Namibia: Allgemein

Wie und warum ich mich in Namibia verliebt habe und was eigentlich meine Geschichte mit Namibia ist, habe ich hier versucht in Worte zu fassen.
Um euch eine Reise nach und durch Namibia so einfach wie möglich zu gestalten, update ich allgemeine Tipps und Tricks für Namibia ebenfalls regelmäßig. Fragen, die darüber hinaus gehen, werde ich sehr gerne versuchen zu beantworten und dann ebenfalls (anonym) in diesem Post veröffentlichen.

In diesem Post erzähle ich euch ein bisschen Allgemeines über Namibia, über einzelne Orte oder Städte. Wie immer gilt: Ich freue mich über Fragen und Kommentare 🙂 Meine längeren Roadtrips möchte ich Dir in eigenen Post vorstellen, damit alles einigermaßen übersichtlich bleibt.

Namibia

Namibia beheimatet etwa 2,2 Mio Menschen. Das sind deutlich weniger Einwohner als Berlin hat und das auf einer Gesamtfläche von knapp 830.000 km², also etwa zweieinhalb Mal so groß wie Deutschland. Mit einer Bevölkerungsdichte von 2,82 Einwohnern pro km² ist Namibia das am dünn besiedelste Land der Welt – nach der Mongolei.

Bis zu zwölf verschiedene Völker und Kulturen sind in Namibia einheimisch. Manche schon seit Anbeginn ihrer Ethnogenese, andere wiederum haben sich erst mit der Zeit angesiedelt. Die größte Bevölkerungsgruppe, mit etwa 50% Anteil an der Gesamtbevölkerung, sind die Ovambo, die ursprünglich aus dem nördlichen Teil des Landes stammen. Die anderen 50% bestehen aus Damara, Herero, Himba, Caprivier, San, Nama, Kavango, Coloureds, Rehoboter Baster und die weiße Bevölkerung, bestehend aus hauptsächlich Deutschen, die allerdings nur 6% der Gesamtbevölkerung ausmachen.

Von 1884 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs (1915) hieß Namibia noch Deutsch-Südwestafrika und litt unter den deutschen Kolonialherrschern. So sind die deutschen Kolonialherren unter anderem für den ersten Genozid des 20. Jahrhunderts (an den Herero und Nama) verantwortlich. Weitere 70 Jahre musste sich Namibia als UN-Territorium durchschlagen, bis es 1990 endlich durch starken internationalen Druck seine Unabhängigkeit von Südafrika und seinen heutigen Namen erlangte. Bis heute haben viele Straßen deutsche Namen (und Schilder), es gibt ein Oktoberfest, Karneval und auch die Essiggurken aus Thüringen kann man im Spar um die Ecke einkaufen. Bisschen verrückt, aber man gewöhnt sich doch recht schnell daran – schließlich fühlt es sich irgendwie an wie Zuhause. In Windhoek zumindest. Reist man noch weiter in den Norden oder in den Süden des Landes, ist es auch ganz schnell vorbei mit Schwarzwälderkirschtorte und Birkenstocks. Windhoek ist nicht nur die Hauptstadt des Landes, sondern auch die Größte. Rundu, im Norden des Landes an der Grenze zu Angola, ist die zweitgrößte Stadt Namibias.

Aktuell belegt Namibia Platz 130 von 189 Staaten weltweit im Human Development Index. Seit seiner Unabhängigkeit hat das Land große Fortschritte gemacht, um die Armut zu bekämpfen, allerdings sind in kaum einem Land der Welt Reichtum und Armut so ungleich verteilt wie hier.

Die Währung in Namibia ist der Namibia-Dollar (NAD), allerdings kann auch überall mit südafrikanischen Rand (ZAR) bezahlt werden und sogar die Geldautomaten spucken öfter mal Rand aus – das ist völlig normal.

Offizielle Amtssprache ist Englisch, aber – wie bereits erwähnt – Deutsch ist weit verbreitet. Daneben werden noch Sprachen wie Afrikaans, Oshivambo, Otjiherero, Khoekhoegowab und viele weitere lokale Dialekte und Sprachen gesprochen.

Namibia ist zeitlich eine Stunde vor Deutschland und somit in der Zeitzone UTC + 2.

Windhoek / Windhuk

Windhoek ist nicht nur die Hauptstadt Namibias, sondern auch das politische, kulturelle, industrielle und wirtschaftliche Zentrum des Landes. Je nach Quelle wohnen in Windhoek zwischen 300.000 und 400.000 Menschen. Der Name „Windhoek“ ist abgeleitet aus dem Afrikaans und bedeutet „windige Ecke“. Die veraltete Schreibweise „Windhuk“, aus der Kolonialzeit, wird nicht mehr offiziell genutzt. Geographisch liegt Windhoek ziemlich genau in der Mitte des Landes und tatsächlich kreuzen sich hier auch alle Verkehrverbindungen von Nord nach Süd und von Ost nach West. Aufgrund der hügeligen Landschaft liegt der internationale Flughafen Hosea Kutako etwa vierzig Kilometer außerhalb der Stadt.

Windhoek ist eingefasst zwischen den Erosbergen im Osten, den Auasbergen im Süden und dem Khomashochland im Westen und Norden, die bis zu 2.000 Meter hoch sind und eine Ausdehnung der Stadt stark einschränken. Die Stadt liegt zwischen 1.625 und 1.725 Metern über dem Meeresspiegel. Bis heute sind in Windhoek zahlreiche Gebäude aus der Kolonialzeit zu finden und es ist auffällig, wie sauber die Stadt ist. Die Stadt bietet einige Sehenswürdigkeiten wie z.B. die Christuskirche, den Tintenpalast (Sitz der Regierung), die „Alte Feste“, das Denkmal des deutschen Reiters sowie mehrere Museen und Galerien. Fast alle namibischen oder in Namibia tätigen Unternehmen haben ihren Sitz in Windhoek. Viele Firmen haben deutsch-namibische Eigentümer. Durch diese Konzentration wächst die Stadt kontinuierlich um fast 12.000 Menschen jährlich.

Während des Ersten Weltkrieges endete 1915 die deutsche Kolonialzeit in Windhoek und die Stadt wurde von südafrikanischen Truppen, die unter britischem Kommando standen, besetzt. Später wurde die Infrastruktur verbessert, Straßen geteert, die Wasserversorgung ausgebaut etc., während das Prinzip der Rassentrennung aus der Apartheid in Schulen und Krankenhäusern fortgesetzt wurde. Wie auch in Südafrika, wurden die schwarzen Einwohner immer wieder zur Umsiedlung gezwungen, was zu heftigen Protesten und gewaltsamen Auseinandersetzungen führte, die in den Jahren 1959 bis 1963 ihren Höhepunkt erreichten. Als Namibia 1990 die Unabhängigkeit von Südafrika erlangte, erlebte die Stadt einen starken Aufschwung in politischer, kultureller und touristischer Hinsicht und die Einwohnerzahl stieg rapide an.

Windhoek hat mittlerweile tatsächlich einen Zero Waste Store! Da kann ich natürlich nicht einfach nur dran vorbei laufen …

Hast Du schonmal von „Fat Cook“ gehört? Das ist tatsächlich keine Beleidigung für übergewichtige Menschen, sondern eines der leckersten Dinge, die Du jemals essen wirst! Fat Cooks sind quasi frittierte Teigballen. Oft isst man sie nur in Sauce getränkt, aber auch nicht zu selten gefüllt mit z. B. Hackfleisch – mir läuft das Wasser im Mund zusammen! Kaufen kannst Du sie an jeder Straßenecke, aber die besten, die ich bisher gegessen habe, gab es in der Independence Avenue bei einem Café namens Nixon.

Jeden Samstag von 08:00 – 12:00 Uhr findet in Windhoek der wöchentlich Biomarkt „Green Market“ am Fuße der Stephanus Kirche, in Klein Windhoek. Hier findet man alles über schöne, handgefertigte Souvenirs, frisches Gemüse, leckere Backwaren oder einfach nur guten, frisch gebackenen Kuchen und leckeren Kaffee.

Für alle Biltong- und Fleischliebhaber habe ich noch einen besonderen Tipp in Windhoek: In der Grove Mall im EG gibt es einen kleinen Shop … sobald mir der Name wieder einfällt, lass ich es euch wissen!

Brandberg

Das Brandbergmassiv liegt in der Erongo-Region im Westen Namibias, etwa 90 km vom Atlantischen Ozean entfernt. Es umfasst eine Fläche von 760 km². Der Gebirgszug hat eine mittlere Höhe von 2.500 Metern und überragt seine Umgebung eindrucksvoll um etwa 2.000 Meter. Sein höchster Berg, der Königstein, ist mit seinen 2.573 Metern gleichzeitig auch der höchste Berg des gesamten Landes. Der Königsstein selbst kann bewandert werden, allerdings nur in den Monaten mit gemäßigterem Klima – also April bis September.

Der Name des 30 km langen und 23 km breiten Brandbergmassivs leitet sich von seinen leuchtenden Farben ab, die die untergehende Sonne auf die Bergkette malt – als würde der Berg in Flammen stehen. Die nächstgelegene Stadt ist Uis, die etwa 30 km entfernt ist und diverse Übernachtungsmöglichkeiten bietet. Wir haben direkt am Brandberg in der Brandberg White Lady Lodge in einem Baumhaus übernachtet. Aber auch das Zelten ist hier etwas sehr Besonderes, weil man beispielsweise mit etwas Glück aus der Dusche heraus die vom Aussterben bedrohten Wüstenelefanten beobachten kann.

Der Brandberg ist berühmt für seine zahlreichen Felsmalereien, von denen angeblich 50.000 Stück auf dem ganzen Berg zu finden sind. Einige dieser 2.000 bis 4.000 Jahre alten Malereien sind nur schwer zugänglich. Wissenschaftler sind sich heute sicher, dass die Malereien von den San (Buschmännern) stammen, die das Gebiet vor langer Zeit bewohnten. Neben Malereien von Kriegern oder Jägern findet man eine große Anzahl von verschiedenen Tiermalereien – ein wichtiger Hinweis darauf, dass es zu dieser Zeit reichlich Wildtiere gegeben haben muss.

Das bekannteste Felsbild, die White Lady, wurde 1917 vom deutschen Forschungsreisenden Reinhard Maack entdeckt, der als erster Europäer den Königstein bestieg. Er deutete die White Lady, eine 45 cm große Felsmalerei, als Kriegerin.

Jahre später, 1955, interpretierte dann der französische Priester Henri Breuil das Gemälde als weiße Frau, nachdem er die Figur mit einer griechischen Darstellung auf Kreta verglichen hatte. Obwohl Wissenschaftler heute davon überzeugt sind, dass das Gemälde einen männlichen Krieger oder Schamanen der San darstellt, blieb der Name „White Lady“ bestehen. Der Weg zur White Lady ist etwa fünf Kilometer lang und ein einheimischer Guide (Fragt nach Patricia, sie macht einen tollen Job!) begleitet alle Gäste, um weiteren Vandalismus an den Malereien zu vermeiden. Die Gemäldegruppe, zu der auch die White Lady gehört, muss mittlerweile durch schmale Gitter gesichert werden, die aber nicht die Sicht stören. Fotos mit Blitz sind verboten (und unnötig), weil die Gemälde dadurch zerstört werden. Es empfiehlt sich, die Wanderung direkt am Morgen zu machen, da es sehr schnell sehr heiß wird, sobald die Sonne scheint.

Das Brandbergmassiv haben wir im Zuge eines kleinen Roadtrips mit Swakopmund verbunden. Wir hatten viel Glück und konnten innerhalb von drei Tagen gleich zwei der drei Herden Wüstenelefanten sehen, von denen es weltweit insgesamt nur noch weniger als 300 Stück gibt.

Aber man kann nicht nur Wüstenelefanten bestaunen …

Swakopmund

Swakopmund ist mit etwa 34.000 Einwohnern die Hauptstadt der Erongo-Region. Die Stadt wird umgangssprachlich auch das „Activity Center of Namibia“ genannt, weil man nirgendwo sonst im Land als Tourist so viele verschiedene Dinge unternehmen kann. Ein Aquarium, Sanddünen-Boarding, Kajaking, Rundflüge, diverse Tagesausflüge, Quad-Touren und vieles mehr. So sehr ich verstehen kann, warum die Namibier ihr Swakopmund lieben (und vor allem um Weihnachten alle dorthin pilgern, um die Feiertage dort zu verbringen) und so sehr ich verstehen kann, warum viele Touristen diesen Ort so sehr mögen, so weit unten ist er „leider“ auf meiner Namibia-Liste. Allerdings nicht, weil es dort nicht schön und interessant ist, sondern nur, weil der Rest des Landes einfach so schön ist, sodass es Swakopmund überschattet 🙂 Und auch, weil ich nicht die Art Reisende bin, die gerne die klassischen Touristen-Aktivitäten unternimmt – völlig wertfrei!

Die Geschichte der Stadt beginnt mit der Ankuft des portugiesischen Seefahrers Bartholomäus Diaz auf namibischem Boden am Cape Cross im Jahr 1487, wo er ein Steinkreuz errichtete. Im Jahr 1793 ankerten zwei holländische Seeleute kurz vor der Mündung des Swakop-Flusses. Im Jahr 1862 hisste dann die Besatzung eines deutschen Kanonenbootes die deutsche Flagge an der Mündung des Swakop-Flusses, um die Besetzung des Territoriums zu signalisieren. Mit diesem hoheitlichen Akt wurde den Engländern, die den Hafen von Walvis Bay besetzten, die Besetzung dieses Küstengebietes durch das Deutsche Reich demonstriert. Noch heute findet man am Cape Cross eine der größten Robben-Kolonien weltweit.

Geographisch liegt Swakopmund inmitten von Dünen und der Wüste, nahe der Mündung des Swakop-Flusses. Während der Kolonialzeit war Swakopmund ein wichtiger Hafen, obwohl die Bedingungen nicht gerade günstig waren: Das Küstenwasser war viel zu flach, es fehlte eine geschützte Lagune und die Brandung war viel zu stark. Außerdem war der Hafen von Lüderitz zu weit entfernt und der nahe gelegene Hafen von Walvis Bay stand unter britischer Besatzung. Da die Ausschiffung von Siedlern und Truppen auf Brandungsbooten ein lebensgefährliches Unterfangen war, wurde mit sehr viel Geld ein künstlicher Hafen gebaut. Ab 1894 wurde dann ein regelmäßiger Frachtverkehr unter Führung einer Hamburger Reederei aufgenommen. Zunächst wurde 1902 ein 325 Meter langer, hölzerner Steg gebaut, der 1912 durch einen eisernen ersetzt wurde. Die komplette Versorgung der deutschen Kolonie wurde über Swakopmund abgewickelt. Die Überreste dieses Stegs sind noch heute zu sehen, wo 2010 ein Restaurant mit Austernbar auf dem sogenannten „Jetty“ eröffnete.

Um die Transportmittel zu verbessern, wurde am 01. Juli 1902 die erste deutsch-südwestafrikanische Eisenbahnlinie zwischen Swakopmund und Windhoek eröffnet. Die Namib-Wüste ist über 100 Kilometer breit; die Strecke nach Windhoek betrug 382 km, wobei die Bahn 1.673 Meter über dem Meeresspiegel erklimmen musste. Die Schmalspurbahn fährt heute von Walvis Bay über Swakopmund nach Windhoek. An einigen Tagen der Woche wird zusätzlich ein Personenwagen an den Güterzug angehängt. Zusätzlich pendelt der Luxus-Personenzug Desert Express zwischen Swakopmund und Windhoek.

Heute ist Swakopmund vor allem ein Urlaubsort und somit von großer touristischer Bedeutung. Aufgrund der milden klimatischen Bedingungen, vor allem während der Hochsaison im Dezember und Januar, ist die Stadt ein Anziehungspunkt für viele Touristen (hauptsächlich aus dem eigenen Land) – in einem solchen Ausmaß, dass Unterkünfte Monate im Voraus gebucht werden müssen. Viele südafrikanische und namibische Rentner haben sich hier niedergelassen. Während der Kolonialzeit wurde Swakopmund als „Deutschlands südlichster Küstenort“ bezeichnet, obwohl die Wassertemperaturen aufgrund der kalten Benguela-Strömung des Atlantiks kaum über 20 °C erreichten.

Was wir in Swakopmund gemacht haben? Wir waren viel spazieren, haben Laugenbrötchen in deutschen Bäckereien gekauft, frischen Fisch gegessen und waren im Fitness Studio. Swakopmund war eine (auch klimatisch) schöne, erholsame, kurze Pause, bevor wir weiterfuhren und die Zivilisation wieder hinter uns ließen.

Hoba Meteorit

BOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOOMMMMMM!!!!

So ähnlich oder eher noch viel lauter muss es wohl vor etwa 80.000 Jahren geklungen haben, als der Hoba-Meteorit auf die Erde einschlug. Er ist der größte intakte, jemals auf unserer Erde entdeckte Meteorit. Bis zum Jahr 1920 war er vollständig von Erde bedeckt und tauchte nur zufällig beim Pflügen des Bodens auf. Der Hoba-Meteorit ist in den Otavibergen, etwa 20 km westlich von Grootfontein, auf die Erde geknallt und wird vermutlich für immer dort liegen bleiben. Sein geschätztes Alter liegt bei 190 – 410 Millionen Jahren.

Ein wirklich liebevoll erbautes Areal umrundet diesen 50-60 Tonnen schweren Koloss aus Eisen, Nickel und Cobalt. Der Parkplatz ist sehr groß und der Garten um das Gelände schön angelegt. Am Eingang gibt es einen kleinen Ticketschalter mit lokalem Souveniershop, in dem Du für wenige NAD ein Ticket kaufen kannst. Du folgst anschließend einem schmalen Weg, gesäumt von schattenspendenden Bäumen und bevor Du zum Meteoriten gelangst, stolperst Du über Schilder, die vor herabfallenden kosmischen Steinbrocken warnen – ob ein Helm hier wirklich ausreicht? Das ist natürlich alles nur ein Spaß und das Gelände absolut sicher.

Du wunderst Dich vielleicht, warum vom damals bestimmt gewaltigen Einschlagskrater heute nicht mehr viel zu sehen ist. Das liegt daran, dass Krater von größeren Meteoriten im Verlauf weniger Jahrzehnte durch Pflanzenbewuchs und atmosphärisch bedingte Verwitterung unkenntlich gemacht werden.

Der Hoba-Meteorit beeindruckt nicht nur durch seine Größe, seine Struktur und die Wärme, die er ausstrahlt, sondern auch durch seine Akustik. Akustik?! Stell Dich mal in die Mitte des Meteoriten und sing ein Lied oder erzähl eine Geschichte. Den seltsam hallend und doch dumpfen Schall kann ich Dir wirklich kaum in Worten beschreiben.

Tsumeb und Etosha Nationalpark / Pfanne

In Tsumeb erbaute Michael mit seiner Familie vor vielen, vielen Jahren das Tsumeb Arts and Crafts Centre, in dem Anwohner ihre handgefertigte Kunst verkaufen und somit eigenes Geld verdienen können. Dieses Arts und Craft Center hat es schon seit einigen Jahren nach ganz oben auf die Must-Do-Listen der bekannten online und offline Reiseführer geschafft – zurecht. Nicht nur was man kaufen kann ist mit viel Herzblut und Leidenschaft erschaffen worden, sondern das gesamte Gelände.

Von Tsumeb aus ist man in weniger als einer Stunde direkt in der Etosha Pfanne.

„Einst schlich sich eine Gruppe Fremder in das Land der Eingeborenen. Jäger umzingelten die Eindringlinge und brachten fast alle ums Leben – Männer und Kinder. Die Frauen jedoch ließen sie frei. Von tiefer Trauer erfüllt, wiegte eine junge Mutter ihr totes Kind in den Armen. Sie weinte so bitterlich, dass ihre vielen Tränen einen großen See bildeten. Als die Wärme der Sonnenstrahlen den See austrocknet, ist der ganze Boden mit einer hauchfeinen, silbrig-weißen Schicht aus Salz bedeckt.“ Der Legende nach liegt hier der Ursprung der Etosha-Pfanne.

Die Etosha-Pfanne liegt im Herzen des Etosha-Nationalparks, der in etwa halb so groß ist wie die gesamte Schweiz. Als eines der größten Naturschutzgebiete der Welt, liegt der Etosha-Nationalpark im Norden Namibias. Der Name „Etosha“ hat seinen Ursprung in der Sprache der Ovambo, einem der indigenen Völker Namibias, und bedeutet so viel wie „großer weißer Platz“. Diese Bezeichnung macht ihrem Namen alle Ehre, denn die Pfanne ist über und über mit einer silbrig-weißen Salz-Lehmkruste überzogen. Die zusätzlich ganzjährig spärliche Vegetation verleiht der Etosha-Pfanne ihre charakteristische mystische Färbung.

In der Etosha-Pfanne kannst Du nicht nur vier der berühmten Big Five (Elefanten, Spitzmaulnashörner, Leoparden und Löwen – einzig den Kaffernbüffel wirst Du hier nicht finden) entdecken, sondern eine Artenvielfalt, die Dich aus dem Staunen nicht mehr rauslässt. Neben etwa 130 verschiedenen Säugetierarten, kannst Du mehr als 340 verschiedene Vogelarten bestaunen. Wo und wann Du welche Tiere genau sehen kannst, lässt sich allerdings nicht vorhersagen, da es sich um ihren natürlichen Lebensraum handelt. Am Eingang und in den staatlichen Camps findest Du aber sogenannte Guestbooks, in denen Reisende ihre Sichtungen notieren und Dir so einen Anhaltspunkt geben. Beachte aber, dass Nashorn-Sichtungen dort niemals eingetragen werden dürfen, um es Wilderern so schwierig wie möglich zu machen, diesen wunderschönen und leider vom Aussterben bedrohten Tieren Leid zuzufügen.

In den Etosha-Nationalpark darfst Du mit Deinem eigenen Auto und ohne Guide fahren. Da die Straßen nicht befestigt sind, empfehle ich Dir, dies mit einem geländetauglichen Auto zu tun. Du solltest alles, was Du für Deinen Ausflug brauchst, vorne bei Dir im Auto haben und nicht im Kofferraum, da Du Dein Fahrzeug im Park außerhalb weniger designierter Stellen (Restaurants und Toiletten) nicht verlassen darfst. Am Ticketschalter erhältst Du für wenige NAD einen Wege-Plan, in dem alle Wasserlöcher, Restaurants, Toiletten und Tore eingezeichnet sind. Darüber hinaus findest Du darin viele Bilder der Tiere, um sie vor Ort zu erkennen und voneinander zu unterscheiden – vor allem bei den vielen Vögeln ist das oft nicht ganz einfach. In der gesamten Pfanne darfst Du nicht schneller als 60 km/h fahren und teils lassen die Straßen, aber vor allem die zahlreichen Tiersichtungen, gar nicht mehr zu. Vor Sonnenuntergang verlässt Du den Park durch eines der Tore oder meldest Dich in Deiner Unterkunft an.

Bedenke bitte immer, dass Du als Gast im Zuhause dieser vielen, wunderschönen Kreaturen bist. Behandle sie mit viel Respekt, Ruhe und ausreichend Abstand.

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Rundu

Rundu liegt in der Kavango-Region und direkt am Okavango Fluss. Die Fahrt in den Norden des Landes allein ist schon absolut spektakulär! Meter um Meter wird es zwar immer wärmer, aber die Landschaft gleichzeitig deutlich grüner. Am Straßenrand reihen sich kleine Dörfer aus Lehm- oder Wellblechhütten aneinander. Die Kavango-Region ist benannt nach seinen Einwohnern, die für ihre Holzschnitzkunst bekannt sind. Am Straßenrand wird diese unter anderem auch ausgestellt und verkauft. Sie sind ein in fünf Stämme unterteiltes Flussvolk, das bis heute sein Überleben hauptsächlich durch Fischfang sichert. Die Hauptstadt dieser Region ist Rundu. Durch das gesamte Gebiet und als natürlich Grenze zu Angola fliest der Okavango etwa 400 km quer durch den Kontinent. Dieser bietet die Lebensgrundlage der ärmsten Region Namibias.

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Namib Wüste

Anfang 2020 – bevor die Pandemie auch mein Leben und meine Pläne durcheinander brachte – schien ein lang ersehnter Traum von mir endlich in greifbare Nähe zu rücken: Ins südliche Afrika zu ziehen. Für wie lange? Da wollte ich mich nicht festlegen. Ich würde im März nach Namibia fliegen und hätte eine ganze Vorstellungswoche in der Namib Wüste als CSR/Happiness-Managerin einer luxuriösen Sternelodge. Nunja, die Pandemie kam und Pläne mussten neu geplant werden. Glücklichweise durfte ich im November mein Glück erneut versuchen! Long story short: Aus verschiedenen Gründen habe ich mich gegen diesen Job entschieden, aber durfte immerhin eine Woche im Herzen der ältesten Wüste der Welt verbringen.

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