Street Art Szene angeboten werden. Doch auch ohne Tour, entdeckt man ein Kunstwerk nach dem anderen.

        

        

7. Castelo de São Jorge

Die Burg wurde vor dem 11. Jahrhundert erbaut und ebenfalls bei dem großen Erdbeben 1755 weitesgehend zerstört. Dennoch ist der Ausblick über die Stadt und ihre rot-braunen Dächer unbezahlbar und den Aufstieg (und die € 8,00 Eintritt) wert.

        

        

        

6. Tram 28

Eine Fahrt mit der historischen Tram 28 wird nicht ohne Grund in jedem Reiseführer empfohlen. Etwa 45 Minuten lang dauert die Fahrt von einer Endstation zur anderen. Quietschend schlängelt sie sich nur wenige Zentimeter von der Fassade entfernt durch die hügelige Stadt und ermöglicht eine schöne Rundfahrt durch die verschiedenen Stadtviertel. Auch hier gilt: früh aufstehen oder in der prallen Sonne Schlage stehen. Die Fahrt ist mit dem Tagesticket ebenfalls kostenlos.

5. Miradouro-Hopping

„Miradouro“ bedeutet Aussichtspunkt und von denen hat die Stadt einige zu bieten. So kann man sich vielerorts nach anstrengenden Aufstiegen mit einem kalten, frisch gepressten O-Saft oder Ausblicken von den unterschiedlichsten Winkeln der Stadt belohnen.

        

        

4. Miradouro São Pedro de Alcântara

Zweifelsohne der schönste Aussichtspunkt ist der Miradouro São Pedro de Alcântara. Von diesem zweistufig angelegten Platz hat man einen wahnsinns Blick auf das Castelo de São Jorge und die Stadt mit allen ihren Stadtteilen. Bei unserem Besuch eröffnete gerade ein Handwerkskunstmarkt mit vielen, lokalen Leckereien und handgefertigten Schmuckstücken. Auch Künstler tummeln sich hier und wir kamen nicht umher, uns ein Kunstwerk für Zuhause mitzunehmen.

        

3. Wander around to get lost

In keiner anderen Stadt der Welt haben wir uns bewusst so gerne und oft verlaufen, wie in Lissabon. Hinter jeder Ecke entdeckt man neue Schätze, herzlichste Gastfreundschaft, atemberaubende Ausblicke oder gutes Essen. Und hinter jeder Ecke ist ein kleines Stück meines Herzens verloren gegangen. Lissabon, ich komme wieder!

        

        

2. Essen! Essen! Essen!

Natürlich … wie könnte es auch anders sein, wenn ich mich in eine Stadt verliebe? Es geht um Essen. Portugal liegt aktuell auf meinem Platz #1 der Länder des guten Geschmacks (Sorry, Italien!). Ich bin – noch – wirklich kein großer Fan von Fisch oder Meeresfrüchten, aber sogar ich habe mich in den fangfrischen Lachs verliebt. Oder die frischen Früchte. Oder das gute Fleisch. Oder … naja … probiert einfach selbst. Dadurch, dass vieles vor Ort angebaut und gezüchtet wird, fallen auch die ganzen Importkosten weg und am Ende des Tages ist in der Reisekasse noch mehr Geld für … naja … Essen.

        

        

1. Lisboa Tu & Eu

Wo wir gerade beim Essen sind, darf auch unser bisher absolut bester Restaurantbesuch of all time – und was die deutsche Sprache sonst noch so für Superlative hergibt – nicht fehlen: Das Lisboa Tu & Eu. Unser Airbnb Host Kleber legte es uns direkt bei Anreise ans Herz. Ein klitzekleines Restaurant mit Platz für etwa 10 Gäste, das man im Vorbeilaufen übersehen würde, wenn es aus der Küche nicht so herrlich duften würde. Geführt wird das Lokal von einer kleinen, alten Dame, die nach dem Tod ihres geliebten Mannes das Umland verlassen hatte, um in der großen Stadt einen neuen Lebenssinn zu finden und sich über den schmerzlichen Verlust hinweg zu trösten. In dem sie täglich vielen Menschen glückliche Gesichter und volle Mägen zaubert, hat auch sie ihr hinreißendes Lächeln wieder gefunden. Die Wand des Restaurants ist das Gästebuch. Es erzählt von vielen Geschichten und magischen Begegnungen. Und so konnten auch wir es uns nicht nehmen lassen, uns zu verewigen. Gerührt von unserem „Eintrag“ holte sie ihren Kellner, um ihn ihm zu zeigen. Der machte große Augen, als er unsere Namen las und holte lachen sein iPad … sein Lieblingsmusiker: der Lateinamerikaner Mike Bahia. So lief für den Rest des Abends seine Mike-Bahia-Playlist rauf und runter und wir haben seitdem unseren eigenen Soundtrack.

        

        

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