Reiseführer: Etosha Nationalpark

Alles was Du für Deine Safari im Nationalpark wissen musst

Von Tsumeb aus, eine kleine Bergbau- und Minenstadt, ist man in weniger als einer Stunde direkt im Etosha Nationalpark. In Tsumeb erbaute Michael mit seiner Familie vor vielen, vielen Jahren das Tsumeb Arts and Crafts Centre, um lokale Kunsthändler zu fördern und sie in ihren jeweiligen Handwerken auszubilden. Zusätzlich wird ihnen notwendiges administratives Wissen vermittelt, um ihre Geschäfte selbst zu verwalten und auf eigenen Füßen zu stehen. Durch den Erlös der verkauften Handwerksstücke soll ihnen ein geregeltes Einkommen und eine handfeste Ausbildung ermöglicht werden. Damit wiederum sorgen sie für eine gesicherte Zukunft ihrer Familien: Die Kinder können die Schule besuchen und lernen nebenbei den ein oder anderen Handgriff ihrer Eltern im Umgang mit Naturmaterialien.

Du bringst also nicht nur die schönsten Erinnerungsstücke mit nach Hause, sondern sorgst gleichzeitig dafür, dass lokale Schulbildung und Handwerkskunst über Generationen nachhaltig gefördert wird. Am Arts and Crafts Centre fährst Du quasi direkt vorbei, wenn Du in den Etosha Nationalpark fährst – auch, wenn Du direkt von Windhoek her kommst.

Dieses Arts und Craft Centre hat es schon seit einigen Jahren nach ganz oben auf die Must-Do-Listen der bekannten online und offline Reiseführer geschafft – zurecht. Nicht nur was man kaufen kann ist mit viel Herzblut und Leidenschaft erschaffen worden, sondern das gesamte Gelände.

„Einst schlich sich eine Gruppe Fremder in das Land der Eingeborenen. Jäger umzingelten die Eindringlinge und brachten fast alle ums Leben – Männer und Kinder. Die Frauen jedoch ließen sie frei. Von tiefer Trauer erfüllt, wiegte eine junge Mutter ihr totes Kind in den Armen. Sie weinte so bitterlich, dass ihre vielen Tränen einen großen See bildeten. Als die Wärme der Sonnenstrahlen den See austrocknet, ist der ganze Boden mit einer hauchfeinen, silbrig-weißen Schicht aus Salz bedeckt.“

Der Legende nach liegt hier der Ursprung der Etosha-Pfanne.

Die Etosha Pfanne liegt im Herzen des Etosha Nationalparks, der in etwa halb so groß ist wie die gesamte Schweiz. Als eines der größten Naturschutzgebiete der Welt, liegt der Etosha Nationalpark im Norden Namibias.

Der Name „Etosha“ hat seinen Ursprung in der Sprache der Ovambo, einem der indigenen Völker Namibias, und bedeutet so viel wie „großer weißer Platz“. Diese Bezeichnung macht ihrem Namen alle Ehre, denn die Pfanne ist über und über mit einer silbrig-weißen Salz-Lehmkruste überzogen. Die zusätzlich ganzjährig spärliche Vegetation verleiht der Etosha Pfanne ihre charakteristische mystische Färbung.

In der Etosha Pfanne kannst Du nicht nur vier der berühmten Big Five entdecken (Elefanten, Spitzmaulnashörner, Leoparden und Löwen – einzig den Kaffernbüffel wirst Du hier nicht finden und wenn ich die bösen Blicke dieser Tiere richtig deute, sind sie auch nicht allzu erfreut darüber), sondern eine Artenvielfalt, die Dich aus dem Staunen nicht mehr rauslässt. Neben etwa 130 verschiedenen Säugetierarten, kannst Du mehr als 340 verschiedene Vogelarten beobachten. Wo und wann Du welche Tiere genau sehen kannst, lässt sich allerdings nicht vorhersagen, da es sich schließlich um ihren natürlichen Lebensraum handelt. Am Eingang und in den Camps findest Du zusätzlich sogenannte Guestbooks, in denen Reisende ihre Sichtungen notieren und Dir so einen Anhaltspunkt geben. Beachte aber, dass Nashorn-Sichtungen dort niemals eingetragen werden dürfen! Damit will man es Wilderern so schwierig wie möglich zu machen, diesen wunderschönen und leider vom Aussterben bedrohten Tieren zu schaden.

In den Etosha Nationalpark darfst Du ganz bequem mit Deinem eigenen Auto und ohne speziellen Guide fahren. Die Straßen sind zwar nicht befestigt, jedoch ganz gut in Schuss gehalten – Du brauchst nicht zwingend ein geländetaugliches Auto für diesen Park.

Alles, was Du für Deinen Ausflug brauchst, packst Du vorne bei Dir ins Auto und nicht im Kofferraum, da Du Dein Fahrzeug im Park – abgesehen von wenigen, designierten Spots (Restaurants und Toiletten) – nicht verlassen darfst. Am Ticketschalter erhältst Du für wenige N$ (€ 4,50 / 80N$) einen Wege-Plan, in dem alle Wasserlöcher, Restaurants, Toiletten und Gates eingezeichnet sind. Darüber hinaus findest Du darin viele Bilder der Tiere, um sie vor Ort zu identifizieren und voneinander zu unterscheiden zu können. Vor allem bei den zahlreichen Vogelarten ist das oft nicht ganz einfach.

Es gibt zwei Lookouts im Park, zu denen Du auch das Auto verlassen darf. Das ist eigentlich ziemlich cool, weil sich einem eine wahnsinns Landschaft bietet und es nochmal ein ganz anderes Gefühl ist, in ihr zu stehen als nur durch zu fahren. Bitte trotzdem unbedingt die Augen offen halten, denn um diese Lookouts ist kein Zaun. Hier kann theoretisch zu jeder Zeit alles vorbei kommen. Dadurch, dass man aber relativ weit sieht, ist die Gefahr etwas zu übersehen sehr gering.

Geschwindigkeit

Im gesamten Park darfst Du nicht schneller als 60 km/h fahren und teils lassen die Straßen, aber vor allem die zahlreichen Tiersichtungen, auch gar nicht mehr zu. Vor Sonnenuntergang verlässt Du dann den Park durch eines der Gates oder meldest Dich in Deiner Unterkunft an.

Denke bitte immer daran, dass Du als Gast im Zuhause dieser vielen, wunderschönen Kreaturen bist. Behandle sie mit viel Respekt, Ruhe und ausreichend Abstand.

Wie man nach Möglichkeit viel sieht? Darüber streiten sich die Geister: Die einen sagen, man muss möglichst viel rumfahren, die anderen sagen, es hilft auch mal für eine längere Zeit den Motor auszulassen und zu warten. Ich sage: Gutes Timing ist das A und O – aber das hat man nicht in der Hand.

Übernachtung im und am Park

Im Park selbst in einem der NWR Unterkünfte zu übernachten hat zwar den Vorteil, dass sowohl Namutoni als auch Halali und Okaukuejo ein hauseigenes Wasserloch haben, an dem man auch nachts sitzen kann und weitere tolle Tiersichtungen quasi garantiert sind, man muss sich nur vorher bewusst sein, dass die Anlangen von NWR sehr lieblos gestaltet, manchmal sogar nicht sauber und immer überteuert sind. Das Essen ist okay, aber mehr auch nicht – manchmal eher weniger. Auch wichtig zu wissen: Nur von einer der Unterkünfte im Park kann man eine Nachtsafari buchen. Direkt vor dem Park (zu allen Seiten) haben dann Gondwana & Co. wieder jede Menge Ausweichmöglichkeiten, die ihr Geld auch wert sind und oft weniger oder gleichviel wie NWR kosten.

Die beste Reisezeit, um in den Etosha zu fahren?

Ausnahmweise habe ich dafür mal eine klare Antwort: September, vermutlich. Dann ist der Park sehr trocken, Tiersichtungen sind erfolgversprechender, weil sie sich nicht im hohen Gras verstecken und sie halten sich vermehrt an Wasserlöchern auf, um zu trinken. Wenn Du nicht zum ersten Mal in Namibia und im Etosha bist, dann hat jeder Monat seinen eigenen Zauber: Die Landschaft verändert sich ab den ersten Regentropfen Tag für Tag in ein sattes Grün und gibt dem Park einen neuen Glanz!

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