Allgemein: Südafrika

Reisen in der Regenbogennation

Ach ja, … Südafrika. Dieses zauberhaft vielfältige Land durfte ich das letzte halbe Jahr mein Zuhause nennen – warum genau, erkläre ich weiter unten. Aller Wahrscheinlichkeit nach, hänge ich demnächst noch ein paar Monate dran und kann euch noch viel mehr über dieses Land berichten.

Südafrika ist eine Republik (RSA = Republic of South Africa) und mit Platz 114 eines der am weitest entwickelsten Länder des gesamten afrikanischen Kontinents – sogar noch vor Namibia. Hier gibt es also genug und gut ausgebildete Ärzte (falls Du auf Reisen Hilfe in Anspruch nehmen musst), gut ausgebaute und geteerte Straßen, ausreichend Lebensmittel etc. Auf einer Reise nach Südafrika kann es Dir auf jeden Fall nicht an viel mangeln. Die Universität von Kapstadt gilt sogar als die beste Universität des gesamten Kontinents!

  • Fragile States Index (Stabilität des Landes): 70,1/120 erhöhte Warnung
  • Demokratieindex: 7,05/10 unvollständige Demokratie
  • Freedom in the World Index: 79/100 frei
  • Rangliste Pressefreiheit: 75,56/100 zufriedenstellende Lage für die Pressefreiheit
  • Korruptionswahrnehmungsindex: 44/100 korrupt

Südafrika teilt seine Macht auf drei Hauptstädte auf: Die Exekutive liegt in Pretoria, die Legislative in Kapstadt und die Judikative in der Stadt Bloemfontein. Die Regierung selbst sitzt allerdings ausschließlich in Pretoria.

Das kulturell sehr bunte Land (oft deshalb auch „die Regenbogennation“ genannt) hat, wie sehr viele Länder im südlichen Afrika, nicht nur eine Amtssprache – Südafrika hat sogar 12! Diese sind Afrikaans, Englisch, isiXhosa, isiZulu, Nord-Sotho, Sesotho, Setswana, Siswati, Süd-Ndebele, Tshivenda, Xitsonga und die Gebärdensprache. Abhängig davon, in welchem Teil des Landes Du gerade bist, ist eine der Kulturen, und damit auch Sprachen, lokal jeweils ausgeprägter. Manche dieser Sprachen beinhalten auch (die für mich sehr kompliziert auszusprechenden) Klicklaute, die ich in meiner Zeit in Südafrika gemeinsam mit meinen Xhosa-Kollegen versuchte zu lernen … und zu ihrer Belustigung kläglich scheiterte. (So hatten wir aber alle ebenfalls viel Spaß, als sie versuchten Worte wie Eichhörnchen auszusprechen.)

Wie auch schon in Namibia, ist die Geschichte des Landes sehr vielschichtig und auch nicht immer schön. Hier jetzt in die Tiefe zu gehen, würde den Rahmen sprengen, allerdings möchte ich kurz anmerken, dass man die Nachwehen aus der zeitlich nicht allzu weit entfernten Apartheid schon noch deutlich sieht und spürt. Nicht nur optisch in Form der Kolonialbauten, der Tatsache, dass in Managementpositionen doch noch oft mehrheitlich Weiße arbeiten oder daran, dass diese in den Townships eher nicht angesiedelt sind, sondern auch daran, dass ich als (eher) Weiße aus Deutschland (trotz bunt-kulturellen Hintergrunds) erstmal das Vertrauen und die Freundschaft meiner Xhosa- und Colored/Afrikaans-Mitarbeiter gewinnen und hart erarbeiten musste. Ich will euch nichts vormachen: Das war definitiv meine größte Prüfung und Herausforderung! Aber um das Happy End abzukürzen: Die Verabschiedung war auf beiden Seiten sehr tränenreich, gegenseitig haben wir uns alle sehr tief ins Herz geschlossen und freuen uns schon auf ein Wiedersehen ❤

So bunt wie Südafrikas Kulturen, ist auch Südafrikas Landschaft! Man sagt nicht umsonst, dass sich hier alle Kontinente in einem Land vereinen – Ozeane, Wüsten, Savannen, Buschland, Wälder … nur Antarktika sucht man vergebens, wobei es in den Wintermonaten tatsächlich lokal ähnlich kalt werden und nicht selten zu Schneefall führen kann. Da das Land vielfältig und groß ist, ist quasi immer eine gute Reisezeit – je nachdem, was Du dort machen möchtest. Der südafrikanische Winter (im europäischen Sommer) kann auf jeden Fall sehr kalt werden und auch im Herbst habe ich teilweise schon Thermounterwäsche getragen (ganz zur Belustigung meiner südafrikanischen Kollegen).

Noch ein kleiner Fun Fact für Dich: Wusstest Du, dass beide Nobelpreisträger Südafrikas aus derselben Straße kommen? Die beiden Gewinner sind Desmond Tutu und Nelson Mandela: Im Jahr 1984 wurde Desmond Mpilo Tutu „für seine Rolle als völkerverbindende Führungsfigur in der gewaltfreien Kampagne zur Lösung des Problems der Apartheid in Südafrika“ ausgezeichnet. 1993 wurde dann Nelson Mandela „für seinen Einsatz zur friedlichen Beendigung des Apartheidregimes und für die Schaffung der Grundlagen eines neuen demokratischen Südafrikas“ ausgezeichnet. Sie beide kommen aus der Vilakazi Street in Johannesburg. Eine wunderschöne Tourismuskampagne in Südafrika hat ein kleines Video zu eben dieser Straße gedreht – leider nur auf English verfügbar.

Südafrika hat mich eine Lektion gelehrt, von der ich immer dachte, ich hätte sie schon verinnerlicht: We make a plan (Deutsch: Wir finden eine Lösung). In Südafrika läuft fast nie etwas nach Plan – und das ist irgendwie auch gut so, denn Lösungsfindungsprozesse werden immer kreativer und effizienter, ohne dass man in Panik und Resignation verfällt. Vor allem, wenn man im Busch wohnt: Ob es ein Elefant ist, der in den Pool springt (und ihn selbstverständlich mit seinem tonnenschweren Gewicht in Scherben legt), mal wieder ein Hagedaschibis in die Stromleitung fliegt und wir für unbekannte Zeit keinen Strom haben (kein Strom bedeutete bei uns: kein Internet, kein Kochen und vor allem kein Wasser – nicht einmal kaltes – und somit auch irgendwann keine Toilette mehr) oder alle Mitarbeiter für mehr als zwei Wochen durch einen Streik daran gehindert werden, zur Arbeit zu kommen und das Management – also wir – eine gesamte Lodge am Laufen hält. Am Ende waren es übrigens fast zwei volle Tage ohne Strom. Aber hey?! We make a plan. Und den machten wir immer und immer wieder. In einem der Länder aufzuwachsen, in dem man nicht einfach alles hat und nicht einfach beste Voraussetzungen hat, um noch mehr zu haben, macht kreativ. Danke Südafrika, dass Du mich gelehrt hast, wirklich lösungsorientiert zu denken.

Wann ist die beste Reisezeit für Südafrika?

Das ist ganz einfach: Kommt drauf an. Es kommt drauf an, was Du machen möchtest, wohin Du reisen willst, wieviel Geld Du ausgeben möchtest … etc. Hauptsaison für eine Reise nach Südafrika ist der deutsche Winter und somit der südafrikanische Sommer. Ergibt für mich auch zunächst Sinn, weil ich im deutschen Winter auch gerne in die Wärme fliehe. Allerdings kann es auch tagsüber im südafrikanischen Winter über 20 Grad warm werden! Es kommt auch immer darauf an, wohin man genau reisen möchte. Melde Dich gerne, wenn Du explizitere Fragen zu den einzelnen Regionen hast!

Orte, die es noch nicht in eine eigene Kategorie geschafft haben:

Kenton-on-Sea

Kenton-on-Sea ist ein kleiner, malerischer Ferienort. Das Örtchen liegt zwischen den Mündungen der Flüsse Boesmans und Kariega sowie dem Indischen Ozean. Das Gebiet bietet Entspannung und Erholung in einer sicheren Umgebung, denn man kann hier buchstäblich nicht viel mehr machen als die Natur und Ruhe zu genießen.

Vom Addo Elephant National Park aus dauert die Fahrt nur etwa eine Stunde und war für uns der perfekte Ort, um eine kleine Buschauszeit zu genießen.

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