Reiseführer: Weitere Sehenswürdigkeiten in Namibia

Reiseziele in Namibia, die noch keine eigene Kategorie haben

Waterberg

Der Waterberg ist ein idealer Zwischenstopp für alle, die ihre erste Nacht in Namibia nicht in Windhoek verbringen, aber auch nicht direkt durch bis zum Etosha fahren möchten.

Das beeindruckende Tafelbergplateau ist nicht nur geologisch, sondern auch historisch (Die Schlacht am Waterberg) interessant. Ein Teil des Waterberg-Plateaus ist heute ein wichtiges Naturschutzgebiet. Für namibische Verhältnisse erhält der Waterberg recht viel jährliche Regenfälle – etwa 400 mm. Der direkt am Berg anfallende Niederschlag versickert im porösen Sandgestein, bis er tiefer liegende undurchlässige Tonschichten erreicht. An diesen Schichten tritt das Wasser aus dem Berg aus und bildet natürliche Quellen.

Die Fülle an Wasser sorgt für eine sehr vielfältige Vegetation – Flora und Fauna! Der Waterberg ist die einzige Region in Namibia südlich des Caprivi, in dem Du natürlich vorkommende Kaffernbüffel sehen könntest, die Nummer 5 der Big Five, von denen Du im Etosha Nationalpark lediglich vier sehen kannst.

Um den Waterberg herum gibt es verschiedene Wanderwege, die man ohne Begleitung begehen kann. In das Naturschutzgebiet auf dem Tafelberg darfst Du aufgrund der Kaffernbüffel und z.B. auch Nashörner nur in Begleitung eines Guides.

Hoba Meteorit

Vor etwa 80.000 Jahren muss es ziemlich laut geklungen haben, als der Hoba Meteorit auf die Erde einschlug. Er ist der größte intakte, jemals auf unserer Erde entdeckte Meteorit. Bis zum Jahr 1920 war er vollständig von Erde bedeckt und tauchte nur zufällig beim Pflügen des Bodens auf. Der Hoba Meteorit ist in den Otavibergen, etwa 20 km westlich von Grootfontein, auf die Erde geknallt und wird vermutlich für immer dort liegen bleiben. Sein geschätztes Alter liegt bei 190 – 410 Millionen Jahren.

Ein wirklich liebevoll erbautes Areal umrundet diesen 50-60 Tonnen schweren Koloss aus Eisen, Nickel und Kobalt. Der Parkplatz ist sehr groß und der Garten um das Gelände schön angelegt. Am Eingang gibt es einen kleinen Ticketschalter mit lokalem Souveniershop, in dem Du für wenige NAD ein Ticket kaufen kannst.

Nachtrag 2022: Mittlerweile leider mit 250 NAD pro Person völlig überteuert. Immer noch ein schönes Areal, aber für den Preis überlegt man es sich zwei Mal – vor allem, wenn man bedenkt, dass der Eintritt in den Etosha Nationalpark nur etwa 100 NAD kostet.

Du folgst anschließend einem schmalen Weg, gesäumt von schattenspendenden Bäumen und bevor Du zum Meteoriten gelangst, stolperst Du über Schilder, die vor herabfallenden kosmischen Steinbrocken warnen – ob ein Helm hier wirklich ausreicht? Das ist natürlich alles nur ein Spaß und das Gelände absolut sicher.

Du wunderst Dich vielleicht, warum vom damals bestimmt gewaltigen Einschlagkrater heute nicht mehr viel zu sehen ist? Das liegt daran, dass Krater von größeren Meteoriten im Verlauf weniger Jahrzehnte durch Pflanzenbewuchs und atmosphärisch bedingte Verwitterung unkenntlich werden.

Der Hoba Meteorit beeindruckt nicht nur durch seine Größe, seine Struktur und die Wärme, die er ausstrahlt, sondern auch durch seine Akustik. Akustik?! Stell Dich mal in die Mitte des Meteoriten und sing ein Lied oder erzähl eine Geschichte. Den seltsam hallend und doch dumpfen Schall kann ich Dir wirklich kaum in Worten beschreiben.

Palmwag

Die Palmwag Concession ist ein 550.000 Hektar großes Schutzgebiet im nordwestlichen Teil Namibias. Vom Etosha aus, passiert man zunächst den 1.640 m hohen, surreal schönen Grootberg Pass. Bergab lege ich Dir ans Herz trotz 4×4 nicht schneller als 40 km/h zu fahren, da man trotz trockener Straße das Gefühl hat, auf ihr zu schwimmen. Diese 1.640 Höhenmeter ohne Leitplanken, möchte mit Sicherheit keiner hinabstürzen. Die Straße an sich ist breit und bietet genügend Ausweichmöglichkeiten für den fast non-existenten Gegenverkehr.

Man findet sich inmitten einer endlosen, surrealen Basaltlandschaft wieder, die durch gewaltige Magmaeruptionen vor rund 125 Millionen Jahren entstanden ist, als Afrika und Südamerika noch als zusammenhängende Landmasse Gondwana existierten. Heute kann man die Palmwag Concession fast auf eigene Faust erkunden – nicht alle Wege darf man alleine bewandern, denn auch hier leben wilde Tiere, wie z.B. ein Rudel an die Wüste angepasster Löwen. Die zerklüfteten Basaltfelder des so genannten Etendeka Plateaus, die mit seltenen Aloen und giftigen Euphorbien bewachsen sind und urzeitliche Landschaft drumherum, gehen einem so schnell nicht mehr aus dem Kopf.

Das geschützt Gebiet ist ein äußerst wichtiges Refugium für seltene Tierarten, von denen einige vom Aussterben bedroht sind. Es wird geschätzt, dass mehr als 70 % der noch in freier Wildbahn lebenden Spitzmaulnashörner hier heimisch sind! Auch die wüstenadaptierten Elefanten, die wir am Brandberg schon sahen, kann man hier mit ein wenig Glück sehen. Leider hatten wir diesmal kein Glück, aber meine Mama letztes Jahr mehrfach!

Die Lebensader der Palmwag Concession ist der Uniab, ein fast 120 km langer, selten wasserführender Trockenfluss. Inhaber der Konzession sind die so genannten Big-3 Conservancies (Sesfontein, Anabeb und Torra), deren kommunale Schutzgebiete an Palmwag grenzen. Die Konzession wird in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Umwelt und Tourismus, dem Save the Rhino Trust, Wilderness Safaris und der Gondwana Collection betrieben.

Ich kann nur sagen: Wir werden definitiv zurück kommen, um mehr Zeit hier zu verbringen und die Landschaft zu erkunden.

Namib Wüste

Anfang 2020 – bevor die Pandemie auch mein Leben und meine Pläne durcheinander brachte – schien ein lang ersehnter Traum von mir endlich in greifbare Nähe zu rücken: Ins südliche Afrika zu ziehen. Für wie lange? Da wollte ich mich nicht festlegen. Ich würde im März nach Namibia fliegen und hätte eine ganze Vorstellungswoche in der Namib Wüste als CSR/Happiness-Managerin einer luxuriösen Sternelodge. Nunja, die Pandemie kam und Pläne mussten neu geplant werden. Glücklichweise durfte ich im November mein Glück erneut versuchen! Long story short: Aus verschiedenen Gründen habe ich mich gegen diesen Job entschieden, aber durfte immerhin eine Woche im Herzen der ältesten Wüste der Welt verbringen.

Rundu

Rundu liegt in der Kavango Region und direkt am Okavango Fluss. Die Fahrt in den Norden des Landes allein ist schon absolut spektakulär! Meter um Meter wird es zwar immer wärmer, aber die Landschaft gleichzeitig deutlich grüner. Am Straßenrand reihen sich kleine Dörfer aus Lehm- oder Wellblechhütten aneinander.

Die Kavango Region ist benannt nach seinen Einwohnern, die für ihre Holzschnitzkunst bekannt sind. Am Straßenrand wird diese unter anderem auch ausgestellt und verkauft. Sie sind ein in fünf Stämme unterteiltes Flussvolk, das bis heute sein Überleben hauptsächlich durch Fischfang sichert. Die Hauptstadt dieser Region ist Rundu. Durch das gesamte Gebiet und als natürlich Grenze zu Angola fliest der Okavango etwa 400 km quer durch den Kontinent. Dieser bietet die Lebensgrundlage der ärmsten Region Namibias.

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