Swakopmund & Walvis Bay

Das touristische Zentrum im eigenen Land

Swakopmund ist mit etwa 34.000 Einwohnern die Hauptstadt der Erongo Region. Die Stadt wird umgangssprachlich auch das „Activity Center of Namibia“ genannt, weil man nirgendwo sonst im Land so viele verschiedene Dinge unternehmen kann. Ein Aquarium, Sanddünen-Boarding, Kajaking, Rundflüge, diverse Tagesausflüge, Quad-Touren, Bootstouren auf dem Ozean und vieles mehr. Mit jedem weiteren Besuch kann ich immer mehr verstehen, warum die Namibier ihr Swakopmund so sehr lieben (und vor allem um Weihnachten alle dorthin pilgern, um die Feiertage dort zu verbringen). Nach all der Hitzen und Wildnis des restlichen Landes ist es doch immer wieder schön, zum „Abkühlen“ an die Küste zu fahren und dort alle Angenehmlichkeiten der modernen Welt zu genießen.

Die Geschichte der Stadt beginnt mit der Ankuft des portugiesischen Seefahrers Bartholomäus Diaz auf namibischem Boden am Cape Cross im Jahr 1487, wo er sein Steinkreuz errichtete. Im Jahr 1793 ankerten zwei holländische Seeleute kurz vor der Mündung des Swakop Flusses. Im Jahr 1862 hisste dann die Besatzung eines deutschen Kanonenbootes die deutsche Flagge an der Mündung des Swakop Flusses, um die Besetzung des Territoriums zu signalisieren. Mit diesem hoheitlichen Akt wurde den Engländern, die den Hafen von Walvis Bay besetzten, die Besetzung dieses Küstengebietes durch das Deutsche Reich demonstriert.

Noch heute findet man am Cape Cross eine der größten Robben-Kolonien weltweit. Ein Besuch der Kolonie ist schon irgendwie interessant, aber macht euch gefasst auf höllischem Lärm und einen echt fiesen Gestank, der zunächst nicht mehr aus Haaren und Klamotten gehen will.

Geographisch liegt Swakopmund inmitten von Dünen und der Wüste, nahe der Mündung des Swakop Flusses. Während der Kolonialzeit war Swakopmund ein wichtiger Hafen, obwohl die Bedingungen nicht gerade günstig waren: Das Küstenwasser war viel zu flach, es fehlte eine geschützte Lagune und die Brandung war viel zu stark. Außerdem war der Hafen von Lüderitz zu weit entfernt und der nahe gelegene Hafen von Walvis Bay stand unter britischer Besatzung. Da die Ausschiffung von Siedlern und Truppen auf Brandungsbooten ein lebensgefährliches Unterfangen war, wurde mit sehr viel Geld ein künstlicher Hafen gebaut. Ab 1894 wurde dann ein regelmäßiger Frachtverkehr unter Führung einer Hamburger Reederei aufgenommen. Zunächst wurde 1902 ein 325 Meter langer, hölzerner Steg gebaut, der 1912 durch einen eisernen ersetzt wurde. Die komplette Versorgung der deutschen Kolonie wurde über Swakopmund abgewickelt. Die Überreste dieses Stegs sind noch heute zu sehen, wo 2010 ein Restaurant mit Austernbar auf dem sogenannten „Jetty1905“ eröffnete. Abends ist das Restaurant meist ausgebucht, eine Reservierung ist zwingend notwendig!

Um die Transportmittel zu verbessern, wurde am 01. Juli 1902 die erste deutsch-südwestafrikanische Eisenbahnlinie zwischen Swakopmund und Windhoek eröffnet. Die Namib-Wüste ist über 100 Kilometer breit; die Strecke nach Windhoek betrug 382 km, wobei die Bahn 1.673 Meter über dem Meeresspiegel erklimmen musste. Die Schmalspurbahn fährt heute von Walvis Bay über Swakopmund nach Windhoek. An einigen Tagen der Woche wird zusätzlich ein Personenwagen an den Güterzug angehängt. Zusätzlich pendelt der Luxus-Personenzug Desert Express zwischen Swakopmund und Windhoek.

Heute ist Swakopmund vor allem ein Urlaubsort und somit von großer touristischer Bedeutung. Aufgrund der milden klimatischen Bedingungen, vor allem während der Hochsaison im Dezember und Januar, ist die Stadt ein Anziehungspunkt für viele Touristen (hauptsächlich aus dem eigenen Land) – in einem solchen Ausmaß, dass Unterkünfte im Dezember/Januar Monate im Voraus gebucht werden müssen. Viele südafrikanische und namibische Rentner haben sich hier niedergelassen – und auch Deutsche.

Während der Kolonialzeit wurde Swakopmund als „Deutschlands südlichster Küstenort“ bezeichnet, obwohl die Wassertemperaturen aufgrund der kalten Benguela-Strömung des Atlantiks kaum über 16° C erreichen.

Restaurant Guide für Swakopmund

  • Ungeschlagene Nummer 1: Gabriele’s Italian Pizzeria – man sagt, es sei die beste Pizza in Afrika und bisher kann ich das nur bestätigen!
  • Jetty1905 – für Fischfreunde und Liebhaber von Meeresfrüchten
  • An der Mole: Farmhouse Deli und Brewers & Butcher
  • Café: Ich liebe einfach Slowtown Kaffee

Living Desert Tour

Eine absolute Herzensempfehlung von mir! Egal wie alt, jung, fit oder unfit Du bist – diese Tour kannst Du auf jeden Fall mitmachen und sie wird Dich begeistern. Du erfährst alles über die Wüste, Sand und ihre kleinen, faszinierenden Einwohner. Man lernt nicht nur einiges über Tiere und Pflanzen, sondern entwickelt einen ganz neuen Blick für Sand und wird diesen nie wieder mit gleichen Augen sehen. Die Wüste lebt tatsächlich!

Das Woermannhaus

Das Woermannhaus in Swakopmund ist eines der ältesten Gebäude der Stadt (Baujahr: 1894), von dessen Damaraturm aus man einen fantastischen 360°-Blick auf die Stadt genießen kann. Den Schlüssel zum Turm löst Du gegen ein paar NAD unten im Innenhof an der Kasse aus und kannst dann oben so viel Zeit verbringen, wie Du möchtest. Errichtet vom Hamburger Kaufmann Adolph Woermann, wurde das Woermannhaus lange als Hauptsitz für dessen Handelsunternehmen – Woermann, Brock & Co – genutzt und erhielt so auch seinen Namen.

Dune 7

Die Dune 7 (Düne 7), eine Düne mit einer Höhe von ca. 130 m, bei Walvis Bay wird sogar von offiziellen Quellen fälschlicherweise oft als die höchste Düne der Welt bezeichnet. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass diese Düne mit der Nummer 7 zu oft mit der Dune 7 im Sossusvlei verwechselt wird, die eine Höhe von etwa 383 m erreicht. Nichtsdestotrotz macht es sehr viel Spaß diese Düne 7 zu erklimmen und dann wie kleine Kinder wieder runter zu rennen… Die Stimmung auf dieser Düne ist wirklich ganz besonders, denn man überblickt nicht nur sehr viel Sand und Wüste auf der einen Seite, sondern sieht sogar den Atlantik auf der anderen Seite!

Woher die Dune 7 ihren Namen hat, kann ich euch leider nicht sagen. Auch um die Dünen im Sossusvlei ranken sich einige Geschichten – welche von ihnen stimmt, habe ich noch nicht herausgefunden.

Fahr‘ am besten früh morgens los und pack‘ einen Pullover ein, um nicht in der Mittagshitze die Düne zu erklettern, sondern den kühlen Wind am Morgen auszunutzen. Ob sonnig oder wolkig, denke daran, Dich mit Sonnencreme einzucremen – die Wolken täuschen und Du kannst Dich trotzdem leicht verbrennen. Wir fuhren von Swakopmund aus für einen kleinen Ausflug zur Dune 7 – die Fahrt dauert etwa 30 bis 45 Minuten und lohnt sich wirklich.

Kleine Warnung: Leider werden an der Dune 7 immer öfter kleine Partys veranstaltet und dementsprechend viel Müll liegt hier leider. Bitte pass auf Glasscherben im Sand auf, wenn Du barfuß läufst!

Walvis Bay

… und weil wir schon bis zur Dune 7 fuhren, beschlossen wir noch einen kleinen Abstecher nach Walvis Bay zu machen. Von Swakopmund aus gibt es mittlerweile zwei Straßen, die zur Dune 7 und nach Walvis Bay führen: Buchstäblich eine rechts und eine links (am Atlantik) entlang. Hin fuhren wir die schnellere Route rechts entlang auf der frisch geteerten Straße im Inland, um dann einfach direkt weiter nach Walvis Bay und zurück nach Swakopmund am Atlantik entlang zu fahren.

Walvis Bay (oder auch: Walfischbucht) ist eine 62.000 Einwohner große Hafenstadt direkt am Wasser und sowohl die drittgrößte als auch die dichtbesiedelste Stadt in Namibia. Der lokale Hafen ist einer der wichtigsten Handelsknoten des Landes. Ähnlich wie in Swakopmund, sollte man auch hier immer einen Pullover bei sich haben, denn dank des teilweise starken Windes und der kühlen Meeresluft, kommt man hier schnell ins Frösteln, wenn man aus dem warmen Inland anreist.

Walvis Bay ist touristisch nicht ganz so interessant, wie Swakopmund (oder der Rest des Landes), aber wenn man Zeit hat und es schon bis nach Swakopmund geschafft hat, ist es auf keinen Fall Zeitverschwendung den gleichen Loop zu fahren, wie wir. Neben diversen Touren auf und im Wasser, lohnt sich auch ein einfacher Bummel durch die Stadt. Die über 5.000 Jahre alte Walvis Bay Lagune am südlichen Stadtrand, zum Beispiel, ernährt 80% der Flamingos im südlichen Afrika und bietet – neben der Guano-Plattform – tolle Beobachtungsmöglichkeiten für Vogellieberhaber.

Bootstour auf dem Atlantischen Ozean

Die meisten Bootstouren starten von Walvis Bay aus. Hier gibt es etliche Anbieter! Ich selbst habe aufgrund meines absoluten Desinteresses für Wasser noch keine dieser Touren mitgemacht, aber Andreas, seine Familie und ein paar Freunde. Aus diesem Grund kann ich euch selbst nicht viel darüber berichten, außer dass es viel zu Essen gibt, sehr interessant sein soll und man sein Handy gut festhalten muss 😉 Andreas‘ Handy liegt aufgrund eines Pelikans heute auf dem Meeresboden des Atlantischen Ozeans.

Auf der Tour sehr ihr mit großer Wahrscheinlichkeit zwei Arten von Delfinen, Robben, Wale, Pelikane und weitere Bewohner des Ozeans.

Hier ein paar Fotos, die Andreas geschossen hat:

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