Handgepäck-Packliste

Ich packe meinen Koffer und nehme mit … als Minimalist würde ich mich nun wirklich nicht betiteln, aber ich komme ziemlich gut mit wenig Besitz aus. Im Alltag fühle ich mich damit einfach freier, leichter und dadurch glücklicher. Außerdem macht es mir viel mehr Spaß, Geld für gutes Essen und noch bessere Reisen auszugeben, als für das zwanzigste Paar Schuhe oder den fünfzehnten Pullover.

Ähnlich geht es mir auch im Urlaub: Nur mit Handgepäck zu reisen, macht nicht nur um einiges flexibler, sondern – zumindest mich – glücklicher. Kein ewiges Warten am Gepäckband, kein Gepäck, das verloren geht, keine fünf Koffer, die ich mit mir durch die Welt schleppen und auf sie aufpassen muss. Mit leichtem Gepäck zu reisen ist nicht nur stressfreier, sondern auch günstiger! Die € 30,00 und mehr für die Gepäckzubuchung packe ich lieber in die Reisekasse. Je leichter das Gepäck, desto geringer im Übrigen auch die CO2 Emissionen – sowohl via Flugzeug als auch Auto.

Es ist auch wirklich gar nicht so schwierig, mit nur Handgepäck zu verreisen. Natürlich muss man sich im Vorfeld ein oder zwei Gedanken mehr darüber machen, was man einpacken und anziehen möchte, aber auch hier kommt schnell Routine rein.

Ob Handgepäck ausreicht oder nicht, kommt aber natürlich auch immer auf das jeweilige Reiseland und vor allem die -dauer an. Eine dreiwöchige Reise durch den Vietnam möchte ich nun auch nicht alleine mit Handgepäck bestreiten. Zumal es manchmal auch viel praktischer ist, mit einem großen Rucksack, als einem kleinen Trolley Berge zu besteigen oder Höhlen zu durchwandern. Fliege ich aber für eine Woche nach Albanien oder für ein langes Wochenende nach Lissabon, reicht Handgepäck wirklich aus.

Die Mindestmaße für Handgepäckstücke betragen 55 cm x 40 cm x 20 cm, also empfiehlt es sich, ein Gepäckstück zu kaufen, dass diesen Maßen entspricht, um sicher zu gehen, dass man – je nach Airline – nicht fünf verschiedene besitzen muss. Außerdem ist das Eigengewicht des Gepäckstücks sehr wichtig. Je nach Airline darf das Handgepäckstück (beladen) nicht mehr als 6 – 10 kg wiegen. Also macht es Sinn, beim Kauf darauf zu achten, dass das Eigengewicht so gering wie möglich ist.

Bist Du eher der Trolley- oder der Rucksacktyp? Diese Frage musst Du Dir selber beantworten. Beide Formen sind als Handgepäck zulässig. Ein Rucksack hat den Vorteil, dass man die Hände stets frei hat, weil man ihn immer bei sich trägt, das Eigengewicht ist oft deutlich geringer und man ist unabhängig von den Straßengegebenheiten (Kopfsteinpflaster, Matsch, etc.). Die Vorteile eines Trolleys sind, dass Du am Rücken nicht verschwitzt bist, weil Du 10 kg mit Dir herum trägst, Du kannst im Allgemeinen übersichtlicher und ordentlicher packen und man wirkt nicht wie ein typischer Backpacker. Eigentlich bin ich ja der totale Rucksacktyp (ich besitze mehr Rucksäcke als Handtaschen (Handtaschen besitze ich genau eine)), aber ich habe mir jetzt einen Trolley gekauft, weil die Ziele, die ich mit Handgepäck bereise, absolut dafür geeignet sind. Ob es eine sinnvolle Investition war, wird sich noch heraus stellen.

        

 

Dokumente:

  • Personalausweis oder Reisepass (ggf. Visum)
  • (internationaler) Führerschein
  • Krankenkassenkarte bzw. Versicherungsschein der Auslandskrankenversicherung
  • Kreditkarte zum kostenfreien Bargeld abheben
  • ISIC (internationaler Studentenausweis)
  • Flugticket und Buchungsbestätigungen (via Airline-App oder als PDF)

Außerdem habe ich alle Dokumente eingescannt oder als PDF in meiner Dropbox abgespeichert, um jederzeit von überall darauf Zugriff zu gewährleisten.

 

Flüssigkeiten:

Im Handgepäck dürfen seit 2006 nur noch Fläschchen mit einem Fassungsvermögen von 100 ml, eingepackt in einem wiederverschließbaren, durchsichtigen 1 L Beutel, mitfliegen. Um unnötigen Plastikmüll zu vermeiden, kaufe ich nicht jedes Mal auf’s Neue die Reisegrößen im Drogeriemarkt, sondern habe auslaufsichere, nachfüllbare Silikonfläschchen.

Sollten diese unterwegs leer werden, no panic! Mittlerweile kann man weltweit in jedem noch so abgelegenen Örtchen die gängigen Beauty-Marken kaufen. Auch der Mascara, Flüssigconceiler oder Schaumfestiger muss in <100 ml Größen in den Beutel passen. Pro Passagier ist lediglich ein 1 L Beutel zugelassen. Diese werden an der Sicherheitskontrolle separat gescannt, weshalb Du sie griffbereit aufbewaren solltest, um nicht unnötig aufzuhalten. Hast Du keinen Ziplock-Beutel zur Hand, kannst Du ihn (für viel zu viel Geld) am Flughafen kaufen oder machst das im Vorfeld schon im Drogeriemarkt oder IKEA – noch besser ist natürlich ein wiederverwendbarer Beutel aus stabilerem Material.

 

Elektronik:

  • Smartphone (+ Ladekabel)
  • Powerbank
  • In-Ear Kopfhörer (+ Splitter)

  • ggf. Steckdosenadapter
  • eBook-Reader (Aufgrund der Akkulaufzeit und des Gewichts habe ich mich für den Tolino 2 HD entschieden und wurde bisher nicht enttäuscht.)
  • meine geliebte Kamera mit meinen geliebten Objektiven (+ Ladekabel und Ersatzakku)
    • Kamera (mit Neoprenhandschlaufe): Sony Alpha 58
    • Standardobjektiv: 18 – 55 mm
    • Ultraweitwinkelobjektiv: 10 – 20 mm
    • Teleobjektiv: 70 – 300 mm
    • Pancake: 35 mm / f 1.8

        

        

Auch die Elektronik solltest Du griffbereit halten, da auch diese landesabhängig bei der Sicherheitskontrolle einzeln gescannt wird.

 

Sonstiges:

  • Kulturbeutel / Waschtasche (aktuell bin ich noch auf der Suche nach der perfekten, aber ich halte euch auf dem Laufenden)
    • Was hier rein muss, musst Du selber wissen 🙂 Mein Tipp: Lege am Morgen vor der Abreise alles, was Du benutzt auf einen Haufen, aus dem Du dann auswählen kannst, was auf die Reise mit muss und was Zuhause bleiben kann. Aber vergessen wirst Du so schon mal nichts.
    • Rei in der Tube
  • (aufblasbares) Nackenkissen und Schlafmaske

        

  • Gorillapod

  • Sonnenbrille
  • Handtasche / kleinen Rucksack für Tagestouren
  • (wiederverwendbare) faltbare Trinkflasche

  • optional und abhängig vom Reiseziel: Reiseapotheke (Vor allem in europäischen Ländern, aber auch intercontinental, kann man problemfrei vor Ort in den Apotheken beraten werden und oft die gleichen Produkte wie in Deutschland einkaufen.)
  • optional: Kleidersack oder Jute-Tasche für Schmutzwäsche
  • optional: Seidenschlafsack

 

Klamotten:

Hier gilt: Qualität statt Quantität und kein Platz für „nur zur Sicherheit“. Überleg Dir gut, wie viele Tage Du unterwegs bist und was Du alles vor hast. Brauchst Du Sportklamotten? Ein besonderes Paar Schuhe? Eine dicke Jacke? Deine schwersten oder platzfressensten Klamotten kannst Du auf dem Flug anziehen und sparst so ein bisschen Platz und Gewicht im Koffer. Wichtig ist, dass Du Klamotten einpackst, die Du super kombinieren kannst. Ein schönes Sommerkleid ist luftig genug für den heißen Mittag und mit einer Bluse kombiniert perfekt für den Abend. Ich muss zugeben, dass ich selten länger als zehn Tage mit nur Handgepäck verreise, da ich gerne Platz im Gepäck für Mitbringsel und auch außreichend Klamotten habe. Aber auch eine längere Reise ist kein Problem, da man heutzutage weltweit überall waschen kann oder Waschsalons findet und zur Not immer ein „Rei in der Tube“ dabei haben sollte, für das man lediglich ein Waschbecken braucht. Die zweite, wichtige Regel heißt: roll it up! Klingt komisch, ist aber echt so. Wenn Du Deine Klamotten rollst, hat das nicht nur den Vorteil, dass sie weitestgehend knitterfrei bleiben, sondern sie nehmen auch deutlich weniger Platz weg.

Meine Schuhe verstaue ich auf Reisen immer in Duschhauben. Entweder ein Paar oder ein Schuh pro Haube – je nachdem, wie sie vom Platz her besser in den Koffer passen. Die Duschhauben sind meist so robust, dass ich sie jahrelang benutzen kann.

Hast Du noch Tipps, die ich hier vergessen habe, aufzulisten? Dan freue ich mich riesig über Deinen Kommentar!

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