Südafrika

Ach ja, … Südafrika. Dieses zauberhaft vielfältige Land durfte ich das letzte halbe Jahr mein Zuhause nennen – warum genau, erkläre ich weiter unten. Aller Wahrscheinlichkeit nach, hänge ich demnächst noch ein paar Monate dran und kann euch noch viel mehr über dieses Land berichten.

Vorab noch ein paar allgemeine Informationen zu Südafrika: Südafrika ist eine Republik (RSA = Republic of South Africa) und mit Platz 114 eines der am weitest entwickelsten Länder des gesamten afrikanischen Kontinents – sogar noch vor Namibia. Hier gibt es also genug und gut ausgebildete Ärzte (falls Du auf Reisen Hilfe in Anspruch nehmen musst), gut ausgebaute und geteerte Straßen, ausreichend Lebensmittel etc. Auf einer Reise nach Südafrika kann es Dir auf jeden Fall nicht an viel mangeln. Die Universität von Kapstadt gilt sogar als die beste Universität des gesamten Kontinents!

Südafrika teilt seine Macht auf drei Hauptstädte auf: Die Exekutive liegt in Pretoria, die Legislative in Kapstadt und die Judikative in der Stadt Bloemfontein. Die Regierung selbst sitzt allerdings ausschließlich in Pretoria.

Das kulturell sehr bunte Land (oft deshalb auch „die Regenbogennation“ genannt) hat, wie sehr viele Länder im südlichen Afrika, nicht nur eine Amtssprache – Südafrika hat sogar 12! Diese sind Afrikaans, Englisch, isiXhosa, isiZulu, Nord-Sotho, Sesotho, Setswana, Siswati, Süd-Ndebele, Tshivenda, Xitsonga und die Gebärdensprache. Abhängig davon, in welchem Teil des Landes Du gerade bist, ist eine der Kulturen, und damit auch Sprachen, lokal jeweils ausgeprägter. Manche dieser Sprachen beinhalten auch (die für mich sehr kompliziert auszusprechenden) Klicklaute, die ich in meiner Zeit in Südafrika gemeinsam mit meinen Xhosa-Kollegen versuchte zu lernen … und zu ihrer Belustigung kläglich scheiterte. (So hatten wir aber alle ebenfalls viel Spaß, als sie versuchten Worte wie Eichhörnchen auszusprechen.)

Wie auch schon in Namibia, ist die Geschichte des Landes sehr vielschichtig und auch nicht immer schön. Hier jetzt in die Tiefe zu gehen, würde den Rahmen sprengen, allerdings möchte ich kurz anmerken, dass man die Nachwehen aus der zeitlich nicht allzu weit entfernten Apartheid schon noch deutlich sieht und spürt. Nicht nur optisch in Form der Kolonialbauten, der Tatsache, dass in Managementpositionen doch noch oft mehrheitlich Weiße arbeiten oder daran, dass diese in den Townships eher nicht angesiedelt sind, sondern auch daran, dass ich als (eher) Weiße aus Deutschland (trotz bunt-kulturellen Hintergrunds) erstmal das Vertrauen und die Freundschaft meiner Xhosa- und Colored/Afrikaans-Mitarbeiter gewinnen und hart erarbeiten musste. Ich will euch nichts vormachen: Das war definitiv meine größte Prüfung und Herausforderung! Aber um das Happy End abzukürzen: Die Verabschiedung war auf beiden Seiten sehr tränenreich, gegenseitig haben wir uns alle sehr tief ins Herz geschlossen und freuen uns schon auf ein Wiedersehen ❤

So bunt wie Südafrikas Kulturen, ist auch Südafrikas Landschaft! Man sagt nicht umsonst, dass sich hier alle Kontinente in einem Land vereinen – Ozeane, Wüsten, Savannen, Buschland, Wälder … nur Antarktika sucht man vergebens, wobei es in den Wintermonaten tatsächlich lokal ähnlich kalt werden und nicht selten zu Schneefall führen kann. Da das Land vielfältig und groß ist, ist quasi immer eine gute Reisezeit – je nachdem, was Du dort machen möchtest. Der südafrikanische Winter (im europäischen Sommer) kann auf jeden Fall sehr kalt werden und auch im Herbst habe ich teilweise schon Thermounterwäsche getragen (ganz zur Belustigung meiner südafrikanischen Kollegen).

Noch ein kleiner Fun Fact für Dich: Wusstest Du, dass beide Nobelpreisträger Südafrikas aus derselben Straße kommen? Die beiden Gewinner sind Desmond Tutu und Nelson Mandela: Im Jahr 1984 wurde Desmond Mpilo Tutu „für seine Rolle als völkerverbindende Führungsfigur in der gewaltfreien Kampagne zur Lösung des Problems der Apartheid in Südafrika“ ausgezeichnet. 1993 wurde dann Nelson Mandela „für seinen Einsatz zur friedlichen Beendigung des Apartheidregimes und für die Schaffung der Grundlagen eines neuen demokratischen Südafrikas“ ausgezeichnet. Sie beide kommen aus der Vilakazi Street in Johannesburg. Eine wunderschöne Tourismuskampagne in Südafrika hat ein kleines Video zu eben dieser Straße gedreht – leider nur auf English verfügbar.

Südafrika hat mich eine Lektion gelehrt, von der ich immer dachte, ich hätte sie schon verinnerlicht: We make a plan (Deutsch: Wir finden eine Lösung). In Südafrika läuft fast nie etwas nach Plan – und das ist irgendwie auch gut so, denn Lösungsfindungsprozesse werden immer kreativer und effizienter, ohne dass man in Panik und Resignation verfällt. Vor allem, wenn man im Busch wohnt: Ob es ein Elefant ist, der in den Pool springt (und ihn selbstverständlich mit seinem tonnenschweren Gewicht in Scherben legt), mal wieder ein Hagedaschibis in die Stromleitung fliegt und wir für unbekannte Zeit keinen Strom haben (kein Strom bedeutete bei uns: kein Internet, kein Kochen und vor allem kein Wasser – nicht einmal kaltes – und somit auch irgendwann keine Toilette mehr) oder alle Mitarbeiter für mehr als zwei Wochen durch einen Streik daran gehindert werden, zur Arbeit zu kommen und das Management – also wir – eine gesamte Lodge am Laufen hält. Am Ende waren es übrigens fast zwei volle Tage ohne Strom. Aber hey?! We make a plan. Und den machten wir immer und immer wieder. In einem der Länder aufzuwachsen, in dem man nicht einfach alles hat und nicht einfach beste Voraussetzungen hat, um noch mehr zu haben, macht kreativ. Danke Südafrika, dass Du mich gelehrt hast, wirklich lösungsorientiert zu denken.

Addo Elephant National Park

Warum war ich jetzt überhaupt in Südafrika? Ich arbeitete ein halbes Jahr als Duty Managerin in einer 5-Sterne-Lodge im Addo Elephant National Park – also mitten im Busch. Das klingt erstmal alles ziemlich nett. Sobald ich all meine Gedanken und Eindrücke sortiert habe, werde ich vielleicht versuchen sie hier in Worte zu fassen und eine noch persönlichere Insight-Kategorie hochladen – aber auch nur vielleicht 🙂

(Kurze Erklärung zu dem Foto mit dem Löwen: Das ist Wittwarm, einer der beiden männlich Löwen des Parks. Wittwarm hatte eine Verletzung an einer seiner Pfoten, die nicht besser zu werden schien, weshalb sich der Park-Tierarzt das irgendwann genauer angucken wollte. Da wir eine gute Beziehung zu den Rangern (Unterschied Ranger vs. Guide!!) pflegen und einfach wahnsinnige Glückspilze sind, durften wir – Andreas, Ashley und ich – mitkommen. Wittwarm geht es gut, seine Verletzung verheilte von selbst und war nicht so schlimm, wie sie von Weitem aussah. Mehr dazu eventuell später.)

Mit etwa 1.640 km² ist der Addo Elephant National Park der größte Nationalpark im Ostkap des Landes und von Gqeberha (früher: Port Elizabeth), dem Ende der berühmten Garden Route, aus in etwa einer Stunde zu erreichen. Der 1931 zum Schutz der letzten 11 überlebenden Elefanten dieser Region, die noch nicht der Wilderei zum Opfer gefallen waren, erbaute Park ist heute ein vollständiges Big 5 Gebiet: Aus den damals 11 Elefanten sind heute über 650 geworden, Du begegnest einer gesunden Population an Spitzmaulnashörnern, Kaffernbüffeln, zum aktuellen Zeitpunkt fünf wunderschönen Löwen (zwei Männchen und drei Weibchen) und mit wirklich viel Glück auch Leoparden. Allerdings muss ich Deine Hoffnung auf Leoparden direkt ein wenig drücken, denn sie sind nicht nur hervorragende Versteckspieler, sondern auch als Kap-Leoparden nur etwa halb so groß, wie die „normalen“, sehr scheu, nachtaktiv und nahezu unmöglich zu entdecken. Aber (!) ich kenne zwar nicht viele Menschen, die im Addo schon einen Leoparden gesehen haben, jedoch immerhin einen (Nick aus Oyster Bay, den ihr weiter unten noch näher kennenlernt). Vielleicht hast Du ja auch Glück.

Die Straßen im Park selbst sind sehr gut ausgebaut und instandgehalten, sodass Du Dir auch als Selbstfahrer mit einem Mietwagen oder Deinem eigenen Auto keine Sorge machen musst, Deine Kaution zu verfahren oder direkt die nächste Werkstatt anzusteuern. Die Maximalgeschwindigkeit beträgt 40 km/h und eigentlich will man ja auch nicht schneller fahren, denn sonst verpasst man die Tiere, die sich hinter den Büschen verstecken. Je nachdem zu welcher Jahreszeit Du dort bist, hat der Park unterschiedliche Öffnungszeiten. Grob kann man jedoch sagen, dass der Addo von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang geöffnet hat.

Ein ganz besonderer Bewohner des Parks ist der Addo Flightless dung beetle, der einzige Mistkäfer, der nicht fliegen kann und nahezu ausschließlich im Addo vorkommt. Sehr fleißige, kleine Kerlchen, die ich stundenlang bei ihrer Arbeit beobachten könnte. Tiere und vor allem dieser kleine Freund hier haben übrigens immer „right of way“, also Vorfahrt!

Im Addo Elephant National Park siehst Du nur Tiere, die hier auch ursprünglich vorkamen – so wirst Du z.B. keine Giraffen oder Nilpferde sehen. Das hat folgenden (sehr guten) Grund: Die Natur hat sich einiges dabei gedacht, Flora und Fauna aneinander anzupassen. Nilpferde leben in Seen oder fließendem Gewässer, die es beide nicht in diesem Park gibt. Giraffen fressen von hohen Bäumen. Auch diese wachsen im Addo nicht und somit hätten Giraffen irgendwann wohl starke Nackenschmerzen. Die fünf verschiedenen Vegetationstypen des Parks sind: Subtropisches Dickicht (Albany Thicket), Fynbos, Halbwüstenlandschaften (Nama-Karoo), niedrig wachsende Wälder und tatsächlich Küstendünen, bzw. grasbewachsene Küstenebenen (Indian Ocean Coastal Belt) … Ja, denn zum Addo Elephant National Park gehört auch ein Stück Indischer Ozean und zusätzlich zu den Big 5 gibt es hier noch Haie und Wale – somit die Big 7.

Die Addo Elefanten sind einzigartig! Sie haben ausreichend Wasser und Nahrung, keinen Bürgerkrieg miterlebt und der Park ist so gut bewacht, dass Wilderei kein Thema ist. Die Elefanten haben also keine schlechte Erfahrung mit Menschen gemacht und deshalb ist ihr Charakter so, wie er ursprünglich schon immer war: Sanft. So nah, wie hier, wirst Du vermutlich selten oder sogar nirgendwo sonst einem wilden, freien Elefanten kommen. (Denk bitte trotzdem immer dran, dass Du zu Besuch in ihrem Zuhause bist und respektvollen Abstand hältst, den der Elefant ausschließlich auf eigenen Wunsch verringert.)

Dieser Nationalpark ist entlang der Garden Route – meiner Meinung nach – einer der einzigen Parks (Private Game Reserves inklusive), den ich guten Gewissens empfehlen kann. Die meisten Game Reserves sind leider nur größere Zoos, in denen die Tiere auch oft nicht wirklich artgerecht gehalten werden, sondern nur profit-gerecht.

Was ist der Unterschied zwischen einem Nationalpark und einem Private Game Reserve? Ein Nationalpark ist ein staatliches Schutzgebiet, welches vor nicht gewollten menschlichen Eingriffen geschützt wird, wohingegen ein Private Game Reserve ein privates Stück Land ist, auf dem der Besitzer alles ansiedeln und anpflanzen kann, was er möchte. Die Idee hinter einem staatlich geführten Nationalpark ist die Erhaltung großer, unzerstörter Naturgebiete, weshalb es im Addo z.B. auch keine Giraffen gibt. Aus eben diesem Grund werden hier auch in Zukunft keine Giraffen angesiedelt und hohe Bäume gepflanzt, sondern es wird das, was sich die Natur für dieses Stück Erde ausgedacht hat, erhalten und geschützt. Ja, es gibt auch Game Reserves, die mit gleichem Gedanken betrieben werden, aber diese sind leider rar. Sich darüber zu informieren, ist allerdings einfacher als ihr denkt – YAY! Unter folgendem Link könnt ihr den Park oder das Reserve eurer Wahl eingeben und erhaltet eine vertrauenswürdige Empfehlung: Klicke hier.

Über eine Sache musst Du Dir hier übrigens absolut keine Gedanken machen: Malaria. Der Addo Elephant National Park ist ein malariafreies Gebiet!

Im Main Camp (direkt am nördlichen Eingang des Parks) gibt es einen tollen Souvenirladen und ein leckeres Restaurant. Wer lieber eine geführte Tour durch den Park buchen möchte, kann dies ebenfalls hier tun und mit einem Guide im offenen Cruiser fahren. Wenn Du mehrere Tage für den Addo einplanst, kannst Du zum Beispiel auch am ersten Tag eine geführte Tour buchen, in der Du viele Hintergründe erfährst und Fragen stellen kannst, um dann die anderen Tage selbst zu fahren. Auch für Entspannung ist im Main Camp gesorgt: Das Indlovu (Deutsch: Elefant) Spa bietet tolle Massagen und Treatments für tolle Preise.

Ein kleiner Einblick in unseren Alltag: Dank des Herzensprojekts meines Herzensmenschen, konnten wir unseren Tag oft an einem Erdmännchenbau starten … wie das? Im ersten südafrikanischen Lockdown 2020 begann Andreas in enger Absprache mit den Rangern und dem Parkmanagement damit, eine Erdmännchenkolonie zu habituieren, damit die Gäste des Gorah Elephant Camp (unser Arbeitgeber) ein weiteres Highlight auf ihrer Safari erleben. Wenn keine Gäste an den Bau wollten, fuhren wir also morgens vor Sonnenaufgang im offenen Cruiser durch den Park (je nach Jahreszeit war das noch vor 5 Uhr morgens), bis wir den Bau erreichten. Dann heißt es: Auto abstellen, Sitze aufbauen, gedulden und genießen. Auf dem Boden sitzend, umgeben von wilder Natur, guckt man dann zu, wie die ersten, verschlafenen Köpfchen neugierig mit den ersten (oder zweiten) Sonnenstrahlen des Tages aus dem Boden gucken und ihre alltägliche Morgenroutine beginnen. Nach 20 Minuten bis 3 Stunden ziehen sie dann los auf Futtersuche, sind den ganzen Tag unterwegs und wir fahren wieder nach Hause oder zum Arbeiten.

Wie herrlich meditativ es ist, seinen Tag so zu beginnen, kann ich kaum in Worte fassen. Während ich so dasitze, geerdet auf afrikanischem Boden – mal frierend mit Mütze, zwei Jacken und Decke, mal schwitzend in kurzer Hose – laufen Kuhantilopen, Schakale, Elefanten, Spitzmaulnashörner, Hyänen, Zebras, Fuchsmangusten oder Büffel um mich herum – mal mit mehr und mal mit weniger Abstand. Manche beachten mich, andere ignorieren mich vollkommen. Ich beobachte Vögel, Käfer und Insekten. Ich lerne, sauge auf und bin einfach nur dankbar hier zu sitzen und zu sein.

Nanaga Farmstall

1969 verkaufte Lynn noch Gemüse aus dem Kofferraum ihres kleinen Autos, heute leitet sie ein kleines Imperium: den Nanaga Farmstall. Lynn und ihre älteste Tochter schaffen heute zahlreiche Arbeitsplätze für die lokale Bevölkerung und unterstützen sowohl Bauern als auch Künstler in der Umgebung, in dem sie ihnen eine Verkaufsplattform und direkten Kundenkontakt bieten. Der Hofladen befindet sich an der Kreuzung N2/R72/N10 und ist eine gute Gelegenheit, vor oder nach Parkeintritt zu Mittag zu essen und Snacks einzukaufen. Die herzhaften Kuchen und Roosterkoek (eine Art gefülltes Brötchen, das auf dem Grill zubereitet wird) sind Weltklasse! Und wie ihr Slogan schon sagt: Happiness is homemade („Glück ist haus-/selbstgemacht“).

Garden Route

Die berühmte Garden Route ist eine knapp 400 Kilometer lange Panoramastraße auf dem Weg von Kapstadt nach Gqeberha (früher: Port Elizabeth). Entlang der Ozeane (Atlantischer und Indischer) führt Dich die N2 vorbei an den bekanntesten Stopps des Landes, wie Mossel Bay, Hermanus, Swellendam, Tsitsikamma, Knysna, Wilderness, Plettenberg Bay, Jeffreys Bay und vielen weiteren.

Die Orte und Städtchen, an denen ich nicht nur eine Kaffeepause gemacht habe, sind nochmals einzeln in diesem Blogpost beschrieben. Eine weitere schöne Option neben der Garden Route ist die R62 durch das Inland. Du kannst zum Beispiel auch eine Strecke auf der N2 fahren und Sightseeing machen, aber dann auf dem Rückweg, anstatt zu fliegen, die R62 fahren, um die vorbeiziehende Halbwüsten-Landschaft zu genießen. Oder Du vermischt einfach beides und nimmst hier und da eine andere Abzweigung, wie beispielsweise den Chapman’s Peak Drive.

Dreh Sugar Man laut auf und genieße die herrlich frische Meerbrise im Gesicht und die afrikanischen Sonnenstrahlen auf der Haut!

Jeffreys Bay

Jeffreys Bay wirbt damit eine Surfer-Stadt zu sein und das ist sie auch definitiv. Wie genial und einzigartig die Wellen im dortigen Teil des Indischen Ozeans wirklich sind, kann ich jedoch nicht beurteilen – und das habe ich auch nicht vor. Surfer-Outletshops reihen sich aneinander, Backpacker und Snackbuden wechseln sich mit Handwerkskunst-Läden und China-Shops ab. Dank der Cape Nature Conservation gibt es rund um die Stadt auch kleine, aber feine Wanderwege.

Die Bucht von Jeffreys Bay erstreckt sich von Cape Recife im Osten bis Cape St. Francis weiter westlich, während die Stadt 80 km westlich von Port Elizabeth auf halbem Weg zwischen den Flüssen Gamtoos und Kromme sowie den beiden Mündungen der Flüsse Kabeljous und Seekoei liegt. Die Stadt am Ozean hat das ganze Jahr über sehr mildes Klima und ist mit ca. 19-25 °C ein ganzjähriges Ausflugsziel.

Da ich einfach kein Wassersport-Mensch bin, reichten mir drei Tage hier völlig aus, um Jeffreys Bay zu genießen, mich aber auch nicht zu langweilen.

Eine Restaurant-Empfehlung habe ich allerdings noch für euch: The Kitchen Windows, direkt am Strand! Eine Reservierung ist auf jeden Fall erforderlich, weil es schon lange kein Geheimtipp mehr ist.

Kapstadt und Umgebung

Die Hafenstadt an der Südwestküste Südafrikas, umschlossen von zwei Ozeanen – dem Atlantischen und dem Indischen Ozean -, zu Füßen des Tafelbergs (Table Mountain), mit malerischen Weinbergen verziert und gekrönt von einer multikulturell bunten Gesellschaft … Ja, Kapstadt ist genau so schön, wie es klingt!

Für Kapstadt kann man nur zu wenig Zeit einplanen, nie zu viel. Ich war nun schon vier Mal in Kapstadt und habe immer noch das Gefühl, diese Stadt viel zu wenig zu kennen. Es gibt einfach so viel zu entdecken, erkunden und … essen! Wo ich gerade (mal wieder) von Essen spreche, möchte ich Dir ein Restaurant in Constantia ans Herz legen: Das Beyond. Wie der Name schon sagt, ist es wirklich beyond (Deutsch: jenseits von)! Allerdings muss ich Dich vorwarnen: Danach hast Du das Gefühl, nichts schmeckt mehr so gut wie dort. Eine Reservierung vorab ist unbedingt notwendig!

Nicht nur für Pflanzen-Fans, sondern auch einfach für einen schönen Spaziergang in atemberaubender Kulisse: Der botanische Garten Kirstenbosch. Dieser liebevoll angelegte Garten zu Füßen des Tafelbergs ist nebenbei auch noch Start- und Zielpunkt für eine der schönsten Wanderungen zum Gipfelplateau.

Weil wir noch andere Pläne hatten, mussten wir uns nach etwa vier Stunden wirklich zwingen weiter zu fahren, denn hier kann man locker einen vollen Tag verbringen, ohne sich zu langweilen. Mit Ashley (unserem Freund, Arbeitskollegen und Mitbewohner) und Andreas verlor ich mich total im Birding und darin, all die interessanten Randinformationen über Pflanzen zu lernen.

Zwischen den Anlangen findest Du Toiletten, Restaurants und kleine Souvenirshops mit versuchungsvollen Bücherauslagen.

Besonders schockiert und fasziniert zugleich hat mich eine nicht gerade kleine Anlage von Pflanzen, die (nahezu) ausgestorben sind …

Camps Bay

Der kleine, aber sehr schnieke Vorort von Kapstadt ist bei Touristen besonders beliebt – die Strände sind sicher, die Umgebung an sich auch und die Cafés sind gut. Der Kontrast zwischen Scheinwelt und Realität erinnert mich ein wenig an Dubai, denn hier wohnen definitiv die Reichen (ob sie auch schön sind, liegt im Auge des Betrachters). Die Restaurants sind dekadent, aber nicht weniger lecker: Allen Fischfans empfehle ich im Codfather zu reservieren.

Vom weißen Sandstrand aus hat man einen wunderschönen Blick auf die Bergkette Zwölf Apostel und mit etwas Glück kann man in Zeitraffer dabei zusehen, wie sich die berühmte Tischdecke ihren Weg zum Ozean bahnt. Das ist wirklich ein Spektakel!

Kap der Guten Hoffnung / Cape Point

Bartolomeu Diaz, der auf dem Seeweg nach Asien um 1500 auch Namibia als erster Europäer ersegelte, geriet damals am Cape of Good Hope in einen schlimmen Sturm und ging deshalb davon aus, dass sich am scheinbar südlichsten Punkt Afrikas auch die beiden Ozeane treffen (der Indische und der Atlantische), es deshalb dort so stürmisch sei und benannte diesen Ort kurzerhand in „Kap der Stürme“. Erst ein paar Jahrhunderte später fand man heraus, dass sich die beiden Ozeane erst etwa 140 km weiter am Cape Agulhas treffen und auch dies der südlichste Punkt Afrikas ist – aber das interessierte um 1500 noch niemanden.

Stürmisch und windig ist es am Kap der Guten Hoffnung trotzdem bis heute noch. Aber das bringt so ein Ozean eben auch mit sich.

Darüber, weshalb das Kap heute den Namen Kap der Guten Hoffnung trägt, gibt es verschiedene Theorien. Die eine besagt, dass sie damals mehr Seefahrer anlocken wollten, diese Route zu fahren (die Überlebenschancen klingen auch wesentlich höher als bei einem Kap der Stürme). Eine andere Theorie besagt, dass die Seefahrer diese sehr riskant und schwierig zu umsegelnde Ecke umbenannten, weil sie Hoffnung hatten „wenn sie das schaffen, dann schaffen sie es auch bis nach Hause“. Welche nun stimmt, kann ich euch nicht sagen …

Am Cape Point kann man noch mehr wunderschöne Fynbos Vegetation bewundern und bewandern. In den Nationalpark fährtst Du wieder mit Deinem eigenen Auto oder sogar mit einem Fahrrad. Du kannst entweder bis ganz ans Kap fahren oder zwischendurch abstellen und zu Fuß weiter laufen.

Sei Dir bitte bewusst, dass die Warnhinweise bzgl. Pavianen ernst genommen werden müssen! Fenster geschlossen halten, Autotüren abschließen (ja, auch während der Fahrt), kein Essen oder Trinken mitnehmen und die Tiere auf gar keinen Fall füttern, denn dann – und das steht auch überall geschrieben – werden die Tiere immer fordernder und aggressiver Menschen gegenüber, es kommt erneut zu Zwischenfällen und die Paviane werden erschossen. Kein Witz! Faustregel: Mit jedem Pavian, den Du fütterst, stirbt auch einer. Klingt echt hart, aber ist leider so. Und mit diesen Tieren ist nicht zu spaßen … ihre Reißzähne sind sogar größer als die von Löwen! Paviane sind eine der wenigen Tierarten, vor denen ich mehr als nur ausreichend Respekt habe, denn sie haben nicht nur große Zähne, sondern sind auch extrem clever. Sogar unser Auto (bzw. das meines Onkels) wurde am Cape Point von einem Pavian angegriffen: Es staute sich gerade etwas, weil eine Gruppe von Pavianen die Straße blockierte. Ein großes Männchen stolzierte entspannt und langsam schlendernd an unserem Auto entlang. Aus dem Nichts sprang es dann gegen meine Tür und versuchte sie zu öffnen – er hätte das auch geschafft, wenn die Türen nicht abgeschlossen gewesen wären. Wir hatten weder Essen noch Trinken im Auto und haben unter Garantie nichts gemacht, was das Männchen provoziert hätte. Paviane lernen leider, dass wir Menschen Essen im Auto haben und wollen es natürlich haben … so ein ausgewachsenes Männchen will ich allerdings nicht im Auto haben! Frustriert von seinem ersten, missglückten Versuch, sprang er noch zwei weitere Male an meine Tür und hinterließ Biss- und Kratzspuren, die bis heute tief im Lack sind. Ja … das kommt davon, wenn Touristen Paviane füttern. Zu schade, denn am Ende leiden die Tiere unter unseren Fehlentscheidungen.

Muizenberg

Vermutlich habe ich Muizenberg einfach noch nicht aus dem richtigen Blickwinkel betrachtet, aber zumindest diese berühmten, bunten Strandhütten sind für mich der Inbegriff von „Social Media Fake-Welt“. Um den perfekten Fotohintergrund zu haben, werden die ersten Hütten gut in Schuss gehalten, jedoch liegt der Rest einfach verfallen da. Es gab sogar eine Zeit, in der diese Strandhütten der Prostitution dienten und von Kriminellen genutzt wurden, um Strandbesucher zu überfallen. Um die Hütten herum findet man heute einen verdreckten Strand und zahlreiche bettelnde Kinder …

Muizenberg hat mit Sicherheit mehr zu bieten als dieses Wahrzeichen und ich hoffe, dass ich es irgendwann einmal kennenlernen darf.

Simon’s Town

Ja, genau: Die Pinguine! Etwa eine Stunde Fahrtzeit von Kapstadt entfernt findet man eine der einzigen drei an Festland brütenden Pinguinkolonien im ganzen südlichen Afrika. Der Boulders Beach liegt etwas südlich von Simon’s Town. An einem kleinen, bewachten Parkplatz bezahlst Du die Eintrittsgebühren für diesen kleinen Nationalpark (ca. 10€) und kannst den wunderschönen Strandabschnitt entlang spazieren. Das Füttern und Streicheln der Pinguine ist selbstverständlich und aus guten Gründen verboten.

Die Gegend ist wirklich zauberhaft schön – aber, wo Fynbos vegetiert, da bin ich eh immer glücklich!

Simon’s Town ist übrigens auch Stützpunkt der größten Navy Base in ganz Südafrika.

Tafelberg

Im Jahr 2006 wurde der Tafelberg in Kapstadt völlig zurecht zum Weltkulturerbe ernannt. Mit stattlichen 360 bis 450 Millionen Jahren zählt er zu den ältesten Bergen der Welt und gehört zusammen mit dem Lion’s Head und dem Signal Hill zu einer der ältesten Gebirgsketten der Welt – vielleicht ist sie sogar die älteste Gebirgskette der Welt.

Den Tafelberg kannst Du seit 1921 entweder ganz entspannt mit der Seilbahn (Cable Car) „erklimmen“ oder über einen der über 100 verschiedenen Wanderwege erwandern. Ich habe beides getan und finde beides toll. Wenn Du entweder nicht ganz so fit ist oder einfach nicht so viel Zeit hast, dann ist die Seilbahn eine gute Alternative zur malerischen, aber anstrengenden und zeitintensiven Wanderung.

In der Seilbahn selbst ist es total egal, wo Du stehst, denn sie dreht sich auf jeder Fahrt zwei Mal um ihre eigene Achse und auch der offene Teil der Kabine dreht sich mit, sodass jeder einen freien Blick auf die Landschaft genießen kann – hoch und runter. Oben auf dem Plateau hast Du die Wahl zwischen drei verschiedenen Spaziergängen oder Du genießt einfach nur die Aussicht und einen Kaffee im Restaurant. Das Restaurant ist übrigens erstaunlich gut! Nicht, dass das Essen in Südafrika nicht überall wirklich gut sein kann, aber von touristenüberlaufenden Orten kennt man weltweit ansonsten eher eine mäßige Essensqualität.

Einen der schönsten Panoramablicke auf den Tafelberg selbst, hast Du übrigens vom Bloubergstrand aus.

Kenton-on-Sea

Kenton-on-Sea ist ein kleiner, malerischer Ferienort. Das Örtchen liegt zwischen den Mündungen der Flüsse Boesmans und Kariega sowie dem Indischen Ozean. Das Gebiet bietet Entspannung und Erholung in einer sicheren Umgebung, denn man kann hier buchstäblich nicht viel mehr machen als die Natur und Ruhe zu genießen.

Vom Addo Elephant National Park aus dauert die Fahrt nur etwa eine Stunde und war für uns der perfekte Ort, um eine kleine Buschauszeit zu genießen.

Krüger Nationalpark / Sabi Sands Private Game Reserve

Oh Du schönes Lowveld – wie das Gebiet von den Südafrikanern genannt wird. Mit einer Fläche von fast 20.000 km² ist der Krüger Nationalpark das größte Wild- und Naturschutzgebiet in ganz Südafrika! Von Johannesburg aus weitere vier Autostunden oder eine Flugstunde entfernt, erstreckt sich das Gebiet bis an die Grenze nach Simbabwe, Mosambik und zum Königreich Eswatini.

Im Jahr 1898 erklärte der damalige Präsident und Sohn deutscher Einwanderer Paul Krüger: „Wenn ich diesen kleinen Teil des Lowvelds nicht schütze, werden unsere Enkelkinder nicht wissen, wie ein Elefant, Löwe oder Kudu aussehen.“ Doch erst 1926 wurde das Gebiet offiziell zum Nationalpark ernannt und unter staatlichen Schutz gestellt.

Der Krüger Nationalpark strotzt vor Flora und Fauna! So findet man knapp 150 verschiedene Säugetierarten, über 500 Vogelarten, fast 120 Reptilienarten, 50 Fisch- und nahezu 40 Amphibienarten. Allein über 330 verschiedene Baumarten wachsen im Lowveld und darüber hinaus zahlreiche andere Pflanzen und Blumen. Es ist genau so herrlich, wie es gerade klingt … dem Lowveld wohnt sein ganz eigener Zauber inne.

Und der Zauber wächst und gedeiht, denn Zäune und Grenzen weichen! Die Grenzen im Osten nach Mosambik und im Norden nach Simbabwe sollen zeitnah geöffnet und so der Great Limpopo Transfrontier Park auf über 100.000 km² erweitert werden.

Das Sabi Sands Game Reserve ist ein 65.000 Hektar großes, in den 1950ern von lokalen Landbesitzern initiiertes Schutzgebiet und grenzt Zaun-los an den weltberühmten Krüger Nationalpark an. Heute sind viele dieser Familien bereits in dritter und vierter Generation Großgrundbesitzer im Reserve und ihr Vermächtnis ist die erfolgreiche Erhaltung der dichtesten Großwildbestände Südafrikas. Trotz der 50 Kilometer langen, nicht eingezäunten Grenze zum Krüger Nationalpark sind die Wildtiere im Sabi Sands Reserve mehr an Menschen und Autos gewöhnt, was zu außergewöhnlichen und sehr nahen Begegnungen führt – vor allem mit den sonst so scheuen Leoparden.

Die Flüsse Sabi und Sand fließen durch das Reserve, was der Artenvielfalt dieses Gebiets eine weitere Dimension und dem Reserve seinen Namen verleiht.

Puh. Wie oft ich schon knapp Leoparden verpasst habe, kann ich kaum noch zählen. Und wie oft sie mir schon von Guides 100%-ig garantiert wurden, auch nicht. Da waren schon ganz viele „Gerade als Du auf Game Drive bist, lag ein Leopard auf Deiner Veranda.“ oder „Wärst Du zwei Minuten später nach Hause gefahren, hättest Du einen Leoparden im Baum gesehen.“ dabei und meine Hoffnung sank von Tag zu Tag und von Reise zu Reise. Warum hatte ich auch immer so ein Pech mit Leoparden? Hm. Vermutlich damit mich mein Papa in Südafrika besucht und wir uns gemeinsam auf das Busch-Abenteuer nach meinem Leoparden begeben ❤

Naja. Und wie ihr sehen könnt, wurde ich definitiv nicht enttäuscht. Meinen ersten Leoparden sahen wir nach 20 Minuten auf dem ersten Game Drive, während ich gerade gedankenverloren die Drainage Lines filmte (die Faszination dafür versteht man wohl erst, wenn man ein paar Monate im Busch gelebt hat) – kein Witz! Es verging kein einziger Game Drive, an dem wir nicht mindestens drei verschiedene Leoparden gesehen haben.

Es war wirklich unglaublich und ein endlich wahrgewordener Traum!

Wir sahen Hyänen, die Leoparden jagten (und andersrum). Wir sahen ein großes Rudel Löwen zunächst erfolglos eine Giraffe jagen und dann eine Herde Impalas. Wir sahen Hyänen, die ebenfalls ein Stück vom Impala-Kuchen abhaben wollten und dann von einem Elefantenbaby vertrieben wurden. Wir sahen Leopardengeschwister dabei zu, wie die kleine Schwester ständig den großen Bruder ärgerte und nervte. Wir sahen Wildhunde! Ein ganzes Rudel! Wir sahen wunderschöne Nyalas, Breitmaulnashörner, Giraffen, Vögel, … und ich lernte so viel Neues über eine Vegetation, die so ganz anders als die im Addo ist. Auch wenn ich die Art der Game Drives unserer Lodge im Addo jederzeit der Art hier im Sabi Sands vorziehen würde (entspannte Fahrten, langsame Geschwindigkeit, kein Offroading, fast schon meditativ Eins mit der Natur vs. mit 60 km/h durch den Busch rasen, vermutlich etliche kleine Tiere und Nester durch Offroading kaputt fahren und von einem Sighting zum nächsten hechten), möchte ich diese ich-bin-immer-noch-völlig-sprachlos-Zeit mit meinem Papa im Sabi Sands Game Reserve nicht missen müssen.

Danke Papa, dass wir für immer dieses Abenteuer teilen ❤

Oyster Bay

Ach Oyster Bay … ein kleiner Happy Place für mich, den wir oft besuchen. In Oyster Bay betreibt Nick eine Lodge: die Oyster Bay Beach Lodge. Nick ist einer der interessantesten Menschen, die man weltweit kennenlernen kann! Er betreibt nicht nur sehr liebevoll seine Lodge direkt am Ozean, sondern ist seit zig Jahrzehnten Guide und im gesamten südlichen Afrika unterwegs – die Geschichten, die er zu erzählen hat, könnten einen Roman füllen und machen einen Aufenthalt noch schöner als eh schon! Sein Hund Basil ist eine wahre Berühmtheit hier im Ort und begleitet gerne jeden Gast auf einen Spaziergang am Strand.

Oyster Bay ist ein kleiner Ort am Indischen Ozean, ca. 23 km westlich von Cape St. Francis im Eastern Cape, und somit ist die Wassertemperatur generell deutlich angenehmer und manchmal sogar richtig warm. Der Strand ist oft menschenleer, sehr sauber (nicht zuletzt, weil die Einwohner ihn regelmäßig selbst säubern), sehr breit und wunderschön (ebenfalls gesäumt von Fynbos-Vegetation).

Eine absolute Herzensempfehlung! Bitte richtet liebe Grüße aus, umarmt ihn fest von mir und krault Basil und Rusty ein Extraminute für mich mit.

Plettenberg Bay

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich Plettenberg Bay zunächst unterschätzte. Die Stadt im Westkap Südafrikas ist bekannt für seine weißen Strände und Wasseraktivitäten, weshalb sie mich zunächst nicht allzu sehr interessierte. Allerdings habe ich hier einen meiner bisher schönsten Wanderwege erwandert: Der Point Circuit Hiking Trail im Robberg Nature Reserve. Beginnend in meinem geliebten Fynbos, führt der Weg über Sand, entlang am Strand mit laut grunzenden Robbenkolonien, fast direkt durchs Wasser auf großen Steinbrocken, über Holzleitern und wieder zurück vorbei an Höhlenmalereien und dramatischem Felspanorama.

Die Wanderung ist ca. 9,5 Kilometer lang und dauert etwa vier bis fünf Stunden – je nachdem, wie oft Du zum Fotografieren und Staunen anhältst.

Mit etwas Glück findest Du hier am Strand die zauberhaften Pansy Shells – das meiste Glück dafür könntest Du am Keurboom Strand haben. Leider war das Glück bisher noch nicht auf meiner Seite, aber ich werde meine Augen weiterhin offen halten.

Stellenbosch & Franschhoek

Ich hoffe die Weinkenner unter euch lesen diesen Beitrag trotzdem weiter, obwohl ich Stellenbosch und Franschoek („die französische Ecke“) unter einem Unterpunkt zusammenfasse. Stellenbosch und Franschoek sind zwei Wein-Gegenden im Westkap Südafrikas – streng genommen gehört Franschoek sogar zur Gemeinde Stellenbosch. Die Stadt Stellenbosch wurde 1679 vom Gouverneur der Kapkolonie, Simon van der Stel, gegründet, der sie kurzerhand nach sich selbst benannte – Stellenbosch bedeutet „(van der) Stel’s Bush“. Stellenbosch ist nach Kapstadt die zweitälteste (formelle) Siedlung im gesamten Land und der koloniale Baustil zeichnet sich noch heute deutlich ab.

Beide Orte haben neben tollen Restaurants und schönen be-bummel-baren Innenstädten natürlich auch ihre wunderschönen Weingüter und eine atemberaubend schöne Weinberg-Landschaft, denen die Fotos kaum gerecht werden. Zu jeder Jahreszeit hat diese Landschaft ihren ganz eigenen Charme: Im Sommer, wenn alles knallgrün ist und die Sonne einheizt, im Herbst mit all den schönen Herbstfarben, …

Auch für Nicht-Weintrinker ist diese Gegend empfehlenswert, denn neben der malerischen Landschaft, kann man natürlich auch den vielen Weingütern einen Besuch abstatten und nicht nur Wein verkosten. Die meisten Weingüter haben einen eigenen kleinen Hofladen mit hausgemachten Leckereien, Speisekarten mit ausgewähltem, qualitativ sehr hochwertigem Essen und zauberhafte Anbaugebiete, durch die man oft spazieren gehen darf.

Weingüter, die mich fasziniert haben, sind Folgende:

  • Muratie, Stellenbosch: wegen der einzigartigen, romantischen und reichen Geschichte des Weinguts
  • Delaire Graff, Stellenbosch: wegen der traumhaft schönen Aussicht
  • Cavalli, Stellenbosch: wegen des sagenhaft guten Essens
  • Vrede en Lust, Franschoek: wegen der schönen Aussicht
  • Boschendal, Franschoek: wegen dem tollen Ambiente und den Leckereien im Hofladen

Da in Stellenbosch und Franschoek einige Juwelen in den Weinbergen versteckt liegen, die auf den ersten Blick gar nicht so offensichtlich sind, empfehle ich zumindest für den ersten Besuch oder Tag eine Tour zu buchen. Natürlich habe ich auch diesbezüglich eine Empfehlung für Dich: Bruce Storey von African Story Wine Tours. Bruce ist sehr lustig, kennt sich unglaublich gut mit ungefähr allem aus und scheut keine Mühe Dir den Tag so besonders wie möglich zu gestalten. Der ehemalige Mitarbeiter einer Bank, entschied sich gegen eine Büro-Karriere (was ich offensichtlich mehr als nachvollziehen kann), versuchte sich dann als professioneller Bomben-Entschärfer und Clown, um nun schon seit fast 20 Jahren Touren zu guiden.

Wilderness

Wer Natur liebt, wird Wilderness lieben! Die Küstenstadt in der Nähe von George (ca. 450 km östlich von Kapstadt) macht ihrem Namen alle Ehre: Nationalparks, Naturparks, Wanderwege, Kajak-Routen, versteckte Wasserfälle, der Ozean, bewaldete Berge und natürlich Map of Africa. Im Norden des Städtchens liegen die Outeniqua Berge, im Süden der Indische Ozean, im Westen der Kaaimans River und im Osten das Goukamma Nature Reserve.

Wilderness ist voller Outdoor-Sport-Möglichkeiten! Wir sind zum Beispiel zu viert im lokalen Nationalpark auf einer wunderschönen Kajak-Wanderung zu einem versteckten Wasserfall geklettert. Die Mischung aus Ozean, Wald und Thermik lässt auf jeden Fall kaum Outdoor-Wünsche und -Träume unerfüllt.

Map of Africa ist eine spektakuläre Inszenierung aus Bergen und Wäldern in den Wilderness Heights. Von diesem Aussichtspunkt aus, hat sich der Kaaimans River ein kleines Tal geformt, das von oben aussieht wie der Kartenumriss des afrikanischen Kontinents.

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