Namibia: Städte und Sehenswürdigkeiten

Wie und warum ich mich in Namibia verliebt habe und was eigentlich meine Geschichte mit Namibia ist, habe ich hier versucht in Worte zu fassen.
Um euch eine Reise nach und durch Namibia so einfach wie möglich zu gestalten, update ich allgemeine Tipps und Tricks für Namibia ebenfalls regelmäßig. Fragen, die darüber hinaus gehen, werde ich sehr gerne versuchen zu beantworten und dann ebenfalls (anonym) in diesem Post veröffentlichen.

In diesem Bericht erzähle ich euch ein bisschen Allgemeines über Namibia. Die einzelnen Orte oder Städte findet ihr nochmal separat im Inhaltsverzeichnis gelistet. Wie immer gilt: Ich freue mich über Fragen und Kommentare 🙂 Meine längeren Roadtrips möchte ich Dir in eigenen Post vorstellen, damit alles einigermaßen übersichtlich bleibt.

Allgemein

Namibia beheimatet etwa 2,2 Mio Menschen. Das sind deutlich weniger Einwohner als Berlin hat und das auf einer Gesamtfläche von knapp 830.000 km², also etwa zweieinhalb Mal so groß wie Deutschland. Mit einer Bevölkerungsdichte von 2,82 Einwohnern pro km² ist Namibia das am dünn besiedelste Land der Welt – nach der Mongolei.

Bis zu zwölf verschiedene Völker und Kulturen sind in Namibia einheimisch. Manche schon seit Anbeginn ihrer Ethnogenese, andere wiederum haben sich erst mit der Zeit angesiedelt. Die größte Bevölkerungsgruppe, mit etwa 50% Anteil an der Gesamtbevölkerung, sind die Ovambo, die ursprünglich aus dem nördlichen Teil des Landes stammen. Die anderen 50% bestehen aus Damara, Herero, Himba, Caprivier, San, Nama, Kavango, Coloureds, Rehoboter Baster und die weiße Bevölkerung – bestehend aus hauptsächlich Deutschen, die allerdings nur 6% der Gesamtbevölkerung ausmachen.

Von 1884 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs (1915) hieß Namibia Deutsch-Südwestafrika und litt unter den deutschen Kolonialherrschern. So sind die deutschen Kolonialherren unter anderem für den ersten Genozid des 20. Jahrhunderts (an den Herero und Nama) verantwortlich. Weitere 70 Jahre musste sich Namibia als UN-Territorium durchschlagen, bis es 1990 endlich durch starken internationalen Druck seine Unabhängigkeit von Südafrika und seinen heutigen Namen erlangte. Bis heute haben viele Straßen deutsche Namen, es gibt ein Oktoberfest, Karneval und auch die Essiggurken aus Thüringen kann man im Spar um die Ecke einkaufen. Bisschen verrückt, aber man gewöhnt sich doch recht schnell daran – schließlich fühlt es sich irgendwie an wie Zuhause. In Windhoek und Swakopmund zumindest. Reist man noch weiter in den Norden oder in den Süden des Landes, ist es auch ganz schnell vorbei mit Schwarzwälderkirschtorte und Birkenstocks. Windhoek ist nicht nur die Hauptstadt des Landes, sondern auch die Größte. Rundu, im Norden des Landes an der Grenze zu Angola, ist die zweitgrößte Stadt Namibias.

Aktuell belegt Namibia Platz 130 von 189 Staaten weltweit im Human Development Index. Seit der Unabhängigkeit hat das Land große Fortschritte gemacht, um die Armut zu bekämpfen, jedoch sind in kaum einem Land der Welt Reichtum und Armut so ungleich verteilt wie hier.

Die Währung in Namibia ist der Namibia-Dollar (NAD), allerdings kann auch überall mit südafrikanischen Rand (ZAR) bezahlt werden und sogar die Geldautomaten spucken öfter mal Rand aus – das ist völlig normal.

Offizielle Amtssprache ist Englisch, aber – wie bereits erwähnt – ist Deutsch weit verbreitet. Daneben werden noch Sprachen wie Afrikaans, Oshivambo, Otjiherero, Khoekhoegowab und viele weitere lokale Dialekte und Sprachen gesprochen.

Namibia ist zeitlich eine Stunde vor Deutschland und somit in der Zeitzone UTC + 2.

Um Dir neben all den schönen Eindrücken meiner Namibiareisen auch die ein oder andere nützliche Information mit an die Hand zu geben, habe ich Dir die Folgenden aufgeschrieben. Wenn Du darüber hinaus noch Fragen hast, lass es mich gerne in den Kommentaren wissen!

Touristenvisum vor Ort verlängern

Offiziell darf man zwar 90 Tage pro Jahr (ob das für 12 Monate gilt oder ein Kalenderjahr, weiß irgendwie niemand so genau) als Tourist in Namibia bleiben, allerdings erhält man bei Einreise meistens nur ein Visum für 30 Tage. Vermutlich kann man direkt bei der Immigration am Flughafen nach den vollen 90 Tagen fragen (sofern man ein passendes Flugticket hat), aber daran habe ich natürlich nicht gedacht. Zu meiner Verteidigung: Bei Reiseantritt 2020 wusste ich auch noch nicht, dass ich länger als 30 Tage bleiben werde.
Um das Touristenvisum zu verlängern, sollte man sich so früh wie möglich beim Ministry of Home Affairs and Immigration in der Independence Avenue (Windhoek) anstellen. Sie öffnen um 08:00 Uhr morgens. Weil sich die meisten aber anscheinend schon ab 06:00 Uhr anstellen, ist die Schlange um 07:45 Uhr schon wirklich lang. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag von 08:00 – 13:00 und 14:00 – 17:00 Uhr. Jedoch nicht am letzten Tag des Monats! Da haben sie nur bis 11:00 Uhr geöffnet. Selbstverständlich beantrage ich meine Verlängerung am Letzten des Monats, weil ich das vorab nicht wusste.
Für den Verlängerungsantrag innerhalb der 90 Tage benötigt ihr lediglich euren Pass und euer ausgedrucktes Rückflugticket. Ich war mir nicht sicher, ob ich die 80N$ bezahlen muss (Ehrlich gesagt, hätte ich das vermutlich nur gemusst, wenn ich die 90 Tage überschreite. Allerdings wäre mein Visum am nächsten Tag abgelaufen, ich hatte nur noch 23 Minuten bis zur Schließung um 11:00 Uhr morgens, zum aktuellen Wechselkurs waren es gerade mal ca. 5,00€ und ich wollte kein Risiko eingehen.), aber soweit ich das gesehen habe, kann man die vor Ort auch mit Karte bezahlen. Zur Sicherheit würde ich allerdings immer Bargeld mitnehmen – man weiß auch nie, ob Strom/Internet für das Kartenlesegerät gerade vorhanden sind. Die Quittung hierfür wird Dir ausgehändigt – behalte sie direkt in der Hand, denn diese musst Du mit Deinem Pass zusammen abgeben und einreichen. Das entsprechende Antragsformular kann man entweder vorab online herunterladen und ausgefüllt mitbringen oder man nimmt sich eins vor Ort und nutzt das stundenlange Anstehen, um es auszufüllen – denkt dran, einen Stift mitzunehmen.
Es gibt drei verschiedene Schlangen, an denen man sich anstellen kann. Das nur in geschriebenen Worten zu erklären, könnte verwirrend werden (es ist die Mittlere), also fragt vor Ort einfach schnell nach, bevor Du Dich stundenlang an der Falschen anstellst und die Öffnungszeiten verpasst.
Eventuell geht es zu COVID-Zeiten anders zu als sonst, aber nach meiner Erfahrung steht man draußen zunächst sehr lange an (morgens ist es schattig, also ein guter Zeitpunkt für langes Warten), denn in das Gebäude dürfen nur eine begrenzte Anzahl an Menschen. Dies wird vor der Tür auch streng kontrolliert. Innen dann das klassische Hände-Desinfizieren und in Listen-Eintragen, aber ab hier geht alles ganz schnell: Für das Touristenvisum nimmt man den Schalter geradeaus, ganz rechts, oben auf der Empore. Dort legst Du Deinen Pass, das ausgefüllte Formular, die Quittung über die bezahlten 80N$ und Dein ausgedrucktes Rückflugticket auf den Tresen. Eine Unterschrift und ein paar Stempel später heißt es dann, dass man in zwei Tagen seinen Pass abholen darf. Zwei Tage später dann ein ähnliches Prozedere: Früh morgens an der Schlange anstellen, warten bis man rein darf, innen zum gleichen Schalter wie schon zwei Tage zuvor, hoffen, dass der Pass gefunden wird (kann auch mal länger dauern – nur die Hoffnung nicht verlieren), zurück zum Cashier, 500N$ „success fee“ bezahlen, mit der Quittung zurück zum Schalter und glücklich das Ministry verlassen. Innerhalb der ersten 90 Tage wird im Regelfall jede Verlängerung genehmigt.
Side Note: Für den Behördengang gibt es seit Neustem eine Kleiderverordnung! Lange Hosen/Kleider/Röcke und geschlossene Schuhe sind Pflicht. Andernfalls wird man wieder nach Hause geschickt und darf nicht eintreten.

Geld abheben

In ganz Namibia gibt es eigentlich ausreichend Geldautomaten und man kann sogut wie überall auch mit Karte bezahlen. Meistens kann man jedoch nur 2.000 – 2.500 NAD pro Automat abheben, weil einfach nicht so viel Bargeld in den Automaten ist. Außerdem solltest Du beachten, dass die Montage vor langen Feiertagen oder der erste Werktag des Monats lange Menschenschlangen vor Geldautomaten bedeuten und diese auch schon oft leer sind, denn es ist Zahltag! Hebe Bargeld also lieber vorher oder ein bis zwei Tage später ab.

Windhoek

Windhoek ist nicht nur die Hauptstadt Namibias, sondern auch das politische, kulturelle, industrielle und wirtschaftliche Zentrum des Landes. Je nach Quelle wohnen in Windhoek zwischen 300.000 und 400.000 Menschen. Der Name „Windhoek“ ist abgeleitet aus dem Afrikaans und bedeutet „windige Ecke“. Die veraltete Schreibweise „Windhuk“, aus der Kolonialzeit, wird nicht mehr offiziell genutzt. Geographisch liegt Windhoek ziemlich genau in der Mitte des Landes und tatsächlich kreuzen hier auch alle Verkehrverbindungen von Nord nach Süd und von Ost nach West. Aufgrund der hügeligen Landschaft liegt der internationale Flughafen Hosea Kutako etwa vierzig Kilometer außerhalb der Stadt.

Windhoek ist eingefasst zwischen den Erosbergen im Osten, den Auasbergen im Süden und dem Khomashochland im Westen und Norden, die bis zu 2.000 Meter hoch sind und eine Ausdehnung der Stadt stark einschränken. Die Stadt liegt zwischen 1.625 und 1.725 Metern über dem Meeresspiegel. Bis heute sind in Windhoek zahlreiche Gebäude aus der Kolonialzeit zu finden und es ist auffällig, wie sauber die Stadt ist. Die Stadt bietet einige Sehenswürdigkeiten wie z.B. die Christuskirche, den Tintenpalast (Sitz der Regierung), die „Alte Feste“ sowie mehrere Museen und Galerien.

Fast alle namibischen oder in Namibia tätigen Unternehmen haben ihren Sitz in Windhoek. Viele Firmen haben deutsch-namibische Eigentümer. Durch diese Konzentration wächst die Stadt kontinuierlich um fast 12.000 Menschen jährlich.

Während des Ersten Weltkrieges endete 1915 die deutsche Kolonialzeit in Windhoek und die Stadt wurde von südafrikanischen Truppen, die unter britischem Kommando standen, besetzt. Später wurde die Infrastruktur verbessert, Straßen geteert, die Wasserversorgung ausgebaut etc., während das Prinzip der Rassentrennung aus der Apartheid in Schulen und Krankenhäusern fortgesetzt wurde. Wie auch in Südafrika, wurden die schwarzen Einwohner immer wieder zur Umsiedlung gezwungen, was zu heftigen Protesten und gewaltsamen Auseinandersetzungen führte, die in den Jahren 1959 bis 1963 ihren Höhepunkt erreichten. Als Namibia 1990 die Unabhängigkeit von Südafrika erlangte, erlebte die Stadt einen starken Aufschwung in politischer, kultureller und touristischer Hinsicht und die Einwohnerzahl stieg rapide an.

Windhoek hat mittlerweile tatsächlich einen Zero Waste Store! Da kann ich natürlich nicht einfach nur dran vorbei laufen …

Hast Du schonmal von „Fat Cook“ gehört? Das ist tatsächlich keine Beleidigung für übergewichtige Menschen, sondern eines der leckersten Dinge, die Du jemals essen wirst! Fat Cooks sind quasi frittierte Teigballen. Oft isst man sie nur in Sauce getränkt, aber auch nicht zu selten gefüllt mit z. B. Hackfleisch – mir läuft das Wasser im Mund zusammen! Kaufen kannst Du sie an jeder Straßenecke, aber die besten, die ich bisher gegessen habe, gab es in der Independence Avenue bei einem Café namens Nixon.

Jeden Samstag von 08:00 – 12:00 Uhr findet in Windhoek der wöchentlich Biomarkt „Green Market“ am Fuße der Stephanus Kirche, in Klein Windhoek, statt. Hier findet man alles von schönen, handgefertigten Souvenirs, über frisches Gemüse und leckere Backwaren oder einfach nur guten, frisch gebackenen Kuchen und leckeren Kaffee.

Für alle Biltong- und Fleischliebhaber habe ich noch einen besonderen Tipp in Windhoek: In der Grove Mall im EG gibt es einen kleinen Shop … sobald mir der Name wieder einfällt, lass ich es euch wissen!

Spitzkoppe

Mit ihren 1.728 Metern über dem Meeresspiegel überragt die Spitzkoppe – das Matterhorn Namibias – ihre Umgebung um 700 m. Die großen, kugeligen Granitfelsformationen inmitten der Erongo-Region sind nicht nur berühmt für ihre Schönheit oder beliebt als Ausflugsziel für begnadete Kletterer, sondern auch bekannt für ihre jahrtausendalte Felsmalereien. Im kleinen und großen Buschmann-Paradies kannst Du diese besondere Kunst bewundern – leider sind auf Grund von Vandalismus nicht mehr alle Malereien sichtbar.

Sowohl in das kleine als auch in das große Buschmann-Paradies (wie politisch korrekt dieser Name ist, lasse ich jetzt mal dahingestellt) gelangt man in Begleitung eines lokalen Guides. Sie kennen nicht nur den Weg, sondern können auch so ziemlich jede Frage beantworten und spannende Einblicke gewähren. Das kleine Buschmann-Paradies ist problemlos in Flip-Flops und ohne körperliche Fitness zu erreichen. Trotz der Schweißperlen bin ich wirklich froh, dass wir die Granitfelsen zum großen Buschmann-Paradies erklettert haben! Zugegeben, es ist nicht ganz unanstrengend, aber mit einem sicheren Tritt auch etwas für nicht-Kletterer und definitiv zu meistern. Der Ausblick und die Malereien sind es wert!

Unser Guide, der in dieser Region geboren und aufgewachsen ist, versuchte uns Klick-Laute in seiner Sprache beizubringen. Kannst Du sie nachsprechen? In der Sprache der Khoi-San, der Bevölkerungsgruppen des südlichen Afrikas, gibt es vier verschiedene Klick-Laute, die einem Wort eine völlig neue Bedeutung verleihen können. Khoisansprechende Völker in Namibia sind die San, Khoikhoi, Damara und Nama. Genetischen Untersuchungen zufolge sind die Koi-San die älteste heute existierende Menschengruppe der Welt!

Der Eintritt in das ca. 700 Millionen Jahre alte Gebiet kostet für nicht Camper 80 NAD pro erwachsene Person. Wir haben hier auf einem der zahlreichen Campingplätze übernachtet und für alles zusammen 190 NAD pro Erwachsener bezahlt. Obwohl das Gebiet insgesamt 31 Campsites hat, ist es (wie überall in Namibia) nicht überlaufen und es fühlt sich an als wäre man der einzige Mensch weit und breit. In der Nähe der Rezeption gibt es ein kleines Restaurant mit leckeren Snacks, kühlen Getränken und überaus freundlichen Mitarbeitern. Auch die Duschen sind vorne an der Rezeption. Wer nicht campen möchte, findet ein Bett in der Spitzkoppen Lodge.

Das Bergmassiv besteht aus der Großen Spitzkoppe (1.728 m), der Kleinen Spitzkoppe (1.557 m) und der Schwarzen Spitzkoppe (1.178 m), die wiederum zu den Pontok Bergen gehört, die wir an einem der Tage erkletterten. Aber dazu gleich mehr.

Den bekannten Steinbogen (The Bridge) erreichst Du am besten über den Campingplatz #7. Aber, um ehrlich zu sein, ist er in echt weniger beeindruckend als die Landschaft um ihn herum – trotzdem natürlich einen Besuch wert. Nachdem die Sonne bereits untergegangen war, lagen wir zu viert eine halbe Ewigkeit auf den von der Sonne erhitzten Steinen in der Nähe des Bogens und genossen diesen atemberaubend schönen Sternenhimmel … einfach mal wieder: WOW!

Am nächsten Morgen beschlossen wir spontan einen der Pontok Berge zu erklimmen. Das darf man auf gar keinen Fall ohne ausgebildeten Guide – Du verläufst Dich viel zu schnell, findest nicht mehr den richtigen Weg (weder vor noch zurück) und weil es keine Sicherungen gibt, könntest Du abstürzen. Sogar mit Guide ist der Weg nichts für Menschen mit Höhenangst und/oder unfitte Menschen. Der Aufstieg zu dem zweithöchsten Berg dauert etwa 1,5 – 2 Stunden. Wir starten früh am Morgen, um so viel Zeit wie möglich vor der Mittagshitze zu nutzen, aber kaum eine halbe Stunde vergeht, bis es brütend heiß wird. Ausreichend Wasser ist auf jeden Fall ein Muss! Ab einem gewissen Punkt lassen wir sogar unsere Wasserflaschen zurück (um sie auf dem Rückweg wieder einzusammeln), weil wir beide Hände zum Klettern brauchen. Wer sich in der Lage dazu fühlt, dem lege ich diese Kletterei wirklich ans Herz, aber sie wird auch nicht für jeden etwas sein und das ist okay 🙂

Brandberg

Das Brandbergmassiv liegt in der Erongo Region im Westen Namibias, etwa 90 km vom Atlantischen Ozean entfernt. Es umfasst eine Fläche von 760 km². Der Gebirgszug hat eine mittlere Höhe von 2.500 Metern und überragt seine Umgebung eindrucksvoll um etwa 2.000 Meter. Sein höchster Berg, der Königstein, ist mit seinen 2.573 Metern gleichzeitig auch der höchste Berg des gesamten Landes. Der Königsstein selbst kann bewandert werden, allerdings nur in den Monaten mit gemäßigterem Klima – also April bis September.

Der Name des 30 km langen und 23 km breiten Brandbergmassivs leitet sich von seinen leuchtenden Farben ab, die die untergehende Sonne auf die Bergkette malt – als würde der Berg in Flammen stehen. Die nächstgelegene Stadt ist Uis, die etwa 30 km entfernt ist und diverse Übernachtungsmöglichkeiten bietet. Wir haben direkt am Brandberg in der Brandberg White Lady Lodge in einem Baumhaus übernachtet. Aber auch das Zelten ist hier etwas sehr Besonderes, weil man beispielsweise mit etwas Glück sogar schon aus der Dusche heraus die vom Aussterben bedrohten Wüstenelefanten beobachten kann.

Der Brandberg ist berühmt für seine zahlreichen Felsmalereien, von denen angeblich 50.000 Stück auf dem ganzen Berg zu finden sind. Einige dieser 2.000 bis 4.000 Jahre alten Malereien sind nur schwer zugänglich. Wissenschaftler sind sich heute sicher, dass die Malereien von den San (Buschmännern) stammen, die das Gebiet vor langer Zeit bewohnten. Neben Malereien von Kriegern oder Jägern findet man eine große Anzahl von verschiedenen Tiermalereien – ein wichtiger Hinweis darauf, dass es zu dieser Zeit reichlich Wildtiere gegeben haben muss.

Das bekannteste Felsbild, die White Lady, wurde 1917 vom deutschen Forschungsreisenden Reinhard Maack entdeckt, der als erster Europäer den Königstein bestieg. Er deutete die White Lady, eine 45 cm große Felsmalerei, als Kriegerin.

Jahre später, 1955, interpretierte dann der französische Priester Henri Breuil das Gemälde als weiße Frau, nachdem er die Figur mit einer griechischen Darstellung auf Kreta verglichen hatte. Obwohl Wissenschaftler heute davon überzeugt sind, dass das Gemälde einen männlichen Krieger oder Schamanen/Sangoma darstellt, blieb der Name „White Lady“ bestehen. Der Weg zur White Lady ist etwa fünf Kilometer lang und ein einheimischer Guide (Fragt nach Patricia, sie macht einen tollen Job!) begleitet alle Gäste, um weiteren Vandalismus an den Malereien zu vermeiden. Die Gemäldegruppe, zu der auch die White Lady gehört, muss mittlerweile durch schmale Gitter gesichert werden, die aber nicht die Sicht stören. Fotos mit Blitz sind verboten (und unnötig), weil die Gemälde dadurch zerstört werden. Es empfiehlt sich, die Wanderung direkt am Morgen zu machen, da es sehr schnell sehr heiß wird, sobald die Sonne scheint.

Das Brandbergmassiv haben wir im Zuge eines kleinen Roadtrips mit Swakopmund verbunden. Wir hatten viel Glück und konnten innerhalb von drei Tagen gleich zwei der drei Herden Wüstenelefanten sehen, von denen es weltweit insgesamt nur noch weniger als 300 Stück gibt.

Aber man kann nicht nur Wüstenelefanten bestaunen …

Swakopmund

Swakopmund ist mit etwa 34.000 Einwohnern die Hauptstadt der Erongo Region. Die Stadt wird umgangssprachlich auch das „Activity Center of Namibia“ genannt, weil man nirgendwo sonst im Land so viele verschiedene Dinge unternehmen kann. Ein Aquarium, Sanddünen-Boarding, Kajaking, Rundflüge, diverse Tagesausflüge, Quad-Touren und vieles mehr. So sehr ich verstehen kann, warum die Namibier ihr Swakopmund lieben (und vor allem um Weihnachten alle dorthin pilgern, um die Feiertage dort zu verbringen) und so sehr ich verstehen kann, warum viele Touristen diesen Ort mögen, so weit unten ist er „leider“ auf meiner Namibia-Liste. Allerdings nicht, weil es dort nicht schön und interessant ist, sondern nur, weil der Rest des Landes einfach so schön ist, sodass es Swakopmund überschattet 🙂 Und auch, weil ich nicht die Art Reisende bin, die gerne die klassischen Touristen-Aktivitäten unternimmt – völlig wertfrei!

Die Geschichte der Stadt beginnt mit der Ankuft des portugiesischen Seefahrers Bartholomäus Diaz auf namibischem Boden am Cape Cross im Jahr 1487, wo er sein Steinkreuz errichtete. Im Jahr 1793 ankerten zwei holländische Seeleute kurz vor der Mündung des Swakop Flusses. Im Jahr 1862 hisste dann die Besatzung eines deutschen Kanonenbootes die deutsche Flagge an der Mündung des Swakop Flusses, um die Besetzung des Territoriums zu signalisieren. Mit diesem hoheitlichen Akt wurde den Engländern, die den Hafen von Walvis Bay besetzten, die Besetzung dieses Küstengebietes durch das Deutsche Reich demonstriert.

Noch heute findet man am Cape Cross eine der größten Robben-Kolonien weltweit.

Geographisch liegt Swakopmund inmitten von Dünen und der Wüste, nahe der Mündung des Swakop Flusses. Während der Kolonialzeit war Swakopmund ein wichtiger Hafen, obwohl die Bedingungen nicht gerade günstig waren: Das Küstenwasser war viel zu flach, es fehlte eine geschützte Lagune und die Brandung war viel zu stark. Außerdem war der Hafen von Lüderitz zu weit entfernt und der nahe gelegene Hafen von Walvis Bay stand unter britischer Besatzung. Da die Ausschiffung von Siedlern und Truppen auf Brandungsbooten ein lebensgefährliches Unterfangen war, wurde mit sehr viel Geld ein künstlicher Hafen gebaut. Ab 1894 wurde dann ein regelmäßiger Frachtverkehr unter Führung einer Hamburger Reederei aufgenommen. Zunächst wurde 1902 ein 325 Meter langer, hölzerner Steg gebaut, der 1912 durch einen eisernen ersetzt wurde. Die komplette Versorgung der deutschen Kolonie wurde über Swakopmund abgewickelt. Die Überreste dieses Stegs sind noch heute zu sehen, wo 2010 ein Restaurant mit Austernbar auf dem sogenannten „Jetty“ eröffnete.

Um die Transportmittel zu verbessern, wurde am 01. Juli 1902 die erste deutsch-südwestafrikanische Eisenbahnlinie zwischen Swakopmund und Windhoek eröffnet. Die Namib-Wüste ist über 100 Kilometer breit; die Strecke nach Windhoek betrug 382 km, wobei die Bahn 1.673 Meter über dem Meeresspiegel erklimmen musste. Die Schmalspurbahn fährt heute von Walvis Bay über Swakopmund nach Windhoek. An einigen Tagen der Woche wird zusätzlich ein Personenwagen an den Güterzug angehängt. Zusätzlich pendelt der Luxus-Personenzug Desert Express zwischen Swakopmund und Windhoek.

Heute ist Swakopmund vor allem ein Urlaubsort und somit von großer touristischer Bedeutung. Aufgrund der milden klimatischen Bedingungen, vor allem während der Hochsaison im Dezember und Januar, ist die Stadt ein Anziehungspunkt für viele Touristen (hauptsächlich aus dem eigenen Land) – in einem solchen Ausmaß, dass Unterkünfte Monate im Voraus gebucht werden müssen. Viele südafrikanische und namibische Rentner haben sich hier niedergelassen.

Während der Kolonialzeit wurde Swakopmund als „Deutschlands südlichster Küstenort“ bezeichnet, obwohl die Wassertemperaturen aufgrund der kalten Benguela-Strömung des Atlantiks kaum über 15 °C erreichten.

Das Woermannhaus

Das Woermannhaus in Swakopmund ist eines der ältesten Gebäude der Stadt (Baujahr: 1894), von dessen Damaraturm aus man einen fantastischen 360°-Blick auf die Stadt genießen kann. Den Schlüssel zum Turm löst Du gegen ein paar NAD unten im Innenhof an der Kasse aus und kannst dann oben so viel Zeit verbringen, wie Du möchtest. Errichtet vom Hamburger Kaufmann Adolph Woermann, wurde das Woermannhaus lange als Hauptsitz für dessen Handelsunternehmen – Woermann, Brock & Co – genutzt und erhielt so auch seinen Namen.

Dune 7

Die Dune 7 (Düne 7), eine Sterndüne mit einer Höhe von ca. 130 m, bei Walvis Bay wird sogar von offiziellen Quellen fälschlicherweise oft als die höchste Düne der Welt bezeichnet. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass diese Düne mit der Nummer 7 zu oft mit der Dune 7 im Sossusvlei verwechselt wird, die eine Höhe von etwa 383 m erreicht. Nichtsdestotrotz macht es sehr viel Spaß diese Düne 7 zu erklimmen und dann wie kleine Kinder wieder runter zu rennen… Die Stimmung auf dieser Düne ist wirklich ganz besonders, denn man überblickt nicht nur sehr viel Sand und Wüste auf der einen Seite, sondern sieht sogar den Atlantik auf der anderen Seite!

Woher die Dune 7 ihren Namen hat, kann ich nur vermuten: Die Dünen in Sossusvlei werden in der Reihenfolge nummeriert, wie sie vom Atlantik entfernt sind. Die Dune 45 ist somit die 45. Düne vom Atlantik aus. Demnach vermute ich, dass die Dune 7 die siebte Düne vom Atlantik aus ist, kann das aber mit keiner offiziellen Quelle bestätigen.

Fahr‘ am besten früh morgens los und pack‘ einen Pullover ein, um nicht in der Mittagshitze die Düne zu erklettern, sondern den kühlen Wind am Morgen auszunutzen. Ob sonnig oder wolkig, denke daran, Dich mit Sonnencreme einzucremen – die Wolken täuschen und Du kannst Dich trotzdem leicht verbrennen. Wir fuhren von Swakopmund aus für einen kleinen Ausflug zur Dune 7 – die Fahrt dauert etwa 30 bis 45 Minuten und lohnt sich wirklich.

Walvis Bay

… und weil wir schon bis zur Dune 7 fuhren, beschlossen wir noch einen kleinen Abstecher nach Walvis Bay zu machen. Von Swakopmund aus gibt es mittlerweile zwei Straßen, die zur Dune 7 und nach Walvis Bay führen: Buchstäblich eine rechts und eine links (am Atlantik) entlang. Hin fuhren wir die schnellere Route rechts entlang auf der frisch geteerten Straße im Inland, um dann einfach direkt weiter nach Walvis Bay und zurück nach Swakopmund am Atlantik entlang zu fahren.

Walvis Bay (oder auch: Walfischbucht) ist eine 62.000 Einwohner große Hafenstadt direkt am Wasser und sowohl die drittgrößte als auch die dichtbesiedelste Stadt in Namibia. Der lokale Hafen ist einer der wichtigsten Handelsknoten des Landes. Ähnlich wie in Swakopmund, sollte man auch hier immer einen Pullover bei sich haben, denn dank des teilweise starken Windes und der kühlen Meeresluft, kommt man hier schnell ins Frösteln, wenn man aus dem warmen Inland anreist.

Walvis Bay ist touristisch nicht ganz so interessant, wie Swakopmund (oder der Rest des Landes), aber wenn man Zeit hat und es schon bis nach Swakopmund geschafft hat, ist es auf keinen Fall Zeitverschwendung den gleichen Loop zu fahren, wie wir. Neben diversen Touren auf und im Wasser, die mich alle nicht so sehr interessieren, lohnt sich auch ein einfacher Bummel durch die Stadt. Die über 5.000 Jahre alte Walvis Bay Lagune am südlichen Stadtrand, zum Beispiel, ernährt 80% der Flamingos im südlichen Afrika und bietet – neben der Guano-Plattform – tolle Beobachtungsmöglichkeiten für Vogellieberhaber.

Hoba Meteorit

Vor etwa 80.000 Jahren muss es ziemlich laut geklungen haben, als der Hoba Meteorit auf die Erde einschlug. Er ist der größte intakte, jemals auf unserer Erde entdeckte Meteorit. Bis zum Jahr 1920 war er vollständig von Erde bedeckt und tauchte nur zufällig beim Pflügen des Bodens auf. Der Hoba Meteorit ist in den Otavibergen, etwa 20 km westlich von Grootfontein, auf die Erde geknallt und wird vermutlich für immer dort liegen bleiben. Sein geschätztes Alter liegt bei 190 – 410 Millionen Jahren.

Ein wirklich liebevoll erbautes Areal umrundet diesen 50-60 Tonnen schweren Koloss aus Eisen, Nickel und Kobalt. Der Parkplatz ist sehr groß und der Garten um das Gelände schön angelegt. Am Eingang gibt es einen kleinen Ticketschalter mit lokalem Souveniershop, in dem Du für wenige NAD ein Ticket kaufen kannst. Du folgst anschließend einem schmalen Weg, gesäumt von schattenspendenden Bäumen und bevor Du zum Meteoriten gelangst, stolperst Du über Schilder, die vor herabfallenden kosmischen Steinbrocken warnen – ob ein Helm hier wirklich ausreicht? Das ist natürlich alles nur ein Spaß und das Gelände absolut sicher.

Du wunderst Dich vielleicht, warum vom damals bestimmt gewaltigen Einschlagskrater heute nicht mehr viel zu sehen ist? Das liegt daran, dass Krater von größeren Meteoriten im Verlauf weniger Jahrzehnte durch Pflanzenbewuchs und atmosphärisch bedingte Verwitterung unkenntlich werden.

Der Hoba Meteorit beeindruckt nicht nur durch seine Größe, seine Struktur und die Wärme, die er ausstrahlt, sondern auch durch seine Akustik. Akustik?! Stell Dich mal in die Mitte des Meteoriten und sing ein Lied oder erzähl eine Geschichte. Den seltsam hallend und doch dumpfen Schall kann ich Dir wirklich kaum in Worten beschreiben.

Etosha Nationalpark und Tsumeb

Von Tsumeb aus, eine kleine Bergbau- und Minenstadt, ist man in weniger als einer Stunde direkt in der Etosha Pfanne. In Tsumeb erbaute Michael mit seiner Familie vor vielen, vielen Jahren das Tsumeb Arts and Crafts Centre, um lokale Kunsthändler zu fördern und sie in ihren jeweiligen Handwerken auszubilden. Zusätzlich wird ihnen notwendiges administratives Wissen vermittelt, um ihre Geschäfte selbst zu verwalten und auf eigenen Füßen zu stehen. Durch den Erlös der verkauften Handwerksstücke soll ihnen ein geregeltes Einkommen und eine handfeste Ausbildung ermöglicht werden. Damit wiederum sorgen sie für eine gesicherte Zukunft ihrer Familien: Die Kinder können die Schule besuchen und lernen nebenbei den ein oder anderen Handgriff ihrer Eltern im Umgang mit Naturmaterialien.

Du bringst also nicht nur die schönsten Erinnerungsstücke mit nach Hause, sondern sorgst gleichzeitig dafür, dass lokale Schulbildung und Handwerkskunst über Generationen nachhaltig gefördert wird.

Dieses Arts und Craft Center hat es schon seit einigen Jahren nach ganz oben auf die Must-Do-Listen der bekannten online und offline Reiseführer geschafft – zurecht. Nicht nur was man kaufen kann ist mit viel Herzblut und Leidenschaft erschaffen worden, sondern das gesamte Gelände.

Von Tsumeb aus ist man in weniger als einer Stunde direkt in der Etosha Pfanne.

„Einst schlich sich eine Gruppe Fremder in das Land der Eingeborenen. Jäger umzingelten die Eindringlinge und brachten fast alle ums Leben – Männer und Kinder. Die Frauen jedoch ließen sie frei. Von tiefer Trauer erfüllt, wiegte eine junge Mutter ihr totes Kind in den Armen. Sie weinte so bitterlich, dass ihre vielen Tränen einen großen See bildeten. Als die Wärme der Sonnenstrahlen den See austrocknet, ist der ganze Boden mit einer hauchfeinen, silbrig-weißen Schicht aus Salz bedeckt.“ Der Legende nach liegt hier der Ursprung der Etosha-Pfanne.

Die Etosha Pfanne liegt im Herzen des Etosha Nationalparks, der in etwa halb so groß ist wie die gesamte Schweiz. Als eines der größten Naturschutzgebiete der Welt, liegt der Etosha Nationalpark im Norden Namibias. Der Name „Etosha“ hat seinen Ursprung in der Sprache der Ovambo, einem der indigenen Völker Namibias, und bedeutet so viel wie „großer weißer Platz“. Diese Bezeichnung macht ihrem Namen alle Ehre, denn die Pfanne ist über und über mit einer silbrig-weißen Salz-Lehmkruste überzogen. Die zusätzlich ganzjährig spärliche Vegetation verleiht der Etosha-Pfanne ihre charakteristische mystische Färbung.

In der Etosha Pfanne kannst Du nicht nur vier der berühmten Big Five entdecken (Elefanten, Spitzmaulnashörner, Leoparden und Löwen – einzig den Kaffernbüffel wirst Du hier nicht finden, aber wenn ich die bösen Blicke dieser Tiere richtig deute, sind sie auch nicht allzu erfreut darüber), sondern eine Artenvielfalt, die Dich aus dem Staunen nicht mehr rauslässt. Neben etwa 130 verschiedenen Säugetierarten, kannst Du mehr als 340 verschiedene Vogelarten beobachten. Wo und wann Du welche Tiere genau sehen kannst, lässt sich allerdings nicht vorhersagen, da es sich schließlich um ihren natürlichen Lebensraum handelt. Am Eingang und in den Camps findest Du zusätzlich sogenannte Guestbooks, in denen Reisende ihre Sichtungen notieren und Dir so einen Anhaltspunkt geben. Beachte aber, dass Nashorn-Sichtungen dort niemals eingetragen werden dürfen! Damit will man es Wilderern so schwierig wie möglich zu machen, diesen wunderschönen und leider vom Aussterben bedrohten Tieren zu schaden.

In den Etosha Nationalpark darfst Du ganz bequem mit Deinem eigenen Auto und ohne speziellen Guide fahren. Da die Straßen nicht befestigt sind, empfehle ich Dir, dies mit einem geländetauglichen Auto zu tun. Alles, was Du für Deinen Ausflug brauchst, packst Du vorne bei Dir ins Auto und nicht im Kofferraum, da Du Dein Fahrzeug im Park – abgesehen von wenigen, designierten Spots (Restaurants und Toiletten) – nicht verlassen darfst. Am Ticketschalter erhältst Du für wenige N$ (€ 4,50 / 80N$) einen Wege-Plan, in dem alle Wasserlöcher, Restaurants, Toiletten und Gates eingezeichnet sind. Darüber hinaus findest Du darin viele Bilder der Tiere, um sie vor Ort zu identifizieren und voneinander zu unterscheiden zu können. Vor allem bei den zahlreichen Vogelarten ist das oft nicht ganz einfach. In der gesamten Pfanne darfst Du nicht schneller als 60 km/h fahren und teils lassen die Straßen, aber vor allem die zahlreichen Tiersichtungen, auch gar nicht mehr zu. Vor Sonnenuntergang verlässt Du dann den Park durch eines der Gates oder meldest Dich in Deiner Unterkunft an.

Denke bitte immer daran, dass Du als Gast im Zuhause dieser vielen, wunderschönen Kreaturen bist. Behandle sie mit viel Respekt, Ruhe und ausreichend Abstand.

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Namib Wüste

Anfang 2020 – bevor die Pandemie auch mein Leben und meine Pläne durcheinander brachte – schien ein lang ersehnter Traum von mir endlich in greifbare Nähe zu rücken: Ins südliche Afrika zu ziehen. Für wie lange? Da wollte ich mich nicht festlegen. Ich würde im März nach Namibia fliegen und hätte eine ganze Vorstellungswoche in der Namib Wüste als CSR/Happiness-Managerin einer luxuriösen Sternelodge. Nunja, die Pandemie kam und Pläne mussten neu geplant werden. Glücklichweise durfte ich im November mein Glück erneut versuchen! Long story short: Aus verschiedenen Gründen habe ich mich gegen diesen Job entschieden, aber durfte immerhin eine Woche im Herzen der ältesten Wüste der Welt verbringen.

Rundu

Rundu liegt in der Kavango Region und direkt am Okavango Fluss. Die Fahrt in den Norden des Landes allein ist schon absolut spektakulär! Meter um Meter wird es zwar immer wärmer, aber die Landschaft gleichzeitig deutlich grüner. Am Straßenrand reihen sich kleine Dörfer aus Lehm- oder Wellblechhütten aneinander. Die Kavango Region ist benannt nach seinen Einwohnern, die für ihre Holzschnitzkunst bekannt sind. Am Straßenrand wird diese unter anderem auch ausgestellt und verkauft. Sie sind ein in fünf Stämme unterteiltes Flussvolk, das bis heute sein Überleben hauptsächlich durch Fischfang sichert. Die Hauptstadt dieser Region ist Rundu. Durch das gesamte Gebiet und als natürlich Grenze zu Angola fliest der Okavango etwa 400 km quer durch den Kontinent. Dieser bietet die Lebensgrundlage der ärmsten Region Namibias.

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